Neues von AMIGA
1. Fleecy Moss nennt Details zu den Amiga-Plänen
Mit jedem neuen AMIGA-Management hat sich in der Vergangenheit auch die
Informationspolitik des Unternehmens geändert, mal zum Positiven, mal zum
weniger Guten.
Von der jetzigen Führung werden ab und zu Presseerklärungen herausgegeben,
die interessantesten Informationen kommen aber vor allem bei Internet-Chats
und durch Usenet-Postings ans Licht.
Gernod Schomberg hat deshalb die wichtigsten Details zu den Plönen AMIGAs,
die Vizepräsident Fleecy Moss in den letzten Wochen in zwei Chat-Runden des
Internet-Dienstes AmigaZone preisgegeben hat, zusammengetragen:
- Zur Zeit wird am Entwicklersystem gearbeitet. Die Amiga-Mannschaft
trainiert bei Tao, Entwurfarbeiten haben begonnen. Mit Hardware-Partnern
wurden Gespräche aufgenommen.
- Das Entwicklergerät wird bereits innerhalb der nächsten Monate
erscheinen. Damit geht AMIGA ein Risiko ein, denn es wird noch nicht viel
von AMIE, dem neuen Amiga, zu sehen sein, weil sich dieser ja noch in der
Entwicklung befindet, aber es wird doch etwas sein, womit man schon
arbeiten kann.
- Das Entwicklersystem kann von jedermann gekauft werden. Eingetragene
Entwickler erhalten Unterstützung. Ein Termin dafür ist vorgesehen, aber
der wird noch nicht bekannt gegeben.
- AMIGA selbst wird keine Hardware herstellen, es ist ein
Softwareunternehmen. OEM-Partner haben verschiedene Märkte ins Auge
gefasst, und jeder hat seine eigenen Vorstellungen. Die Tao-Umgebung
bietet Unabhängigkeit von der Hardware und ermöglicht es den Herstellern,
zu entwickeln, was sie wollen.
- AMIGA hofft, dass die Endkundengeräte auf x86- und PPC-Basis vor Ende des
Jahres auf den Markt kommen werden. Es sind Unternehmen interessiert, die
alle Bereiche abdecken wollen. Angestrebt werden Verkaufspreise ab 499
US-Dollar.
- AMIGA steht in Verbindung mit Herstellern für Grafikkarten, die SH4 und
ARM in Verbindung mit PVR3 im Auge haben.
(SH4 - Prozessor von Hitachi;
ARM - Allzweck-Processor;
PVR - ein NEC-Videologic-Grafik-Chipsatz, PVR2 ist in Dreamcast
enthalten. Einzigartiges Design, das Skalierung von niedriger bis
höchster Qualität erlaubt.)
- AMIE läuft über Linux, wegen dessen einmaliger Fähigkeiten, aber es wird
ein eigenes natives System sein. Bill McEwen hat mit Corels Präsidenten
gesprochen - sie sind immer noch sehr an einer Zusammenarbeit
interessiert.
- Das verwendete Realtime-OS (Echtzeit-Betriebssystem) hat einen virtuellen
Prozessor, so dass die Tao-Binärcodes auf jeder Umgebung laufffähig sind,
wo der virtuelle Prozessor läuft.
- Es bestehen gute Aussichten, dass man bald in den nächsten Computerladen
geht und Amiga-Zeug kauft, wenn das gelingt, was AMIGA vorhat. Wenn
Treiber in Java oder Taos V(irtual)P(rocessor)-Code geschrieben würden,
hätten wir diese Möglichkeit.
- Geschwindigkeit wird durch Taos transparentes Multi-Prozessor-System
geboten. Es wird nach einer Technologie gesucht, die schnelles Internet
mit voller Interaktivität bietet.
- Treiber: Das Problem könnte darin bestehen, dass AMIGA mehr Zeit damit
zubringt, Treiber zu schreiben, als das Kernprodukt zu entwickeln. Was
benötigt wird, ist ein vereinheitlichtes Treibermodell - AMIGA hofft,
dass HAVi dies ermöglichen wird. Schließlich will jeder etwas, auf dem
alle Anwendungen laufen können, gleichgültig für welches OS oder welchen
Prozessor sie geschrieben wurden.
- Es besteht die Absicht, eine Gruppe zusammenzuführen, die einen "Wunder"-
Emulator schreibt, der direkten Zugriff auf das OS und Chip-Quellen hat.
