Zum Thema NG Amiga:

Ich denke mal, so traurig es ist, hierzu erübrigt sich wohl jede weitere Diskussion. Wer es noch nicht weiß: Der NG Amiga ist eingestellt, kommt nicht, ist tot, vergessen, Geschichte, aus, Ende, vorbei. Die Schlechteste Nachricht, die von Gateway kommen konnte kam. Und jetzt? Jetzt steht man da, das letzte Fünkchen Hoffnung begraben. Um einen herum wechseln viele zum PC über. Einige wenige hoffen noch auf die PPC-Schiene (um ehrlich zu sein, ich nicht :().
Einige hoffen auf neugegründete Kräfte wie das Phönix Konsortium. Wieder andere hoffen auf den Amirage von Phase 5.

Und ich? Ich weiß nicht was ich noch hoffen soll. Die Zukunft sieht so düster aus wie schon lange nicht mehr.
Ich erinnere mich noch gut, als Gateway Amiga aufgekauft hat dachten alle: "Etwas besseres konnte dem Amiga nicht passieren." Was dann folgte war ein einziger Riesenhaufen Scheiße!
Zuerst wurden die PPC-Amigas abgewürgt, dann wurde von Jeff Schindler ein Super Computer versprochen. Und es hieß, etwas besseres könnte gar nicht passieren.
Lange Zeit nur heiße Luft. Dann kam Jim Collas, und obwohl er die Pläne ein wenig herrunterschraubte wirkte er glaubwürdig und Menschennah. Er war der einzige der etwas getan hat. Und es hieß, etwas besseres könne dem Amiga gar nicht passieren.
Rückblick. Es begab sich im Jahre 1994 (oder war es 93?) das der Gigant Commodore fiel. Ein Riesenunglück, natürlich, und doch sahen einige den Lichtblick. Ich meine mich zu erinnern, das Hans Ippisch von der Amiga Games meinte, etwas besseres hätte gar nicht passieren können.
Rückblickend geradezu zynisch. Dann kam ein Flop nach dem anderen, zuerst Viscorp. Diese Idioten wollten quasi dasselbe machen, wie Gateway jetzt (sofern die überhaupt noch irgendwas machen werden). Settop Boxen. Zum Glück hatten sie kein Geld.
Dann kam Escom. Diese Jungs hätten evtl. den PPC-Amiga unterstützt, hätte man ihnen ein bischen mehr Zeit gelassen. Aber dann hatten sie auch kein Geld mehr.

Und jetzt? Jetzt hat Gateway Jim Collas entlassen. Wir werden die genauen Hintergründe vieleicht nie erfahren. Dann haben sie den MCC gecancelt. Wir werden wohl nie erfahren, wie er ausgesehen hätte, ob sie schon was daran getan hätten, und was er für einen Prozessor hatte. Aber wenn jetzt einer sagt, das dem Amiga eigentlich nichts besseres passieren könnte, dem drehe ich eigenhändig den Kopf auf den Rücken, das sag ich euch.

Ich gebe zu, ich war anfangs kein Freund dieser NG-Geschichte. Aber man ist ja nicht stur festgelegt. Wie die Zeit verging erkannte auch ich, das der Amiga komplett neue Hardware benötigt, und das man nicht nur Fremdhardware klauen kann.
Ich gebe zu, Anfangs glaubte ich Jim Collas nicht, und hielt ihn nur für einen Sprücheklopfer, wie so viele vorher. Aber dann vergingen die Wochen, und ich erkannte, das dieser Mensch es draufhat.
Und jetzt? Gerade in dem Moment, wo ich mich wirklich auf den NG-Amiga freute, und auch schon daran glaubte, daß er erscheinen wird, kommt diese Scheißfirma von Gateway daher und macht alles platt.

Wie soll es nun weitergehen? Ich habe mit einigen Leuten geredet, und einige meinen, es lohne sich nicht, weiter auf ein totes System zu setzen. Einige Leute haben ihre Softwareprojekte aufgegeben, andere sind oder wollen ganz zu einem anderen Computer wechseln. Hierzu sei zunächst gesagt, das der Amiga rein faktisch schon sehr viel länger ein "totes System" ist. Mag sein, das dieses Statement von Gateway vielen auch noch das letzte bischen Hoffnung genommen hat, aber eines sage ich euch: Jeder sollte einmal für sich überlegen, wofür er seinen Computer benützt. Und dann sollte er sich einmal fragen, ob ihm dafür nicht auch noch sein derzeitiger Amiga reicht. Ich sehe ehrlich gesagt keinen Sinn darin, den Computer zu wechseln, solange es keine wirklich brauchbaren Alternativen gibt. Der PC ist scheiße, das wissen wir alle. Wie schlecht er ist, wird vielen noch gar nicht bewußt, solange sie nur an der Oberfläche kratzen. Aber er ist schlecht. Grottenschlecht. So ein System käme mir nur ins Haus, wenn sie mir den Amiga aus meinen kalten, toten Händen gerissen haben.

Der Mac wird von sehr vielen Leuten als Alternative angesehen. Allerdings wird auch hier meistens übersehen, das er keineswegs absturzsicherer als Windows ist. Er ist vom Aufbau her auch nicht besser. Er ist undurchsichtig, bevormundent, und irgendwie nicht mein Ding.

Die einzige Alternative, die ich für mich persöhnlich sehe sind Unix Systeme. Sei es das populäre Linux, oder eine Althergebrachte Unix/NetBSD Compilation. Das mag nicht jedermanns Sache sein, meine im Moment auch nicht. Aber ich sehe nicht ein, zu einen Computersystem zu wechseln, auf dem sich die größten DAUs unserer Erde tummeln. Und zu Unix sei gesagt, das ich hierfür nicht einmal neue Hardware anschaffen müßte. Zu Linux sei vieleicht gesagt, daß es sehr vielversprechend ist, und im Moment auf den sagenumwobenen Transmeta umgesetzt wird. Vieleicht doch Aussicht auf eine neue Hardware? Wer weiß....

Ich schließe diesen Artikel, der eigentlich ein Hetz und Haßartikel gegen Gateway werden sollte, mit dem folgenden Aufruf:
Verkauft nicht blind euren Amiga! Der Amiga ist dann tot, wenn ihn keinerlei User mehr unterstützen. WIR sind der Amiga, und wir können sein Andenken bewahren. Und solange mir mein Mainboard nicht unter den Händen wegstirbt werde ich auch nicht aus Frust ohne nachzudenken zu einem anderen Computersystem wechseln. Dafür ist später noch Zeit genug. Ihr verliert nichts, wenn ihr noch ein/zwei Monate länger abwartet, was sich tut.

Hail Amiga! Fuck G*teway!


Markus Castro