WBTuning-Kurs

von
Gregor Franz

Einführung:
Dieser Kurs widmet sich der Erleichterung der Arbeit mit der Workbench, der Verbesserung ihrer Funktionen und auch ihrer Verschönerung. Natürlich gibt es unzählige Programme, Patches usw., die dazu beitragen (wollen). Ich werde nicht auf alle eingehen können, hoffe aber, daß hier ein paar Anregungen und Tips dabei sein werden, die noch nicht allen bekannt sind.

Bei vielen Programmen gibt es spezielle Formen des Nutzungsrechtes. Es kann sich z.B. um Shareware, Cardware o.ä. handeln. Ich gehe darauf nicht in jedem Fall explizit ein. Eine Demoversion ist so gut wie immer frei erhältlich. Als Quelle fungiert das Aminet.

Verschiedene Funktionen sind auch in Multifunktions-Commodities integriert, im Teil 6 werde ich auf ein Beispiel hierfür eingehen.


Der Kurs setzt sich aus folgenden Artikeln zusammen:

  1. Optische WB-Verbesserung
  2. Smarte ZusatzFX
  3. Disk-Tuning
  4. Hilfreiche C-Vitamine
  5. Sonstige Helferlein
  6. Beispiel für Multicommodities: MultiCX



1. Optische WB-Verbesserung

Gleich nach der Installation der Workbench steht fest, welcher Bereich als Erstes `aufgebohrt` werden muß. Die Original-Icons, selbst bei OS 3.0 oder 3.1, sind unerträglich häßlich.

Erste Wahl dafür ist MagicWB, welches neben neuen, hübschen Icons in Pastell-Farbtönen auch neue Hintergrundmuster und Standard-Zeichensätze beinhaltet (z.B. XEN). Neben einer relativ alten und kostenfreien Demoversion ist die Version 2.0 erhältlich (30DM, Update 15DM), welche u.a. zusätzlich einen MagicWB-Demon beinhaltet, der für die richtige Farbpalette sorgt und MagicCopper, der unter AGA bestimmte Hintergrundbilder um einem Farbverläuf mit hunderten von Farbtönen erweitert.

Die wichtigste Neuerung sind aber sicherlich die ImageDrawer. Mit ihnen bekommen schon die Schubladen ein aussagekräftiges Aussehen. Die Systempartition wird vollständig zum neuen Look umgewandelt. Die Verzeichnis-Icons der anderen Partitionen kann man selbst mit vielen mitgelieferten Icons und dem kleinen Zusatzprogramm `IconUpdate` umwandeln. Dieses eignet sich im übrigen auch hervorragend für alle anderen Arten von Icons, indem man zuerst das Quell-und dann das Ziel-Icon hineinzieht, welches dann unter Beibehaltung der unveränderten Tooltypes (wichtig!) ersetzt wird.

Nach der `Schönheitsoperation` ist die Workbench kaum wiederzuerkennen. Zahlreiche Pakete mit Icon-Sammlungen im MagicWB-Stil wurden und werden veröffentlicht. Amiga-Programme werden immer häufiger schon von Hause aus mit den `magischen` Icons ausgeliefert und der MWB-Autor zeichnet auch für einen Großteil des MUI-Designs verantwortlich. Man kann sicher mit Fug und Recht behaupten, daß MagicWB zum Standard geworden ist.

Sehr vehement dagegen verwahren, tun sich die Anhänger des einzigen anderen verbreiteten WB-Icon-Verbesserungspaketes, NewIcons.

`NewIcons` ist nicht nur ein Icon-Austausch-Kit, sondern eine neue Art des Umgangs mit Icons der Workbench. Dafür muß diese allerdings gepatcht werden. Einige Vorteile stehen den Nachteilen gegenüber.

Der Umgang mit der Farbpalette wird flexibler, gerade Grafikkartenbesitzer freuen sich über die Möglichkeit wesentlich buntere Icons zu erhalten. Allerdings werden die Icon-Grafiken als Textcode in den Tooltypes eines Dummy-Icons gespeichert. Die Entschlüsselung dauert gerade bei größeren Verzeichnissen etwas länger.

Das Design der mitgelieferten Icons ist in meinen Augen sehr gewöhnungsbedürftig, nämlich quietschbunt und isometrisch. Gerade letzteres ist sicherlich ein schwieriger Stil auch für andere Hobby-Zeichner und hat eine Verbreitung in dem Umfang wie bei MagicWB erschwert. Ein großer Vorteil soll allerdings auch nicht verschwiegen werden: `NewIcons` ist Freeware, also kostenlos.

Soviel zu den großen Icon-Paketen. Nun zu anderen Tools im Zusammenhang mit Icons. Die bekanntesten, weil qualitativ hochwertigsten Zusatzicon-Pakete für MWB sind die ROMIcons von Roman Patzner, die im Moment nicht weitergeführt werden.

In 'ROMIcons 8' schlug er eine neue Farbpalette vor, die volle 16 Farben auch für MagicWB-User nutzbar machen sollte. Im Guide zu `ROMIcons 9` kann man genau nachschlagen, wie sie zu installieren sind. Es handelt sich lediglich um eine Veränderung der Werte des MagicWB-Demon. In 'ROMIcons 8' sind auch viele phantastische Beispiele für Icons dieser Palette mitgeliefert.

