By NUMEN
So Leute, jetzt will ich hier erstmal was klarstellen!
Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt,habe ich in meinem
Fragebogen meinen Geburtstag nicht angegeben.Nun besaß ein gewisser
Chefredakteur, dem ich hier, um ihn nicht bloßzustellen, mal einfach
das Pseudonym...äh.. Rainer Thieke geben werde,die grenzenlose
Unverschämtheit, die geradezu ungekannte Dreistigkeit, ja,die
verleumdungsvolle Boshaftigkeit, diesen glorreichen Tag für die Menschheit
so mir nichts dir nichts in diesem Jahrtausend, ja sogar in diesem
Jahrhundert anzusiedeln.Wem jetzt vor Staunen die Kinnlade runterfällt
kann das im Personal Stuff nachlesen.Aber bevor ihr jetzt allesamt,
von dieser bodenlosen Frechheit animiert, der Amiga 4ever den
Rücken zudreht, lasst es lieber bei einem sanften Tadel in Form von
ein paar Peitschenhieben.Ich bin sicher, dass Rainer diese
Verleumdung und Diskriminierung alter Menschen bereits in dieser
Ausgabe entfernt hat,
NICHT WAHR , RAINER ?!!
Tja, das hätten wir.Aber nun werdet ihr sicherlich haareraufend vor dem Monitor sitzen und euch verzweiflt fragen:"Wer ist dieser Typ eigentlich, und wann ist er denn nun eigentlich geboren ???" (Nicht?... egal, lies trotzdem weiter).Tja,da ich euch bisher ohnehin nur mit meinen ultimativen Oldietests beglückt habe,denke ich mal, dass ich einige Minuten für euch primitive sterbliche Geschöpfe entbehren kann.Hier ist meine Lebensgeschichte....
Nun, zu Anfang erstmal ein Geständnis: Mein wahrer Name ist nicht Numen (Denkt euch hier jetzt bitte eine dramatische Pause).Und mein wahrer Name ist auch nicht Hendrik Stahl (wieder dramatische Pause).Nein, mein Name ist Duncan McClaud, und ich wurde vor vielen Jahrhunderten in den schottischen Highlands geboren.(Ihr wisst schon...Pause) Also, das war so: Damals war immer eine Menge Krieg in Britannien, und, wer kennt das nicht, eines Tages wurde ich in einem solchen mal tödlich verwundet.Nachdem meine Exkameraden nun aber schon mein ganzes Erbe untereinander aufgeteilt hatten, geschah mir ein kleines Malör, und zwar erwachte ich wieder zum Leben.Seitdem weiß ich, dass ich unsterblich bin.Das nahm mir mein Klan, der schon extra einen Sarg und alles gebaut hat, dann aber ziemlich übel.Ich musste den Sarg also bezahlen, und da mein Geld bereits unwiederruflich in den Händen meiner Nachkommen war, gestaltete sich das als schwierig, um nicht zu sagen unmöglich.Also wurde ich mit nichts als meinem Schwert, und, weil dieses Magazin ja keine Altersbegrenzung hat, meinetwegen auch mit meiner Kleidung, aus dem Dorf gejagt.Jetzt denkt ihr vielleicht, dass einem mit nichts als einer Waffe schnell langweilig wird.Das stimmt aber nicht, besonders dann nicht, wenn man unsterblich ist.Und so kam ich auf die Idee, Leute zu köpfen.Es war toll: "Wer seid ihr, edler Reisender?"-"Ich bin Duncan McClaud vom Stamm der McClauds, und es kann nur einen geben!" und zack, da lag das verständnislosmitleidvolle Lächeln mitsamt dem Kopf drumherum auf der Erde.Und so hatte ich dann viele viele Jahre lang einen Mordsspaß mit meinem neuem Hobby, für das ich heute leider kaum noch Zeit finde.
Das hatte jedoch ein abruptes Ende als ich mal wieder auf ein potentielles Opfer stieß. Ich hatte nämlich die kleine Marotte, dass ich für jeden Enthaupteten eine Kerbe in mein Schwert ritzte (auf solche Sachen fliegen die Frauen nunmal).Ich habe also auch diesen Typen fachgerecht geköpft, und nachdem die ganzen Spezialeffekte verklungen waren (Explosionen,Blitze,etc.,ihr wisst schon was ich meine) ritzte ich wie ¨blich eine Kerbe in meine Klinge.Wie ihr euch aber sicherlich vorstellen könnt sammeln sich im Laufe der Jahrhunderte ziemlich viele Kerben an, und mein Schwert sah bereits aus, als ob eine Horde mutierter Killernagetiere darüber hergefallen wäre.Tja, und diese Kerbe war eben eine zu viel, und mein einziger Besitz zerbröselte zwischen meinen Fingern.Leider waren ausgerechnet zu dieser Zeit die Waffenbesitzrechte besonders streng, und ein Schwert gab es erst ab achtzehn.Ich war jedoch nur einer, und siebzehn Freunde hatte ich nicht.Dumm gelaufen, aber zum Glück war der britische König zu diesem Zeitpunkt ein gewisser Arthur, und der brauchte noch einen tapferen Ritter.Ich schlich mich also un- ter einem Pseudonym in die Tafelrunde ein und bekam, wie in einer Annonce versprochen, zur Begrüßung ein Gratisschwert. Und so focht ich einige Jahre an der Seite meines Königs in vielen Kriegen.Irgendwann hat er mich dann aber verstoßen, weil da was zwischen mir und seiner Frau lief.
