Leider kommt diese Ausgabe mit einer äußerst deftigen Verspätung heraus - faktisch ist eine komplett ausgefallen.
Einen Teil dieser Zeitspanne muß ich auf meine Kappe nehmen, da ich aus persönlichen (bzw. beruflichen) Gründen für eine ungewöhnlich lange Dauer kaum für den AmZeiger aktiv werden konnte. Der andere Part geht zu Lasten der HTML-Umwandlung, die durch Krankheit und Zeitmangel unseres HTML-Redakteurs verursacht wurde (und die in diesem Moment noch nicht abgeschlossen ist).
[Zusatzbemerkung zur zusätzlichen Verspätung der HTML-Ausgabe: Da unser HTML-Redakteur die Redaktion überraschenderweise plötzlich verlassen hat, mußte ich die Konvertierung zusätzlich selbst übernehmen, so daß die HTML-Seiten unglaublich spät verfügbar sind. Auf inzwischen eingetretene Ereignisse, wie die erneute Amiga-Übernahme, das Phase 5-Insolvenzverfahren etc., wird daher in der nächsten Ausgabe eingegangen, die im übrigen die letzte AmZeiger-Ausgabe sein wird; d. Chefred.]
Ja, selbst der Beta-Test in der Redaktion hat sich wieder als sinnvoll erwiesen. Ein fehlendes Anführungszeichen an einer Stelle in der Guide-Ausgabe hat bei bestimmten AmigaGuide-Datatype-Versionen zum Absturz geführt. Also kamen viele ungünstige Umstände zusammen.
Positiver Effekt (denn man soll ja allem auch etwas Positives abgewinnen! ;) ist, daß wir so auch die Gelegenheit genutzt haben, eine Messe-Zusammenfassung einzufügen. Außerdem begrüssen wir mit dieser Ausgabe auch wieder einen Coder's Corner-Redakteur in unserer Mitte: Marco Miljak nimmt sich von nun an den Bedürfnissen der Programmierer an.
Doch für unsere Interna gibt es ja auch einen eigenen Abschnitt, auf den ich für weitere Informationen rund um den AmZeiger verweise, wie z.B. die verlängerte Frist für das Preisausschreiben, bei dem es zwei "Phoenix"- Exemplare zu gewinnen gibt...
Die Home Electronics World 99, ehemals den vergleichsweise griffigen Namen "Computer 99" tragend, hat sich insgesamt vor allem für die Besucher als Flop erwiesen. Zumindest wenn man gewisse Erwartungen an sie als Messe im Wortsinn hatte. Für einen gemütlichen Plausch mit Prominenten des Amiga-Umfeldes war zumindest Gelegenheit. Anderes war nach der rasanten negativen Entwicklung der letzten Zeit wohl auch nicht zu erwarten gewesen.
Der Chefredakteur des nun eingestellten Magazins 'Amiga Plus' Gerhard Bauer hat im Amiga-Club-Forum die Vermutung geäußert, daß die Messe auf Grund hoher Verluste für den Veranstalter die letzte gewesen ist.
Die Fakten zur aktuellen Entwicklung bei Amiga habe ich bereits bei Am Puls umrissen. Einzig erfreulich, wenn auch losgelöst von den anderen Ereignissen, ist die tatsächliche Realisierung und Auslieferung des Amiga-OS 3.5 - auch wenn ich persönlich die Voraussetzung des Kickstart 3.1-ROMs für einen Fehler halte. Sogut wie alle einstmals verkauften A 1200 und 4000 wurden mit Kickstart 3.0 ausgeliefert und werden auch heute noch damit betrieben. Eine weitere Investition, neben dem eigentlichen Kauf, würde also für viele notwendig werden.
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Jim Colla ist nach acht furiosen Monaten, in denen eine 'revolutionäre' Erklärung die andere jagte, also wieder von der Bildfläche verschwunden.
