Page Design

Auch dieser Workshop verdient eine Fortsetzung und heute werden wir uns detaillierter mit eingebundenen Grafiken befassen. Beginnen wir mit der Ausgewogenheit der Seiten.

Bei der Gestaltung von Web-Seiten geht es hauptsächlich darum abzuwägen, wie sich ihr Aufbau mit Hilfe von Grafiken und beweglichen Bildern im Verhältnis zur Leistungsfähigkeit der unterschiedlichen Verbindungen verhält. Manche Homepages oder Menüseiten ähneln in ihrer Funktion eher den Umschlagseiten eines Buches oder eines Magazins. Es geht jedoch vielmehr darum, den Leser mit einer Kombination von beschreibendem Text und interessanten Grafiken, die auf die Themen Bezug nehmen, in die Seiten hineinzuziehen.

Das effizienteste Design für den herkömmlichen Internet-Benutzer, der sich über Modem in das Netz einwählt, besteht aus einem sorgfältigen Text- und Link-Layout mit relativ wenigen kleinen Grafiken. Solche Seiten lassen sich rasch laden, selbst wenn der Zugriff mit einem 28.8 kbps-Modem über SLIP- oder PPP-Leitungen erfolgt. Trotzdem können sie eine gute grafische Wirkung haben.

Bildschirmausschnitt einer Webseite Der Bildschirm ist kleiner als eine gedruckte Seite, kleiner als Bücher oder Magazine. Dieses Wissen muss unbedingt im Vordergrund stehen. Weiter soll nicht vergessen werden, dass eine Untersuchung ergeben hat, dass nur 10% der Websurfer die Seiten weiterscrollen. Ein sehr häufiger Fehler in der Seitengestaltung besteht darin, die Breite der Seitengrafik über den Bereich hinaus auszudehnen, den die meisten Benutzer auf ihren 14 oder 15 Zoll-Bildschirmen sehen können. Grafiken sollten nicht mehr als 535 Pixel breit und 320 Pixel hoch sein. Selbst wenn in der Regel große Bildschirme benutzt werden, weist das typische Browser-Fenster eine normierte Fenstergröße auf, die auf kleinere Monitore abgestimmt ist.

Im letzten Workshop bin ich schon einmal auf die Abmessungen eingegangen und habe ein Gitternetz als Arbeits-Background beigelegt. Hier also nochmals die Maße, die gepflegentlich eingehalten werden sollten.

Größe einer Webseite

Das derzeitige Hypertext Markup Language (HTML) bietet nicht die Flexibilität und die Kontrollmöglichkeit, die im Allgemeinen von Seitenlayout-Software oder von konventionellen Multimedia-Werkzeugen herkömmlicherweise erwartet wird. Trotzdem kann die HTML-Sprache bei sorgfältiger Anwendung dazu benutzt werden, komplexe und gleichzeitig hoch funktionelle Informationssysteme zu erstellen. Bei unsachgemäßer oder inkonsequenter Verwendung jedoch können die typografischen Steuerungen und Inline-Grafiken der World Wide Web-Seiten zu einem zersplitterten, verworrenen Chaos führen, dem jede erkennbare Hierarchie fehlt. Dieser unglückliche Patchwork-Effekt eines unzusammenhängenden WirrWarrs von Grafiken und Text führt zu einer verschlechterten Nutzbarkeit und Lesbarkeit wie es auch bei gedruckten Dokumenten zu beobachten ist. Ein sorgfältig aufgebautes Design-Gitternetz, das über eine Gruppe von Seiten hinweg konsequent implementiert wird, hilft den Benutzern, die gewünschten Informationen schnell aufzufinden und stärkt gleichzeitig die Annahme, eine mit Bedacht organisierte Sammlung von Informationen vor sich zu haben:

Größe einer Webseite

Da gerade erst über Farben auf dem Computer Beiträge erschienen waren, möchte ich an dieser Stelle nur noch ein paar Worte über die Grafikformate verlieren. In der Praxis bevorzugt ein Großteil der User für die meisten Elemente der Seitengestaltung das GIF-Format, wenn schwarze Striche und scharfe Kanten gefordert sind. Das JPEG-Format wird hauptsächlich für Fotos, komplexe fotorealistische Illustrationen usw. verwendet, bei denen die Kompressionswerkzeuge des JPEG-Prozesses die Bildqualität nicht zu stark beeinträchtigen.

GIF: Beispiel für GIF

JPG: Beispiel für JPEG

Welche Art des GIF-Formates genommen wird, spielt heute fast keine Rolle. Die konventionelle GIF-Grafik lädt sich Pixel für Pixel. Die Browser zeigen den schrittweisen Aufbau jeder Zeile des Bildes auf dem Bildschirm an. Bei Interlaced GIF-Dateien werden die Bilddaten in einem Format gespeichert, die es den Interlaced GIFs unterstützenden Browsern ermöglichen, mit dem Aufbau einer niedrig auflösenden Version des Original-GIF-Bildes auf dem Bildschirm zu beginnen, während die Datei noch übertragen wird. Dieser Animationseffekt vom verschwommenen zum scharfen Bild einer Interlaced GIF-Datei ist optisch sehr ansprechend. Der wichtigste Vorteil dieses Ineinandergreifens besteht jedoch darin, dass es einen schnellen Vorausblick auf den vollen Bildbereich ermöglicht. Dieser Ansichtseffekt kann allerdings irreführend sein. Interlaced GIFs laden sich nicht schneller als herkömmliche GIFs. Man hat nur diesen Eindruck, weil das verschwommene Vorabbild schnell zu sehen ist.

Interlaced GIF

Für dieses Mal sollen meine Ausführungen mal wieder reichen. Sollten Fragen auftauchen, meine Anschrift steht unten im Kasten.


Autor:   Wolf Zimmer      E-Mail: wozim@t-online.de
Homepage: http://home.t-online.de/home/wozim und http://www.chiemgau.com/apc&tcp/members/wolf

Bilder und manche Textpassagen sind dem YALE-Web-Style-Guide der Autoren Patrick Lynch und Sarah Horton entnommen.