Ich beschloss die Inseln mal für ein Weilchen zu verlassen und zog in eine kleine Hütte in den Alpen ein.Meine Enkelin Heidi zog auch ein, aber als sie mich dann verließ um in die Stadt zu gehen wurde es wieder ein wenig langweilig.Ich wanderte also in Richtung Tal um ein paar Leute zu köpfen.Unterwegs passierte aber etwas seltsames: Meine Umgebung begann zu verschwimmen und plötzlich stand ich inmitten eines seltsamen Raumes, der nur aus Stahl zu bestehen schien.Einige mehr oder weniger seltsam aussehende Wesen in bunten Strampelanzügen standen um mich herum, und einer begann mit feierlicher Stimme zu reden: " Wir begrüßen sie auf der Enterprise, großer...äh Captain, sind sie sicher,dass das der Klingonenadmiral ist ?!?".Ein älterer Herr mit Halbglatze antwortete: "Verdammt Worph, sie haben den falschen hochgebeamt!".Ob außerirdisch oder nicht, sie hatten alle Köpfe, und ich gab mir denn auch eine Menge Mühe um das bei einem Großteil von ihnen zu ändern.Ich will ganz ehrlich sein: Ich hatte keine Chance.Die Typen hatten Phaser und waren in der Überzahl.Am meisten Sorgen bereitete mir ein Typ in schwarzer Rüstung, der offenhörlich Atemprobleme hatte und mit einem leuchtenden Schwert auf mich eindrosch.Nachdem ich immer weiter zurückgedrängt wurde , stolperte ich über ein Kabel und landete auf einem Pult voller bunter Knöpfe.Der Effekt war verheerend: Ein großes Loch öffnete sich vor dem Raumschiff und es wurde hineingesogen.Als wieder Ruhe eingekehrt war begann der Kapitän zu mosern: "Dieser Idiot hat uns über 10.000 Jahre in die Vergangenheit katapultiert! Mr.Data, beheben sie das Problem, aber schaffen sie mir diesen Psychopathen vorher vom Hals.Ein Typ mit weißgeschminktem Gesicht führte mich mit eisernem Griff zum Teleporter.Ich hatte Glück: Er bestrafte mich nicht, sondern beamte mich eionfach nur an exakt denselben Standpunkt zurück, an dem ich vorher auch war.Er konnte ja nicht wissen, dass gerade Eiszeit war...
Und so lag ich also viele Jahrtausende unter einer 500 Meter dicken Eisschicht.Es gibt nichts fürchterlicheres als so lange dasitzen und warten zu müssen, nur wer regelmäßig beim Zahnarzt ins Wartezinner muss kann diese Grausamkeit wirklich nachvollziehen.Naja, die Jahrtausende vergingen und der Schnee schmolz.Irgendwann fanden mich endlich einige Herren und ich war vor Kälte vollkommen erstarrt."Schaut mal, eine Leiche, toll!", rief einer.Andere Zeiten andere Sitten dachte ich mir, aber anstatt "Ruf einen Krankenwagen, schnell!" oder zumindest "Los, hol einen Leichenwagen für den armen Kerl." waren die nächsten Worte dieser Barbaren:"Klasse, den alten Knacker bringen wir in ein Museum, die zahlen bestimmt ein Vermögen!",und anschließend verspotteten sie mich noch indem sie mir den lächerlichen Namen "Ötzi" gaben - der Gipfel der Grausamkeit.Aber ich konnte dem Museum entfliehen und nun bin ich hier.Meine Attraktivität hat zwar im Laufe der Jahre unterm Eis ein wenig gelitten (wer mal ein Foto vom "Ötzi" gesehen hat weis, was ich meine) aber eine "Freundin" habe ich trotzdem noch gefunden. =:-)
THE END
NUMEN
PS: Übrigens noch ein Geständnis: Manche werden es vielleicht schon beim Lesen bemerkt haben, die obige Geschichte ist nicht ganz wahr, in Wirklichkeit heißt meine Enkelin nämlich nicht Heidi sondern Margarethe, aber das nur nebenbei.Ich will euch ja schließlich keine Lügen verbreiten...