Metal Corner by Kilian Servais

Metal Corner 10/99

Vorwort
News
CD Reviews
Konzertbericht (Savatage & Guests)
Interessante Lyrics
Tourdaten
Top 10
Abschließend


Vorwort

Moin!

Auch diesen Monat darf ich Euch wieder zu einer neuen Ausgabe der Metal Corner begrüßen. Letzten Monat hatte ich etwas wenig Zeit, so daß u.a. der Konzertbericht nicht so umfangreich ausgefallen ist, wie ich es mir ursprünglich gedacht hatte. Ist aber auch egal, denn schließlich gibt`s auch diesen Moant wieder die Vollbedienung mit News, Charts, CD Reviews und noch vielem mehr. Stay Hard,

Kilian "The Bruce" Servais


News


CD Reviews

Luca Turilli: The Ancient Forest Of Elves

Rhapsody Fans werden bei dem Namen "Luca Turilli" aufmerksam aufhorchen; immerhin ist er der Gitarrist & Songwriter bei den äußerst erfolgreichen Fantasy Metallern von Rhapsody. Und mit "The Ancient Forest Of Elves" präsentiert er seine erste eigene Single für das bald kommende Album "King Of The Nordic Twilight". Und, wie sollte es auch anders sein, schlägt diese Single genau in die selbe Kerbe wie Rhapsody. Geboten wird also auf dieser Single Melodischer Power Metall mit klassischen Intsrumenten der sehr schnell ins Ohr geht. Als Anhaltspunkte kann man sicherlich die Songs "Emerald Sword" oder "Warriors Of Ice" (beide von Rhapsody) anführen. Die Besetzung ist zwar eine etwas andere (an den Vocals ist der bisher unbekannte Olaf Hayer, der einen excellenten Job hingelegt hat, zu hören, Mastermind Luca Turilli zupft natürlich die Gitarre und für alles andere ist die Heavens Gate Crew verantwortlich), aber trotzdem gibt es keinen nennenswerten Unterschied zur musikalischen Richtung von Rhapsody. Wie oben schon geschrieben sind die 3 Tracks auf dieser Single Ohrwürmer in Perfektion (besonders "The Ancient Forest Of Elves") und brauchen sich qualitätsmäßig nicht hinter Rhapsody zu verstecken. Somit ist auch das Vorurteil wiederlegt, daß es sich bei der Solokarriere nur um B-Ware (bzw. Songs) handelt - das kann ich, aufgrund dieser Single, absolut nicht bestätigen. Jeder Rhapsody Fan muss zugreifen und alle jene, die auf melodischen Metal (Gamma Ray etc.) stehen sollten unbedingt mal reinhören.

Fazit: ---

HammerFall: I Want Out - Single

Um die Wartezeit auf das nächste Studioalbum zu verkürzen (erscheint 2000) haben die Pioniere des True Metals eine neue Single veröffentlicht, die drei Tracks enthält:

1. I Want Out

2. At The End Of The Rainbow

3. Man On The Silver Mountain

Special: Multimedia Teil

Aber fangen wir vorne an: Bei I Want Out handelt es sich, wie einige sicherlich schon erkannt haben, um eine Coverversion des Helloween Krachers, der seinerzeit auf "Keeper Of The Seven Keys-II" veröffentlicht wurde und von Kai Hansen komponiert wurde. Eben dieser Kai Hansen hilft auch bei dieser Coverversion an den Vocals und der Gitarre aus, was dem Song eine etwas eigenständigere Marke verleiht. Die Vorlage wird zwar nicht erreicht, aber einige nette Änderungen machen diese Coverversion trotzdem hörenswert. Übrigens: Auch Udo Dirkschneider (ex-Accept) steuerte Backing Vocals bei....

Der zweite Track At The End Of The Rainbow stammt vom letzten HammerFall Album "Legacy Of Kings" und zählte meiner Meinung nach nicht zu den Highlights des Albums.

