1. Der Ochse hat ein Brett vorm Kopf
2. Wenn das schwarze Schaf nach seinem Vater schlägt
3. Kein Geistlicher nimmt jemand ins Gebet
4. Warum ein Pechvogel Pechvogel heißt
5. Wenn einer das Schwein hat
6. Wer sich einen Ast lacht
7. Wer stets der Vogel abschießt
8. Wenn einer durch die Blume spricht
Daß Lachen so gefährlich ist! Auf dem ersten Blick scheint es ja nicht so
schlimm, sich einen Ast zu lachen. Schließlich kann man sich ja drauf
setzen und mit den Beinen baumeln. Ganz schön gemütlich! Doch vorsicht! Der
Ast am Baum ist bei dieser Redewendungnämlich gar nicht gemeint. Bei "Ast"
ist vielmehr an eine seit Jahrhunderten im Volksmund übliche übertragene
Bedeutung gedacht, an den Buckel, den ein Mensch haben kann. Wer heftig
lacht, zieht ja oft seinen Kopf ein und beugt seinen Körper dabei so, daß
er buckelig erscheint. Sich einen Buckel anzulachen, ist eigendlich gar
nicht so komisch - oder?
Manche sagen, daß sie sich ein Loch in den Bauch lachen. Das kommt dann
daher, daß man sich den Bauch hält, weil er durch starkes Lachen manchmal
weh tut. Weil ein Frack gerade an der Stelle, die man sich dabei hält, um
sich "kein Loch" zu lachen, ein Loch hat, kann man auch diesen Sprüch
hören: Sich einen Frack lachen.
Wer viel lacht, meist munter und vergnügt ist, von dem sagt man: Er freut
sich wie ein Schneekönig. Dabei denken wir nicht etwa an irgendeine
fröhliche Märchenfigur, sondern an den kleinsten unserer Vögel, an den
Zaunkönig, der oft auch Schneekönig genannt wird. Der nämlich trällert auch
im härtesten Winter sein vergnügtes Lied.
Hat einer eine ganz besonders freudige Überraschung erlebt, kann es sein,
daß er ganz aufgeregt, wie von Sinnen ist. Dann sagt man: Er ist aus dem
Häuschen. Wahrscheinlich kommt dieser Ausdruck aus der Zeit, in der man in
vielen Städten kleine "Tobhäuschen" für Leute hatte, die geistesgestört,
tobsüchtig waren. Sie sollten dort leben, ohne andere zu gefährden. Gelang
einem von ihnen auszubrechen, so führte er sich in der Öffendlichkeit
sicher ein wenig befremdlich auf. Und so folgerte man gewiß etwas voreilig,
wenn einer wie "von Sinnen" war, er sei "aus dem Häuschen".
Mancher, der allzu übermütig erscheint, hat einen Kraftüberschuß,mit dem er
nichts Vernünftiges anzufangen weiß. Lächelnd sagt dann vielleicht jemand:
Ihn sticht der Hafer! Hafer ist Kraftfutter. Wer viel Kraftfutter zu sich
nimmt, ohne mit körperlicher Leistung viele Kalorien zu verbrauchen, der
muß ja Kräfteüberschuß haben, Naja, und weil Haferkörner ziemlich spitz
sind und also stechen können, sagt man dann eben ihn steche der Hafer.
Das genaue Gegenteil von übermütiger Freude, da einen der Hafer zu stechen
scheint, da man ganz aus den Häuschen ist, ist die Trübsal, bei der man
stumpfsinnig und untätig ist. Der Volksmund hat auch da ein hübsches Bild
bereit: Er hat sich Grillen gefangen. Früher glaubte man offenbar, daß sich
Grillen Eingang in unser Gehirn verschaffen könnten und daß sie dort ihr
eindringliches monotones Lied zirpen könnten, bis man ganz stumpfsinnig
wird und in diese halbverwunschene schläfrige Verfassung stumpfsinnigen
Brütens verfällt.
Erdacht von Karin Mönkemeyer, zur NoCover gebracht von Borbarad alias Thomas Weber