by NUMEN
Moin, ihr Scharen von Lesern die ihr mich bewundert und verehrt !
In meiner unendlichen Güte habe ich beschlossen heute ein wenig über
die sog. Tabletop-Spiele (für die die`s nicht wissen: " Tischplattenspiele ")
zu schreiben. Wahrscheinlich kennt jeder in seiner Umgebung eine solche
Spielergruppe (zu den bekanntesten Tabletop-Spielen zählen Warhammer,
Warhammer 40.000 und Warzone, außerdem gibt es neuerdings auch eins,
das den Hintergrund des Rollenspiels DSA benutzt).Mitglieder solcher
Gruppen lösen häufig blankes Unverständnis bei Außenstehenden aus,
deshalb will ich mit diesem Artikel ein bisschen Licht in das
Hobby bringen.
Erstmal zum Namen: Man nennt diese Art von Gesellschaftsspielen so, weil man sie nicht wie gewöhlich auf einem Spielbrett, sondern auf einem Tisch spielt. Ob man einen flachen Tisch oder eine Platte voll mit Modellgelände benutzt bleibt jedem freigestellt, letzteres macht natürlich mehr Spaß, aber auch mehr Arbeit und mehr Platz ins Portemonnai.Hat man eine Spielfläche braucht man als nächstes eine Armee von Metall- und Plastikminiaturen, die besten stellt sicher- lich Citadel her, die sind aber (noch) teurer als andere (2-20 DM muss man für ein 30mm Figürchen schon blechen, je nach Material und Detailreichtum mehr oder weniger).Die Zusammenstellung einer Streitmacht kann eine Menge Spaß machen. Erstmal muss man sich ein Volk aussuchen, bei Warhammer stehen zum Beispiel unter anderem Imperium, Zwerge, Orks, Hochelfen, Chaos und Skaven (Rattenmenschen) zur Auswahl.Für jedes Volk gibt es ein Armeebuch, in dem die Geschichte und die spielerischen Eigenschaften erklärt werden.Am wichtigsten ist aber die Armee-liste, in der alle Truppentypen inklusive Werte und Sonderregeln aufgezählt sind.Außerdem erfährt man hier die Punktkosten für jedes Modell (damit niemand einen Vorteil aufgrund einer größeren Armee hat, gibt die Punktzahl eines Mo- dells die spielerische Qualität wieder, so sind zwei Armeen immer ungefähr gleich stark.Ein einfacher Orkkrieger kostet beispielsweise acht Punkte, ein Chaoskrieger vierundzwanzig.Der Chaosspieler wird also gegen Orks einer ungefähr dreifachen Übermacht gegenüberstehen, da er eine Elitestreitmacht führt).Mit den Informationen aus dem Armeebuch kann man sich dann eine individuelle Streitmacht zusammenstellen, die sich in jedem guten Hobbyladen oder per Bestellung einkaufen lässt.Normalerweise bemalt man seine Miniaturen noch (eine Beschäftigung, die sehr viel Spaß machen kann), aber die ersten paar Spiele wird man in der Regel mit einer unbemalten Armee austragen.Wenn man einen Gegner gefunden hat kann`s losgehen...
Das Spiel läuft in Spielzügen ab, und jeder Kontrahent kann während seines Spielzugs alle seine Einheiten bewegen.Dazu hat jede Miniatur einen Bewegungswert, außerdem gibt es noch Werte wie Kampfgeschick, Ballistische Fertigkeit (Schießen), Stärke, Widerstandskraft, Lebenspunkte, Attacken, Initiative und Moralwert (Das waren jetzt die Werte bei Warhammer und Warhammer 40K, sie variieren natürlich von System zu System).So ein Spiel läuft also nach ebenso stren- gen Regeln ab wie ein gewöhnliches Gesellschaftsspiel, sie sind halt nur viel komplexer.Im Laufe der Schlacht muss man dann versuchen den Gegner durch taktisches Geschick (Der Würfel spielt natürlich auch eine Rolle, aber man muss halt auch mal ein Risiko eingehen) zu schlagen.Je nach System wird das Auftragsziel vor dem Spiel ausgewürfelt oder ausgewählt oder es steht pauschal fest. Am Ende einer Schlacht (Die je nach Größe der Armeen unterschiedlich lange dauert, ein durschnittliche 1500 Punkte Warhammer-Spiel etwa 3-4 Stunden) wird der Sieger ermittelt, wobei Faktoren wie Anzahl der ausgeschalteten Gegner und Erreichen des Missionsziel eine Rolle spielen.Um Miniaturen oder gar Geld wird in aller Regel nicht gespielt, auf einem Turnier besteht aber die Möglichkeit einen Preis zu gewinnen.
Ursprünglich stammt die Spielidee aus England (von Games Workshop,
um genau zu sein), in Deutschland ist sie noch ziemlich jung.Aber
besonders in Nordrhein-Westfalen erlebt sie in letzter Zeit einen
gewaltigen Aufschwung, vor allem Warhammer scheint sehr beliebt zu
sein.Inzwischen finden auch in Deutschland in vielen Städten Turniere
und Ligen statt, die Seuche breitet sich aus...
Noch etwas zum Alter: Tabletopspiele sind meistens ab 14 oder 15,
tatsächlich sind es aber hauptsächlich Erwachsene, die diesem Hobby
fröhnen.Bei dem zugegeben etwas brutalem Hintergrund ist
das wohl auch besser so.
So, für einen kurzen (sehr kurzen) Einblick sollte das genügen. Vielleicht schreibe ich ein anderes Mal wieder ein bisschen zu diesem Thema.Falls jemand noch Fragen zum Thema Tabletop hat, kann er mich ruhig kontaktieren (auch telefonisch).Ich verstehe mich auf dem Gebiet nämlich als eine Art Spezialist (wo kommt bloß dieser plötzliche Gestank her?).
NUMEN
| PS: | Falls es außer mir noch ein Tabletöppler unter uns geben sollte so möge er bitte Laut geben, vielleicht können wir ja im Usertalk ein paar Erfahrungen austauschen. |