um 500 Gründung des Frankenreiches durch Chlodwig, wel- ches große Teile des heutigen Deutschlands und Frankreichs umfaßte 747 - 814 Kaiser Karl der Große war der bedeutendste fränkische Herrscher 843 Vertrag von Verdun bewirkte den Zerfall des Fränkischen Reiches in Westfranken (heutiges Frankreich) und Ostfranken (heutiges Deutsch- lan) sowie Italien, Burgund und Provence 919 Machtübernahme durch König Heinrich I., der die Stammlinie Karls des Großen ablöste 936 Otto I. wird in Aachen zum König gekrönt; er gilt als Begründer des Heiligen Römischen Reiches, welches das heutige Deutschland, Italien und Burgund umschloß ab 1254 Beginn des Zerfalls des Hl. Römischen Reiches Verschiebung des politischen Machteinflusses vom Kaiser auf die Landesherren, welche das deutsche Oberhaupt auf den Thron "wählten". Im Spät-Mittelalter war der Kaiser nur noch der Erste unter den Gleichgestellten. 16. Jh. Reformationsbewegung, die mit den Protestanten eine starke Opposition gegenüber der katholischen Kirche und dem amtierenden König Karl V. hervor- brachte. Die lutheranische Konfession wurde nach dem Augs- burger Religionsfrieden von 1555 fortan in allen protestantisch regierten deutschen Ländern aner- kannt. Die Instabilität des Deutschen Reiches nahm durch die Reformationsbewegung und ihren Auswirkungen (Aufstände der Bauern und Handwerkergesellen) immer mehr zu. 1618-48 Dreißigjähriger Krieg 1648 Westfälischer Frieden mit der Anerkennung von etwa 300 deutschen Bistümern, Fürstentümern und freien Städten - weitere Zersplitterung des Reiches 1712-86 Aufstieg Preußens zur militärischen Großmacht unter Friedrich dem Großen 1806 Kaiser Franz II. mußte die Kaiserkrone niederlegen 1807 Beitritt der meisten deutschen Kleinstaaten zum Rheinbund (unter französischem Protektorat) 1814/15 Wiener Kongreß - Bildung des Deutschen Bundes, einer losen Vereinigung von 39 unabhängigen Staaten unter österreichischer Vorherrschaft 1834 Entstehung des Deutschen Zollvereins, der einen einheitlichen Binnenmarkt schuf und auch die Vor- machtstellung Preußens stärkte 1866 Österreichisch-Preußischer Krieg, in dessen Folge Österreich aus dem Deutschen Bund ausgeschlossen wurde 1870-71 Preußisch-Französischer Krieg Preußen erlangte in der Folge eine Vormachtstellung in Europa ab 1875 Bildung eines vereinigten Deutschlands unter dem deutschen Kanzler Otto von Bismarck -> Streben nach einem Kolonialreich 1914 Ermordung des österreichischen Erzherzogs Franz- Ferdinand in Sarajevo führte zum 1. Weltkrieg 1914-18 1. Weltkrieg zwischen Deutschland, Italien und Österreich-Ungarn auf der einen und Frankreich, Großbritannien und Rußland auf der anderen Seite 1918 Versailler Vertrag: Deutschlands Niederlage führte zur Abschaffung der Monarchie und zur Besetzung des Ruhrgebietes durch Frankreich. Ebenso mußten umfang- reiche Raparationsleistungen an die Siegermächte ge- leistet werden Feb. 1919 Verabschiedung einer neuen Verfassung Nov. 1919 Ausrufung der Weimarer Republik unter Philipp Scheidemann 1923 Entstehen einiger extremistischer Parteien infolge der schlechten Wirtschafts- und Soziallage (steigen- de Inflation) 1926 Eintritt Deutschlands in den Völkerbund 1929 Weltwirtschaftskrise (Schwarzer Freitag) führt einem Zusammenbruch der Wirtschaft und Massenarbeitslosig- keit 30.1.1933 Adolf Hitler als Führer der NSDAP wird Reichskanzler Okt. 1933 Austritt aus dem Völkerbund 1935 Einführung der allgemeinen Wehrpflicht 1936 Besetzung des Rheinlandes 1938 Einmarsch in Österreich März 1939 Überfall auf die Tschechoslowakei 1.9.1939 Angriff auf Polen 1933-45 Ausschaltung der meisten politischen Gegner der Hitler-Diktatur Ermordung von Millionen Juden, Polen, Russen, Sinti und Roma 1939-45 Zweiter Weltkrieg: Nach anfänglichen großen Gebietsgewinnen (u.a. Frankreich, Polen, Rußland) wurde die deutsche Wehr- macht von den Allierten (Großbritannien, USA, Frank- reich, Rußland) vernichtend geschlagen. 