Und dann wäre noch eine weitere Coverversion des Dio Klassikers "Man On The Silver Mountain", der in der selben Form auch auf dem kürzlich fertiggestellten Sampler "Holy Dio - A Tribute To Dio" erschienen ist. Eine ebenfalls gute Coverversion, die überzeugen kann. Den Multimediateil kann man sich ebenfalls zu Gemüte fühen, denn immerhin befindet sich darauf ein Video zur Überballade "Glory To The Brave" vom Debutalbum. Dieser Film liegt sowohl in MPG als auch AVI vor, was also auch das Abspielen auf (schnelleren) Amigas möglich macht.

Diese Single ist sicherlich nicht übel. Zwar sind zwei neue Tracks nicht sonderlich viel und der Multimediateil ist auch nicht der Überflieger, aber im großen und ganzen kann diese Single jedem HammerFall Fan empfohlen werden. Auch ältere Helloween Fans sollten wegen der Coverversion für 12 DM zugreifen!

Fazit: ---

Iron Savior: Interlude

Das letzte Iron Savior Output "Unification" ist gerade mal 9 Monate alt, da erscheint mit "Interlude" schon eine weitere CD der Mannen um Piet Sielck. Wer aber nun glaubt, daß "Interlude" ein komplett neues Studioalbum sei, der irrt sich gewaltig: Vielmehr stellt "Interlude" eine Compilation aus 5 Live Tracks, 4 brandneuen Songs, einer Coverversion (Judas Priest`s "Desert Plains") und einem Video Clip dar. Bei den Live Versionen handelt es sich allesamt um Tracks, die vom 1997 erschienenen Debut Album "Iron Savior" stammen und auf dem letztjährigen Wacken Open Air mitgeschnitten wurden; Selbstverständlich hat man nur die Highlights des ersten Albums Live gespielt, so daß Fans in den Genuss von kraftvollen Live Versionen von "Iron Savior", "Brave New World", "Watcher In The Sky", "Riding On Fire" und "For The World" kommen. Aber auch die 4 neuen Studiotracks, allem voran "The Hatched Of War", haben es in sich und stehen auf dem mitlerweile bekannten hohen Iron Savior Niveau. Aber als ob das noch nicht genügend Kaufanreit wäre, lassen es Iron Savior mit dem Priest Cover "Desert Plains" am Ende nochmals richtig krachen. Abgerundet wird das ganze von einem Multimedia Teil für PC`s und Mac, der ebenfalls als gelungen zu bezeichnen ist (Amiga User müssen auf einige Extras verzichten). Insgesamt kann man "Interlude" als Pflicht für Fans des Deutschen Power Metals bezeichnen und eines ist "Interlude" garantiert nicht: Der Versuch, mit möglichst viel übrig gebliebenen Material nochmals das Kapital einer Full Price CD zu schlagen!

Fazit: 10 von 10 Punkten


Konzertbericht (Savatage & Guests)

Am 20.8.99 war es soweit: Savatage spielten, anläßlich des 15 jährigen Bestehens von Steamhammer (Label), ihr einziges Konzert in diesem Jahr und das in Köln in der "Live Music Hall". Ehrensache, daß man sich das ganze nicht entgehen lassen durfte. Bei strömendem Regen also mit dem Auto hin. Aufgrund technischer Probleme musste der Start zwar etwas nach hinten verlegt werden, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Durch die zeitliche Verzögerung musste lediglich der angekündigte "Special Guest" weichen; wer das war, ist bis heute unklar...

Die erste Band, Freedom Call, eröffneten auch recht amtlich und hatten das Publikum gut im Griff. Besonders der Frontman wirkte sehr agil und meisterte seine Aufgabe hervorragend. Natürlich waren auch die Songs, die allesamt vom gutklassigen Debut "Stairway To Fairyland" stammten, durchweg gelungen, so daß der 30 minütige Auftritt sehr kurzweilig war. Zu erwähnen sein noch, daß Dirk Schlächter (Gamma Ray) der Band an den Keyboards aushalf; wahrscheinlich weil dessen Bandkollege Dan Zimmermann (normalerweise auch bei Gamma Ray) hinter der Schießbude saß.

