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»PhotoFolio ist ein Programm aus der Gattung der Bildkatalogisierer, von welchen es schon einige auf dem Amiga gibt. Für diesen Test lag mir die aktuelle Version 2.0 vor. PhotoFolio ist ein Produkt von Steeple Software aus Australien, die Programmierer heißen Steve Quartly und Paul Huxham.
PhotoFolio wird auf CD-Rom ausgeliefert und setzt mindestens einen Amiga mit OS 3.0 und 68020 Prozessor oder höher voraus.
Installiert wird das ganze Programmpaket inklusive aller benötigten Libraries und Daten per Installerskript.
Hier hat man die Auswahl, sich in den Sprachen English, Italiano, Deutsch, Espaņol und Czech durch den Installationsvorgang leiten zu lassen, in diesen Sprachen liegt auch ein Locale-Catalog vor, das heißt: in diesen Sprachen kann das Programm dann später auch bedient werden.
Vor dem ersten Programmstart sollte man erst einmal die Prefs der ImageIOLibrary und die OpenURL Prefs einstellen.
In den Prefs der ImageIOLibrary kann dann eingestellt werden, ob das Programm die Bilder über die jpeg.library decodieren soll oder über Datatype, was vielleicht von Vorteil ist, wenn man eine PPC-Karte und PPC- Datatypes besitzt. In den OpenURL Prefs kann man die Pfade seiner Browser angeben.
Während des ersten Starts des Programmes wird man gebeten, sich zu registrieren. Die Registriernummer sollte sich auf der Innenseite des CD- Covers befinden, wenn Ihr die CD-Hülle aufklappt.
Zum Betrieb des Programmes wird eine funktionierende MUI-Installation benötigt, eine Demoversion ist auf der CD enthalten.
Was ist nun das besondere an PhotoFolio? Es bietet die Möglichkeit der Katalogisierung der Bilder in Besitzer (255 Stück), Gruppen (4 Stück) und Kategorien (22 Stück). Die Generierung der Bildabzüge ist voll konfigurierbar, das heißt, die Abzüge sind zwischen 20x20 und 200x200 Pixel frei wählbar, wobei für x und y die Pixelanzahl frei gewählt werden kann. Es bietet eine selektive Anzeige der katalogisierten Bilder unter Verwendung von Boolschen Operatoren, z.B. nur Bilder, die eine 5 in der Mitte habe und so weiter. Die Abzüge können einer Gamma-Korrektur zur besseren Erkennbarkeit unterzogen werden. Die Kataloge können nach verschiedenen Kriterien sortiert werden, Alphabetisch, nach Größe und nach Typ (JPEG, GIF, TIFF usw.). Man hat die Möglichkeit zum Kopieren, Speichern und Löschen von Bildern und Abzügen, wobei ich sagen muss, mir ist es nicht gelungen, einen einzelnen Abzug zu löschen ohne das das Bild mitgelöscht worden wäre.
PhotoFolio verfügt über drei verschiedene Skalierungsmodi für die Abzüge, "Normal (schnell)", "Hohe Qualität (langsam)" und "Beste Qualität (am langsamsten)". Ebenso besteht die Möglichkeit die JPEG-Qualität der Abzüge zwischen 20 und 100 Prozent frei zu wählen, wobei dieses Feld standardmäßig mit 85 Prozent vorbelegt ist.
Ebenso kann frei bestimmt werden nach der Erstellung wievieler Abzüge diese im Ansichtfenster dargestellt werden sollen, hier hat man die Wahl, einen Wert zwischen eins und dreihundert festzulegen.
Um sich nicht nur die Abzüge im Ansichtsfenster sondern auch die Bilder anschauen zu können hat man drei Möglichkeiten zur Auswahl. Entweder man greift auf den internen Bildanzeiger zurück, bei welchem man auch die Möglichkeit hat sich die Bilder progressiv darstellen zu lassen, das heißt die Bilder werden während des Ladevorganges schon angezeigt. Leider ist der interne Anzeiger sehr langsam. Aber es gibt ja noch die Möglichkeit, auf das mitgelieferte Mysticview zurückzugreifen, welches ebenfalls über die Einstellungen von PhotoFolio konfigurierbar ist. Der Vorteil von Mysticview ist, das es eine sehr hohe Anzeigegeschwindigkeit hat, es hat aber die Schäche, wenn man die 1:1 Pixeldarstellung gewählt hat, wird das Bild manchmal verzerrt dargestellt. Wem diese Möglichkeit auch nicht gefällt, der kann dann noch über die Einstellungen seinen Lieblingsbildanzeiger zur Arbeit mit Photofolio überreden.
