Spiele Review :   AMBERMOON

by NUMEN


Genre:     Rollenspiel
System:    68000, ca.1MB RAM
Empfohlen: Festplatte, 68030, 4MB RAM
Preis:     ca. 30DM


Ambermoon, der Nachfolger von Amberstar, wurde von Thalion hergestellt und ist sicherlich eines der großartigsten Rollenspiele, die es jemals auf dem Amiga gab.Das ganze Geschehen spielt sich auf der mittelalterlichen Inselwelt Lyramion ab (und dessen Monde, aber ich will nicht zu viel verraten...), und hat einen geradezu herrlich komplexen Hintergrund, den man aber erst im Laufe des Spiels erfährt.Am Anfang steht man mit seinem frisch kreierten Helden (die Variationen beschränken sich leider auf den Namen und das Geschlecht - keine Werteorgie a la DSA) vor dem Bett des sterbenden Großvaters (dem Helden aus Amberstar) und erfährt, dass laut einer Vision, die dieser hatte, die Welt mal wieder in Gefahr ist.Wir sollen also erstmal zum Grab des toten Magiers Shandra (auch ein Charakter aus Amberstar) gehen und dort weitere Infos abholen.

Aber erstmal nehmen wir alles von zuhause mit, was nicht Niet- und Nagelfest ist.Dazu gehören unter anderem eine Robe als Rüstung, ein paar Heiltränke und natürlich ein Küchenmesser, um es den Bösewichten mal so richtig zu zeigen.Dabei wird alles bei (nach heutigen Maßstäben) durchschnittlicher Grafik aus der Vogelperspektive gezeigt.Auf der Weltkarte (die übrigens sehr groß und komplex ist) ebenso, aber aus größerer Entfernung.In Städten und Dungeons wechselt die Ansicht in 3D, für ein richtig angenehmes Scrolling empfehle ich aber einen 68030er Prozessor.

Die Handhabung ist, sobald man erstmal alle Funktionen kennt, eigentlich ganz angenehm.Mittels Icons am Rand und dem rechten Mausknopf lassen sich solche Dinge ausführen wie "Untersuchen" oder "Reden".Die Kampfsequenzen hätte man aber wirklich besser machen können.Strategisch-Rundenbasierend ist angesagt, da spricht eigentlich nichts gegen, aber leider ging der ganze Realismus flöten: So kann ein Kämpfer zum Beispiel einem mehrere Meter entfernt stehendem Kameraden mitten im Kampf einen Heiltrank verabreichen, oder mal eben die Stiefel tauschen.Außerdem darf man seine Krieger nur 2 Felder vorbewegen, die Felder dahinter sind für Gegner reserviert...

Aber das sind nur Schönheitsfehler.Jedenfalls besteht das Spiel darin, mit seiner Heldengruppe, die nach einigen Bekanntschaften übrigens bis zu sechs unterschiedliche Charaktere enthalten kann, von Insel zu Insel zu reisen und dabei ineinander verkeilte Abenteuer zu bestehen. Einige dieser Questen haben auch gar keine Verbindung zum Hauptproblem, sondern können gelöst werden um ein paar Abenteuerpunkte zu ergattern.

Begleitet wird das Spiel von ansprechender Musik, die an verschiedenen Stellen auch verschiedene Stücke spielt, die nicht so schnell langweilig werden (Außer die Kampfmusik.Die wiederholt sich so oft, dass man in einem längeren Kampf schnell einen Nervenzusammenbruch bekommen kann).

Fazit :
Ambermoon gehört, trotz grafischer Schwächen, immer noch zu
den besten Rollenspielen, und jeder, der das Genre auch nur
ein bisschen mag, sollte es sich unbedingt noch zulegen, bevor
es völlig aus den Regalen verschwindet.

Grafik : 70%
Sound : 89%
Sound FX : ---
Motivation : 86%
Animation : 74%

Gesamt : 80%


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