Die gute Stimmung wurde aber durch die zweite Band an diesem Abend wieder ruiniert: Skew Siskin spielten zwar keineswegs übel, aber passte ihre Rotz Rock orientierte Musik doch wirklich nicht in diesen Rahmen. Somit war es auch nicht weiter verwunderlich, daß die Savatage Fans sehr ungehalten waren und die meisten froh waren, als Skew Siskin wieder von der Bühne gingen. Na ja, vielleicht hätte man als zweite Vorband jemanden geholt, der in den musikalischen Rahmen passte...

Als Savatage dann endlich die Bretter betraten, hielt es die Fans nicht mehr auf ihren angestammten Plätzen und es kam gute Stimmung auf. Auch die Band war sichtlich in Spiellaune, was natürlich nur noch fördernd war. Das einzigste bedauerliche an diesem Abend war, daß einige Songs nur in Meddley Form angespielt wurden, was aber bei der Masse an hervorragenden Songs auch verständlich ist. Gleichermasen kamen neue & alte Nummern (Setlist siehe Ende) zum Zuge; es wurden sogar zwei brandneue Nummern auf die Fans losgelassen, die auf dem nächsten Album erscheinen werden. Aber das wahre Highlight an diesem Abend war keine Savatage Nummer, sondern eine Coverversion namens "Bohemian Rhapsody" von Queen (wer kennt diese Göttergabe nicht??). Als die ersten Akkorde aus den Boxen dröhnten, lief es mir warm und kalt über den Körper und anhand er euphorischen Reaktionen vom Rest des Publikums war ersichtlich, daß es mir nicht alleine so ging. Durch leichte Improvisation wurde die Nummer noch besser und man kann sicher sein: Soetwas sieht man nicht alle Tage! Leider nahte auch bald darauf schon das Ende, aber natürlich gab es noch mit "Hall Of The Mountain King" die gewünschte Zugabe, die auf keinem Savatage Konzert fehlen durfte. Als Fazit bleibt festzuhalten, daß Savatage in perfekter Form waren und auch merhstimmige Nummern a la "Chance" oder "Not What You See" ohne Probleme hinbekamen. Auch Jon Oliva war wieder einmal zu vielen kleinen Scherzen aufgelegt und sorgte für den einen oder anderen Lacher im Publikum. Und der Rest der Band war ohnehin voller Spielfreude & Tatendrang, so daß man voller Aufregung auf das neue Album warten kann. Ein toller Gig!

Tracklist von Savatage: (falsche Reihenfolge!)

1. Intro von Hall Of The Mountain King
2 & 3: 2 neue Songs
4. Legions
5. Chance
6. When The Crowds Are Gone
7. Stare Into The Sun
8. Dead Winter Dead
9. The Hourglas
10. Power Of The Night
11. Sirens
12. The Storm
13. Wake Of Magellan
14. Edge Of Thorns
15. Not What You See
16. In The Dream
17. Streets
18. Tonight He Grins Again
19. New York City Don`t Mean Nothing
20. Christmas Eve
21. Strange Wings
22. One Child
23. Bohemian Rhapsody
24. Believe
25. Hall Of The Mountain King

Anmerkung: Einige Songs wurden zu Medleys zusammengefasst, so daß es nicht 25 Songs in voller Länge waren.


Interessante Lyrics

Für diese Ausgabe habe ich mir den Song "So Sick" vom Debut Soloalbum von Michael Kiske (ex-Helloween) herausgepickt. "So Sick" läßt viele Interpretationsmöglichkeiten offen; auch im Bezug auf Helloween. Aber ich denke mal, daß die Message recht eindeutig ist. Schaut selbst:

I`m Sick Of Finding There Is No One You Can Trust
I`m Sick Of Haering Money Making`s A Must
I`m Tired Of Seeing People Slander Behind Backs
I Can`t Stand Seeing You Sneaking Up My Arse!

I Get Ill When I See What People Do For Cash
How Little Love Means And Every Day It Means Less
Headline-lies To Feed The Hunger For Hate
Can Anybody Tell Me That It`s Not Too Late?

Chorus:
But I See Light - It Shines So Bright
Can Anybody Say What Is Happening To Me?
Can Anybody Say?