Weiterhin laufen Gespräche mit Haage & Partner über mögliche Wege, die
Abwanderung von Entwicklern wegen Hardware-gebundener APIs zu bremsen und
schließlich diese APIs in der neuen Maschine zu vereinigen. Dazu bietet
die BoXeR-Technologie eine einzigartige Gelegenheit, beide Systeme
nebeneinander laufen zu lassen. Man spricht bereits mit einem Unternehmen
an der Westküste über ein solches Projekt.
- Haage & Partner hat angekündigt, Produkte für den neuen Amiga zu schaffen
und mit AMIGA bei der Entwicklung eines Classic-Emulators
zusammenzuarbeiten.
- AMIGA hat nun ein Entwicklerteam (etwa ein Dutzend), einen Manager mit
Mannschaft (14) für die Unterstützung der Entwickler, der AAC (Amiga
Advisory Council) hat die Arbeit wieder aufgenommen, es wird versucht,
das ADN (Amiga Dealers Network) wieder in Gang zu bringen, die neue
Website ist fast fertig, und man arbeitet an etwas sehr Feinem.
- Namen werden bekanntgegeben, sobald die neue Website online gegangen ist.
Der neue Direktor für Entwickler-Unterstützung ist jemand, den alle
kennen und mögen. Mehr kann noch nicht offen gelegt werden. Auf der
Website werden alle Veröffentlichungen erscheinen.
- Es gibt neue Büroräume, ein neuer Vice President of Operations ist im
Amt, ein wirklich cooler und flotter Typ namens Vince Pfeiffer, und die
letzte Trainingsrunde in Seattle ist abgeschlossen.
- Viele Mitglieder des neu eingestellten Amiga-Teams kennen sich in
der Gemeinschaft aus, aber außer Dean (Dean "DKB" Brown) ist keiner aus
den alten Tagen dabei (und Dean ist darüber sehr ärgerlich). Warum?
Zeiten ändern sich, Pläne ändern sich, Antriebe ändern sich. Diese Leute
leben ihr Leben, haben Geld, und es muss weitergehen. Und Dean war vor
ihnen da und stand ihnen sehr nahe.
- Das AMIGA-Team arbeitet an einer formellen Entwicklungs-Pipeline, die als
Design-by-Contract (DbC) (= Entwurf mit Vertrag) arbeitet.
- AMIGA hat eine Liste von Amiga-Entwicklern, die für den Fortschritt als
strategisch wichtig angesehen werden, angefertigt und will ein Paket
zusammenstellen, um ihnen zu helfen. Der Manager für Entwickler-Support
ist eifrig dabei, das Unterstützungsprogramm zum Laufen zu bekommen. Sein
nächstes Ziel ist es, mit den Betreffenden in Kontakt zu treten.
- Freie Unterstützung geht an komerzielle Amiga-Entwickler, während Nicht-
Amiga-Firmen dafür bezahlen müssen. Den Amiga-Unternehmen soll geholfen
werden, wieder auf die Beine zu kommen.
- Es wurde bereits eine Amiga-IDe-Gesellschaft mit Tao zusammengebracht,
um einen vernünftigen Compiler zu schaffen. Ihre V(irtual)P(rogramming)-
Sprache ist sehr mächtig. Es würde auch gern eine BlitzBasic-ähnliche
Sprache gesehen, damit die "Schlafzimmer"-Programmierer und die Demo-
Szene wiederbelebt werden.
- AMIGA wird Entwicklerkonferenzen (DevCons) abhalten.
- AMIGA hat Pläne für Public Relations, und Leute in hohen Positionen
sind bereit zur Mithilfe. Aber es sollte zunächst ein Produkt vorhanden
sein. Es soll versucht werden, mit dessen Einführung den Begriff
"Digitales Leben" zu definieren. Das AMIGA-Team und die Gemeinschaft sind
ein recht kreativer Haufen. Es mangelt nicht an Ideen. Um diese Ideen
aber zu verwirklichen und weiterzuentwickeln, werden weitere Talente
benötigt.
- Bill McEwen macht sich große Sorgen wegen der Händler. Die Leute kaufen
nicht mehr, weil sie abwarten wollen, aber wir möchten ihnen klarmachen,
dass sie durchaus die Software kaufen sollen, weil wir mit Haage &
Partner zusammen arbeiten, um sicher zu stellen, dass sie auf dem neuen
Amiga läuft. Es ist kein hinausgeworfenes Geld!
- Es ist derzeit nicht vorgesehen, das AmigaOS nach PPC zu portieren.
- Es ist geplant, an die Börse zu gehen.