CoolNESs

von
Peter Fischer

Vorgeschichte

Nintendo - einst als Spielkartenhersteller in's Leben gerufen, ist seit Mitte der achtziger Jahre durch den Bau von Videospielkonsolen berühmt geworden. 1985 gelang Nintendo der Durchbruch mit dem "Nintendo Entertainment System", kurz "NES". Und auf auf dieser Konsole erschienen Spiele, die es wirklich zu Weltruhm gebracht haben. Wer kennt nicht "Zelda", "Super Mario", "Castelevania" und, und, und...

Alle diese Klassiker können mit Hilfe von Emulatoren auch auf dem Amiga gespielt werden. Von den drei ernstzunehmenden NES-Emulatoren "darkNES", "A/NES" und "CoolNESs" für den Amiga, habe ich mir letztgenannten einmal näher angeschaut.

ROM's

Das Internet bietet reichhaltig NES-Spiele als ROM-Files zum Herunterladen an, aber hier sei einmal mehr angemerkt, daß die Nutzung dieser ROM-Images nur erlaubt ist, wenn die Orginal-Spiele besitzt.

Ein Tip an dieser Stelle: Das Spiel "Elite" (das Weltraum-Simulations- Handelspiel, welches einst auf dem Commodore 64 große Erfolge feierte) ist Freeware!

Systemvoraussetzungen

Zum Betrieb wird nur ein Amiga mit 68020-Prozessor, 2 MB RAM und den AGA-Chips benötigt. Ein 68030-Prozessor ist für den größten Teil der Spiele hinsichtlich der Emulationsgeschwindigkeit ausreichend, der wahre Spielspaß kommt aber erst mit einem 68040 auf.

Die Installation wird einfach und problemlos durch das beigefügte Installationsskript durchgeführt.

Eine ausführliche englischsprachige Anleitung im Amiga-Guide-Format läßt keinerlei Fragen zur Nutzung des Emulators offen. Selbst die Integration von veranschaulichenden Grafiken und eines FAQ's wurde nicht vergessen.

Die Demoversion von "CoolNESs" schränkt einige Funktionen ein, das Keyfile für die Vollversion kann beim schwedischen Autor Fredrik Olsson für 30,- DM abgefordert werden.

Cool?

Nach dem Programmstart durch Doppelklick auf das Workbench-Icon, erscheint ein kleines GUI, welches die wichtigsten Programmfunktionen enthält.

Neben dem obligatorischen "ROM laden" und "ROM starten", lassen sich hier jede Menge Einstellungen vornehmen, die neben den Steuerungsmethoden (Tastatur, Joystick und Joypad) auch die Grafik- und Soundwiedergabe optimieren. Sollte ein Spiel nicht einwandfrei laufen, empfehle ich, hier ein wenig herumzuexperimentieren.

Die Spiele selbst sollten am besten mit einem Joypad gespielt werden, denn jedes NES-Spiel unterstützt die Nutzung von zwei Knöpfen. Bei einem Ein-Button-Joystick muß zusätzlich die Tastatur zu Hilfe gezogen werden, was aber bei schnellen Action-Spielen häufig zu Problemen oder besser gesagt zum Verlust eines Lebens führt.

Zirka 70 Prozent der von mir getesteten ROMs liefen ohne Einschränkungen, 20 Prozent hatten mit Grafik- oder Soundproblemen zu kämpfen, dennoch ist man in der Lage, auch diese zu spielen. Die restlichen 10 Prozent ließen sich entweder gar nicht laden oder verursachten ein Grafikchaos.

Zur Entschuldigung von "CoolNESs" sei aber angemerkt, daß dies an dem äußerst komplexen Grafikchip des NES liegt. Zirka 80 verschiedene Grafikmodi sind mit ihm möglich. Hiermit tut sich jede Emulation, auch plattformübergreifend, äußerst schwer - als Beispiel sei hier nur "Nestickle" auf dem PC genannt.

Spielstandssicherung

Ein Spiel wie zum Beispiel "Zelda", kann man nicht an einem Stück durchspielen. Daher ist die Sicherung von Spielständen durch die Emulation lobenswert. Möglich ist das bei Spielen, die in der Lage sind einen Spielstand im ROM (per Batterie!) zu sichern. Bei CoolNESs werden dieses Spielstände dann aber selbstverständlich auf dem gewählten Datenträger gesichert.

Cheats

Für fast jedes Modul gibt es Cheat-Kombinationen, die sich auf den Orginalgeräten durch entsprechende Kombinationen und Bewegungen des Steuerpads aktivieren lassen. Diese Eingabemöglichkeit ist natürlich auch mit dem Emulator während des aktuellen Spiels möglich.

Screenshots

Ein weiterer interessanter Punkt ist das Anfertigen von Screenshots via Tastenkombination, die als IFF-Bild gesichert werden. Diese Funktion ist durch die Nutzung des Amiga-Multitaskings möglich, das auch jederzeit eine Rückkehr zur Workbench oder anderen aktiven Programmen ermöglicht.

Außerdem kann man jederzeit vom aktuellen Spiel in das GUI zurückzukehren, um dort eventuell Einstellungen zu ändern, die sich dann beim Fortsetzen des Spiels sofort auswirken.

Fazit

Die Kompatibilität zu vorhandenen NES-ROMs ist im Vergleich zu anderen Mitbewerbern (auch am PC) höher, ebenso beeindrucken die vielen Funktionen dieses Emulators. Daher kann "CoolNESs", sowie die Registrierung auf jeden Fall empfohlen werden.

Programm: CoolNESS 1.76
Status: Shareware, Preis der Vollversion: 30,- DM
Autor: Fredrik K. Olsson

Bezugsquelle: http://hem2.passagen.se/flubba/


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