Even Art Is Sold For The Cheapest Success
To Express Yourself Means Nothing I Guess ?!
But I`m Telling You All, There`s Nothing Else That I`ll Do
`Cause What Keeps Me Goin` Ain`t The Praise From You!

Mr. Smart Is Loud Calling Everybody To Roar
Calls Himself A Real Friend, The Perfect Friend I`m Wishing For!
I Know He Just Means Good By Trying To Tell Me How To Play
It`s Just I Don`t Give A Shit `bout Anything He`ll Say

Refrain

This Business`s A Lie - I Dont Believe In It - This Business`s A Lie

Well It`s Hip To Be Stupid - So I Like To Be Smart
And When They Say It`s All Over - I Like To Give It A Start
And When It`s Hip To Be Hip - I Give A Hip Hip Shit
And When They Want Me To Go On - I`m Pretty Sure That I Quit
I Ain`t Running This Race - It Ain`t Worth A Tear
I Won`t Sweat For This - To Me Everything Is Clear
If Now I Didn`t Make A Point - There Is No Point To Make
I Don`t Want A Piece Of Your Cake!
It`s All Cheap And Dumb - A Sick After Money Run
I Didn`t Mean To Wake You Up - But I Slept Too Long

I Won`t Fight With Fools And That Is Really Victory
There Are Sides To Choose And Only One Will Let Me Be
I Know I Got Some Friends, But Even If There`s Just A Few
I Won`t Feed The Blind, No That`s The Last I Wanna Do!

What Means Everythings To Me No One Gives A Damn
And What`s Nothing In My Eyes Is Held High Up In Their Hands
Don`t Wanna Please Anyone, Don`t Wanna Give What`s Been Asked
And What`s The First For You, For Me It`s The Last


Tourdaten

Subway To Sally

15.10. Biberach, Gigelberg
16.10. Karlsruhe, Substage
17.10. Dortmund, Ruh-Rock-Hallen
18.10. Übach-Palenberg, Rockfabrik
19.10. Mainz, Kuz
20.10. Braunschweig, FBZ
21.10. Leer, Zollhaus
22.10. Lauterbach, Stadthalle
23.10. Erfurt, Centrum
28.10. Bamberg, Live Club
29.10. A-Wien, Planet Music
30.10. A-Wels, Alter Schlachthof
31.10. A-Graz, Orpheum
5.11. L-Luxenburg, Festival
26.12. Neustadt / Orla, Wotufa-Saal
27.12. Dresden, Alter Schlachthof
28.12. Offenbach, Hafenbahn
29.12. Osnabrück, Hyde Park
30.12. Potsdam, Lindenpark

Black Sabbath & Godsmack

8.12. Oberhausen, Arena
16.12. Stuttgart, Schleyerhalle
17.12. München, Zenith
19.12. Leipzig, Messehalle I

Westfalen Festival 1999

(19 DM für 4 Tage und folgendem Program!):

15.10. Dortmund, FZW: Enola Gay, The Traceelords & Jar

16.10. Bochum, Rockpalast: Iron Savior, Tankard, Smoke Blow

17.10. Dortmund, Ruhr-Rock-Hallen: Subway To Sally, Lefay, Angel Dust, Sacred Steel, Harrow & Everflow


Top 10

Gamma Ray Powerplant
Nightwish Oceanborn
Iced Earth Something Wicked This Way Comes
Blind Guardian Nightfall In Middle-Earth
In Flames Colony
Subway To Sally Hochzeit
HammerFall Legacy Of Kings
Testament The Gathering
Anathema Judgment
Children Of Bodom Hatebreader
Quelle: RockHard

Abschließend

Ihr seid auch schon wieder am Ende der aktuellen Ausgabe der Metal Corner angelangt, die Euch hoffentlich gefallen hat. Für die nächste Ausgabe verspreche ich Euch mindestens zwei CD Kritiken (Grave Digger`s "Excalibur" und Helloween`s Coveralbum "Jukebox") und einen Livebericht zum Iron Maiden Konzert (jawoll; und nur exclusiv in der Metal Corner) in der Essener Grugahalle. Was es sonst noch so gibt, weiß ich selber nicht genau. Laßt Euch einfach mal überraschen - so long!

Kilian "The Bruce" Servais