Wie man im oberen Bild gut sehen kann, ist es möglich so viele Ansichtsfenster zu öffnen wie man möchte. Deren Zahl ist nur vom verfügbaren Arbeitsspeicher begrenzt.
Laut Programmbeschreibung sollte auch ein "Ausgefeiltes DragīnīDrop" zwischen den Ansichtsfenstern und Listtrees zur Verfügung stehen. Aber entweder liegt es an meiner Rechnerkonfiguration A4000/060/PPC oder es ist ein genereller Programmfehler, denn bei mir war es nicht möglich wenigstens ein Bild mal zu "draggen", geschweige denn es in ein anderes Fenster zu "droppen", wie auch wenn es sich nicht greifen lässt. Leider hatte ich auch nicht die Möglichkeit, es auf einem anderen Rechner zu testen, da meine beiden 1200er defekt sind und mein A1000 weder über eine HD, CD-Rom und erst recht nicht über einen 68020 Prozessor oder Kick 3.0 verfügt. Vielleicht klappts ja bei einem von Euch. Ihr könnt mir ja berichten, ob es geklappt hat.
Es ist möglich die Abzüge der Bilder verknüpft oder unverknüpft zu erstellen. Wobei bei der verknüpften Variante in einem Temporären Pfad oder einem anderen, wo genau kann man selbst bestimmen, die Abzüge erstellt werden, das Problem dabei ist aber, das man zur Anzeige der Abzüge dann aber immer auf die Pfade mit den Abzügen zurückgreifen muss, sonst werden die Abzüge jedesmal frisch berechnet und man wundert sich warum soviel Zeit vergeht. Dafür scheint es einen Fehler in der unverknüpften Variante zu geben, bei dieser werden die Abzüge im selben Verzeichnis wie die Bilder gespeichert, allerdings unter anderem Namen, bei Bild.jpg heißt der Abzug Bild.jpg<>. Hat man diese Variante gewählt und die Abzüge gespeichert, werden beim nächsten aufrufen dieses Verzeichnisses eventuell vorhandene Icons mitangezeigt, obwohl diese laut Selektionsbedingungen nicht gezeigt werden dürften.
Anhand der Programmbeschreibung kann man noch erkennen, dass PhotoFolio die Digitizerkarte VLab (nicht VLabMotion) direkt unterstützt und so Bilder von der Vlab direkt ins Anischtsfenster geleitet werden können, ich hatte allerdings nicht die Möglichkeit, das zu testen, da momentan meine VLab nicht eingebaut ist.
PhotoFolio macht sehr stark von den MUI Bubble-Help Gebrauch und und ist somit intuitiv zu bedienen, ebenso kann man auch schnell einmal die Help- Taste betätigen und kommt so in eine AmigaGuide Hilfe, man ist also an keiner Stelle des Programms ohne Hilfe, was sehr positiv zu bewerten ist.
Fazit:
PhotoFolio ist gut zu gebrauchen, um schnell mal seine Bilder auf der Festplatte zu sichten, es ist einfach zu bedienen, aber es verfügt noch über einige kleine Schwächen, die verbessert werden könnten. Zu wünschen wäre es, wenn der Author von der Möglichkeit Gebrauch machen würde und das Programm stärker an den PPC anpasst und somit die Geschwindigkeit steigern würde, ebenso wäre es schön, wenn vielleicht zusätzlich noch einige Bildbearbeitungsmöglichkeiten hinzugefügt werden würden. Über den Gebrauch von MUI kann man zweigeteilter Meinung sein, einerseits verfügt das Programm dadurch über eine Styleguide-komforme Oberfläche, andererseits wird es dadurch stark ausgebremst, da MUI auch eingiges an Systemressourcen verbraucht, besonders auf langsameren Systemen kann es da vielleicht zu Problemen kommen, da auch von den JPEG-Thumbnails sehr viel Prozessorarbeit verlangt wird. Für die Version 2 ist es schon sehr gut gelungen und braucht sich bis auf einige Funktionen nicht hinter der Konkurrenz zu verstecken.
Wertung: 7 von 10 Punkten
Die deutsche Bezugsquelle ist:
Stefan Ossowskis Schatztruhe
Gesellschaft für Software mbH
Veronikastr. 33
45131 Essen
oder
Michael Scholz <mgf-design@gmx.net> http://www.mgf-design.de«