Versuchte er die 'Amiga-Gemeinde' noch kürzlich von der, seiner Meinung nach, einzig vernünftigen Lösung der Verwendung von Linux für den Kern des zukünftigen Amiga-OS, zu überzeugen, so trat er nun sehr schnell und auffallend leise von seinem Posten zurück.
[Direkte Reaktionen, auch zu dem Gebahren von Amiga, auf die Linux- Entscheidung, können Sie auch in unserem Forum ALF nachlesen.]
Nachdem er so lange versuchte in fast religiöser Manier die heilige Flamme der 'Amiga-Gemeinde' am Köcheln zu halten, erscheint mir dieser Abgang merkwürdig.
Sicher wird (vertraglich) sichergestellt sein, daß er keine Details über die wirklichen Gründe ausplaudert. Einen Maulkorb, der selbst allgemeine Worte des Abschieds verhindert, kann dies sicherlich nicht darstellen. Das er genau darauf aber verzichtet oder keinen Wert gelegt hat, ist möglicherweise sehr bezeichnend - gerade, wenn man seine Art an Gefühle zu appellieren und Vertrauen zu beschwören, in Rechnung stellt.
Allgemein wird spekuliert, daß das böse Gateway-Management ihn nicht mehr schalten und walten lassen wollte, wie es ihm gefiel. Das sie gegen die Pläne von tollen Amigas waren und alles nur kaputtmachen wollten.
Möglich, daß da etwas dran ist. Aber kann es nicht auch sein, daß sich plötzlich und nicht mehr verschleierbar herausstellte, daß es sich um eine Menge Seifenblasen handelte, die nun zerplatzten? Das in diesem Zeitrahmen gar keine und schon gar nicht die gewünschten Ergebnisse realisierbar waren?
Wenn man nach dem veröffentlichten Zeitplan geht, dann müßte der Großteil der neuen Technologie bei Jim Collas Rücktritt ja schon mindestens im Beta-Stadium gewesen sein. Wer aber glaubt eigentlich ernsthaft daran, daß außer ein paar Gehäuse-Studien etwas greifbares existiert(e)?
Diese Designs waren für mich schon demaskierend genug. Sicher sind sie nicht unattraktiv - für eine Konsole oder Set-Top-Box. Aber wenn die Gehäuse für zukünftige Computer gedacht waren - wo war der Einschub bzw. Platz für das CD- oder DVD-Laufwerk? - von anderen Erweiterungen gar nicht zu sprechen.
Die für viele enttäuschenden Erklärungen des neuen Amiga-Präsidenten Thomas 'Tom' Schmidt, der die Aufgabe des NG-Projektes und Hinwendung zur Entwicklung von Internet Appliances bekanntgab, haben auch ihr Gutes: sie brachten einige auf den Boden der Tatsachen zurück. Von Amiga ist (im großen Rahmen) nichts zu erwarten! Lösungen der Misere könnten höchstens durch die (unwahrscheinliche) Bündelung der Kräfte von Drittherstellern und/oder eine neue Lizensierungs-Strategie von Amiga erreicht werden.
"Aus Ihrer Perspektive gibt es ein großes Problem. Klingt toll, aber was hat diese neue Richtung mit dem originalen Amiga zu tun? Ganz ehrlich, nichts!" Thomas J. Schmidt in einer Mitteilung an die Amiga-User
Immerhin eine erfrischende Offenheit. Wem nutzen himmelhochjauchzende Versprechungen, die niemals eingehalten werden?
Tom Schmidt steht der Lizensierung von Amiga-Technologien offen gegenüber. Wenn sich das als wahr erweisen würde, gäbe es vielleicht noch eine Chance. Mittlerweise ist die amerikanische Amiga-Zentrale aber nicht mehr zu erreichen. Es würde mich nicht wundern, wenn sie ihre Geschäftstätigkeit eingestellt hat.
Was ich schon so oft schrieb, bleibt also auch diesmal gültig:
Wie immer mit der Bitte um Unterstützung und Lesermeinungen verbleibt,
Ihr