Der erste Spielfilm des Musikvideomachers Tony Scott (Bruder von Ridley Scott) wurde schon gleich nach seinem Erscheinen zum Kultfilm und definierte mit seiner diffusen Beleuchtung und den photographischen Effekten für Jahre den "MTV - Look". Auch wegen der für damalige Zeiten provokativen Erotik war der Film schon vor seinem Erscheinem in aller Munde.
Miriam Blaylock (Catherine Deneuve) ist eine altägyptische Vampirin, die rastlos die Jahrhunderte mit ihren Geliebten durchstreift. Ihren jetzigen Liebhaber, John (David Bowie) hat sie im 18. Jahrhundert kennen- und liebengelernt. Doch nun, in der Gegenwart, passiert bei ihm dasselbe was bei allen ihren Partnern und Partnerinnen durch die Jahrhunderte passiert: er stirbt, aber auf eine andere Art und Weise als die Normalsterblichen. John beginnt an einem Tag in einer beeindruckenden Sequenz zum Greis zu altern.
Die beiden geraten in Panik und suchen eine Wissenschaftlerin auf, die sich mit dem Problem des Altern beschäftigt und darüber ein Buch geschrieben hat. Sarah Roberts (Susan Sarandon) und ihr Freund (Cliff de Young) arbeiten gemeinsam an einem Projekt, bei dem sie mit Tierversuchen bewiesen haben, daß es eine innere Uhr gibt und daß diese beeinflußt werden kann.
Sarah glaubt John jedoch zunächst nicht, als er sie in ihrer Praxis aufsucht, erst später kommen ihr Zweifel und sie versucht ihn zu Hause zu erreichen. Zu diesem Zeitpunkt ist es jedoch für John schon zu spät. Er liegt schon lebendig begraben mit Dutzenden von anderen, die das gleiche Schicksal erleiden wie er, im obersten Stock von Miriams Haus.
Obwohl sein Körper unheimlich alt ist, kann er nicht sterben und muß die Ewigkeit in seinem Sarg verbringen. Sarah ist sofort fasziniert von Miriam und erliegt ihrem Charme. In der wohl bekanntesten Szene des Filmes lieben sich die beiden und Miriam gibt Sarah ihr Blut, um sie zu ihrer nächsten Geliebten zu machen. Sarah saugt nun ihrem Freund das Blut aus, kann sich aber mit dem Leben als Vampirin nicht abfinden und versucht sich selbt umzubringen.
Als Miriam sie nun auch begraben will, muß sie feststellen, daß John zusammen mit den anderen Untoten Liebhabern es in seinem Sarg nicht mehr aushält. In der wohl beeindruckendsten Szene des Filmes, werfen die Untoten Miriam vom Balkon hinunter, und diese altert nun zum Greis, während all ihre Liebhaber nun endlich sterben können.
Das Ende des Filmes zeigt Sarah, die nun die neue Vampirin ist, mit Miriam als ihrem ersten untoten Opfer im Sarg ihrer schicken Londoner Wohnung.
Die schauspielerische Leistung von Catherine Deneuve ist unvergleichlich, da sie immer etwas seltsam unechtes auszustrahlen scheint, so als wäre sie auch in Wirklichkeit kein richtiger Mensch.
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Whitley Strieber und ist auf VHS in der Serie "Terror Classics" erschienen. Auch der Soundtrack von Varese Sarabande ist erhältlich. Darauf enthalten sind auch ein paar wunderschöne klassische Stücke, wie "Lakme" von Delibe und das "Trio in Es" von Schubert.
Die vielleicht für manchen etwas abstruse Story vermag durch die komplexe Erzählweise und faszinierende Machart des Filmes zu fesseln. Dieser Film war der erste Vampirfilm, der sich von dem althergebrachten Motiven (Friedhöfe, Kruxifixe, etc.) verabschiedete und damit eine Flut solcher "modernen" Vampirfilme auslöste.
Dieser Film ist meiner Meinung nach der einzig gute von Tony Scott, seine anderen Werke sind meist nur überproduzierte Projekte mit lausigem Drehbuch, wie "True Romance", "Crimson Tide", "Staatsfeind Nr. 1", oder "Days of Thunder" und einige andere.
Auch Whitley Strieber, der in den 80gern eine steile Karriere als Autor von guten Horror-Romanen machte, setzte dieser leider selbst ein Ende, indem er jetzt nur mehr langweilige Bücher über seine angebliche UFO-Entführung fabriziert.
In seinem Roman hat die Geschichte übrigens ein anderes Ende: Sarah tötet sich zwar auch aus Verzeiflung selbst, wird von Miriam aber ebenso wie ihre Vorgänger in einen Sarg verfrachtet und teilt das Schicksal derer. Miriams Kraft ist jedoch zu stark um je von irgendjemandem gebrochen zu werden, und sie lebt ihr Leben wie gehabt weiter. Der Roman besticht auch von athmosphärischen Beschreibungen ihres früheren Lebens im Altertum und ihrer faszinierend morbiden Gedankengänge.
Als spezieller Gaststar tritt die in den 80ern zum Kult aufgestiegene Band "Bauhaus" mit ihrem Song "Bela Lugosi is dead" in der Eröffnungsszene auf. Das Lied ist deshalb so passend, da Bela Lugosi in den 30ern besonders durch seine Darstellung des Grafen Dracula, also eine "altmodische" Vampirdarstellung, berühmt wurde.
Außerdem ist Ann Magnuson, in einer ihrer ersten Rollen, als Vampiropfer am Beginn in der Disco zu sehen, die später eine größere Karriere als Schauspielerin und Sängerin machte, sowie auch William Dafoe ("Body of Evidence"), der hier sein Debüt als Straßenjunge hat.
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