8.5.1945 Kapitulation: Deutschland und seine Hauptstadt Berlin werden in vier Besatzungszonen aufgeteilt 1947 Ausweisung Millionen Deutscher aus Polen Anschluß des Saarlandes an Frankreich Mai 1949 Verabschiedung der Verfassung (Grundgesetz) 14.8.1949 Wahl des ersten Bundestages in der (späteren) BRD Konrad Adenauer wird erster Bundeskanzler Theodor Heuss wird erster Bundespräsident 7.9.1949 Zusammenschluß der britischen, französischen und amerikanischen Besatzungszone zur Bundesrepublik Deutschland (BRD) sowie Westberlin 7.10.1949 Ausrufung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) in der sowjetischen Besatzungszone Wilhelm Pieck wird erster Staatspräsident 1950 Bestätigung der Oder-Neiße-Linie als endgültige deutsch-polnische Grenze im Rahmen des Görlitzer Abkommens 1952 Neugliederung der DDR in 14 Bezirke sowie der Hauptstadt Berlin (Ost) Juni 1953 Blutige Niederschlagung der Arbeiteraufstände in der DDR mit sowjetischer Hilfe 1955 Abschluß der Pariser Verträge Beitritt der BRD zur WEU und zur NATO Ende des Besatzungsregimes durch die Allierten Anerkennung der DDR als souveräner Staat durch die Sowjetunion 1956 Einführung der allgemeinen Wehrpflicht (BRD) Beitritt der DDR zum Warschauer Pakt 1957 Beitritt des Saarlandes als eigenständiges Bundes- land zur BRD 1959 Heinrich Lübke wird Bundespräsident 1960 Walter Ulbricht wird Staatratsvorsitzender (DDR) 1961 Errichtung der Berliner Mauer als Ergänzung zum Sperrgürtel an der Deutsch-Deutschen Grenze 1963 Vertrag über deutsch-französische Zusammenarbeit Ludwig Erhard wird Bundeskanzler 1966-69 Regierung einer Großen Koalition (CDU/CSU und SPD) mit Kurt-Georg Kiesinger als Bundeskanzler und Willi Brandt als Vizekanzler 1968 Die zweite Verfassung erklärt die DDR endgültig zu einem sozialistischen Staat unter Führung der SED. 1969 Willi Brandt wird Bundeskanzler einer sozial- liberalen Koalition Gustav Heinemann wird Bundespräsident 1970 Verträge mit der Sowjetunion und Polen über Gewalt- verzicht und Zusammenarbeit 1971 Viermächteabkommen sowie Post- und Transitabkommen (Ermöglichung des Transitverkehrs von und nach West- berlin) zwischen BRD und DDR 1972 Verkehrsvertrag und Grundvertrag zwischen BRD und DDR 1973 Aufnahme in die UNO 1974 Walter Scheel wird Bundespräsident Helmut Schmidt wird Bundeskanzler 1976 Erich Honecker wird Staatsratsvorsitzender (DDR) 1979 Karl Carstens wird Bundespräsident 1982 Christlich-liberale Koalition löst die sozial- liberale Koalition ab Helmut Kohl wird Bundeskanzler 1984 Richard von Weizsäcker wird Bundespräsident um 1986 Zunahme der Unzufriedenheit in der Bevölkerung der DDR wegen zunehmender Versorgungsmängel und Wider- stands der SED-Führung gegen die Reformpolitik Michael Gorbatschows 1989/90 Friedliche Revolution in der DDR führte zu tief- greifenden politischen Umwälzungen und zur Ent- machtung des SED-Regimes 3.10.1990 Wiedervereinigung Deutschlands (Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland) 1994 Roman Herzog wird Bundespräsident 27.9.1998 Wahlsieg der SPD unter der Führung von Gerhard Schröder in der sogenannten "Jahrtausendwahl" Helmut Kohl verliert nach 16 Jahren sein Amt als Bundeskanzler und tritt auch als CDU-Vorsitzender zurück ##