Mit PictIcon von Chad Randall kann man mit der ROMIcon-Palette sehr leicht Bilder zu Icons konvertieren und das mit guten Ergebnissen. Die Palette ist kompatibel zur der originalen, allerdings erscheinen manche Fremd-Icons im MWB-Format mit der ROM-Palette nun in Falschfarben. Es genügt jedoch sie mit 328, einem kleinen Hilfsprogramm, ebenfalls im PictIcon-Archiv enthalten, umzuwandeln. Übrigens wird die Palette auch in 'Iconian', wahrscheinlich dem besten Icon-Malprogramm, unterstützt.

Soviel zu den Icons. Aber da gibt es auch noch einiges mehr an Verbesserungswürdigem. Zum Ersten wären da die Cycle-Gadgets. Es ist schon störend, wenn einen hinter diesen vielleicht ein Dutzend Optionen erwarten und man sich Klick für Klick zu ihnen 'hindurchdrücken' muß (bestes Beispiel hierfür sind die Monate bei dem Zeiteinsteller der WB).

Mit CycleToMenu gibt es ein sehr nützliches und auch gut konfigurierbares Commodity von F.Giannici, welches an der Position des CycleGadgets ein Menü aufklappt, in dem man komfortabel seine Auswahl treffen kann. Selbst die Aufklappverzögerung ist hier einstellbar.

Bleiben wir gleich bei den Menüs. Der bekannteste Vertreter der Gilde der Menüverbesserer ist MagicMenu, dessen aktuelle Versionen neuerdings von Olaf Barthel (Term) programmiert werden.

Das Design ist mit den neuen Versionen edel geworden und die Konfigurationsmöglichkeiten üppig. Nicht nur eine Designsveränderung der Standard-WB-Menüs ist Aufgabe von MagicMenu. Es kann ebenso PopUp-Menüs darstellen. Das heißt, daß an der jeweiligen Mausposition bei Druck der rechten Taste ein Menü aufklappt wird, aus dem gewählt werden kann.

Kleiner Tip am Rande: In der Anleitung wird davor gewarnt, die Option 'Nicht blockierend' auszuschalten, da es sonst zu Hängern kommen kann und außerdem das' Multitasking bei Menüoperationen nicht ausgeschaltet wird (was z.B. ansonsten als Blockierung jeder Bildschirmausgabe bei Menüaktivierung sichtbar wird). Bei großen Menüs wird das ganze Handling aber sehr träge, was den Nutzen deutlich schmälert. Bei mir traten im Test keine Probleme auf, wenn diese Option deaktiviert war.

Bleiben noch die Proportional-Gadgets (z.B. im Exchange der WB verwendet). Um diese auf schönes 3D-Design 'umzupolen', benötigt man Prop3D, welches man mit mehreren Optionen in ENVARC: seinem Geschmack anpassen kann. Sogar XEN-Design (wie bei MagicWB/MUI) ist enthalten.

Einige Elemente der Workbench, die immer wieder ins Auge fallen, sind aber gleich geblieben. Die Systemgadgets der Fenster und Schirme z.B. für Schliessen, Größe verändern, etc.. Dafür gibt es SysIHack. Ein Patch, der schon in der StartUp-Sequence aufgerufen werden muß und diesen Elementen einen professionellen 3D-Look gibt.

Im selben Atemzug muß man sicherlich Urouhack von Tinic Urou (TinyMeter) nennen, welches auch noch die Möglichkeit der Einbindung von eigenen Designsets an dieser Stelle bietet und zusätzlich auch u.a. normale Requestergadgets ins XEN-Design umwandelt. Besonders deutlich wird diese Veränderung z.B. bei SnoopDos oder normalen ASL-Requestern.

Requester sind auch das Stichwort. Denn mit ARQ, den animierten Requestern, bekommen viele Standardmeldungen, wie 'Diskette wieder in Floppy einlegen' u.ä. eine kleine Animation neben den Text. Ein netter Gag, aber das Design ist Geschmackssache.

Das war schon ein ziemlicher Rundumschlag. Nun daher zu ein paar spezielleren Extras. Wie etwa Background, einem kleinen Programm, das es ermöglicht, jedem Workbench-Fenster oder jeder Fenster-Sorte (z.B. Disk-Fenster) seinen eigenen Hintergrund anzeigen zu lassen. Bis jetzt wird die Konfiguration zwar noch recht unkomfortabel über ein Text-Prefsfile gelöst, indem man als Erkennungsmuster einen Teil des Fenstertitels angeben muß, aber wer auf die Möglichkeit wert legt, wird sich damit herumschlagen.

Die Tolle Uhr gehört sicher zu den besten WB-Analoguhren. Ihr Aussehen ist äußerst flexibel zu konfigurieren und sie bietet auch einen Alarm. In MagicWB wird eine spezielle Konfig. mitgeliefert, die zum MWB-Outfit besonders gut paßt.

Um jetzt noch einen letzten Tupfer auf Ihr, hoffentlich besonders schönes WB-Hintergrundbild zu setzen, brauchen wir BlueEyes. Sie gehören zu den besten, den Mauszeiger verfolgenden, Augen für die Workbench. Nicht nur Paare, auch einzelne Augen lassen sich plazieren und können in den neueren Versionen auch mit dieser Position gespeichert werden. Wenn der Mauszeiger schließlich eine zu lange Pause macht, so schlafen sie ein.

So, das waren einige der wichtigsten Workbench-Verschönerungs-Tips, denn: bei einem bißchen Ästhetik am Arbeitsplatz (unserer Werkbank) macht das Ganze nochmal so viel Spaß. :) Wir sehen uns bei 'Smarten ZusatzFX' in der nächsten AmZ-Ausgabe.


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