Die Zeit

Es war einmal vor langer, langer Zeit als ich als junger Mann auf einem Lehrgang adhoc ohne Vorbereitungszeit ein Referatsthema bekam: "das Loch". So stellte ich mich vor das Auditorium und begann: "Um ein Loch zu erhalten, nehme man einen Frankfurter Kranz, esse diesen genüßlich auf und was behält man zurück? Das Loch. Somit wäre bewiesen, dass das Loch ein Nichts ist, denn wir haben ja NICHTS übrigbehalten."

Wie ich dieses Thema dann weiter gesponnen hatte, weiß ich nicht mehr. Aber das spielt hier auch keine Rolle. Denn diese Assoziation hatte ich, als ich den Artikel "Zeit" von Jürgen Kumiega las. Ein Artikel ohne Richtung ohne Quintesenz ohne zeitliche Abfolge ohne ohne ohne. Ein Assay also, als déjà-vu Erlebnis bezeichnet, das zum Anregen dienen sollte, was ihm ja auch gelungen ist, wie ihr nun alle lesen könnt.

Was ist Zeit? Diese Frage hat sich schon seit Urzeiten die ganze, na gut sagen wir einmal die halbe Menschheit gestellt und es gibt bestimmt viele Bibliotheken voll von Abhandlungen jeder Nuancierung über dieses Thema.

Setzen wir also nur mal ein paar wenige Stichworte in die Landschaft, damit ein Anfang gemacht werden kann.

  • Gute Zeiten - Schlechte Zeiten
  • Die Zeit heilt alle Wunden
  • Zu meiner Zeit
  • Zeitlos, zeitgemäß
  • Du meine Zeit
  • zeitlich gesehen
  • usw usw.

Hier und an dieser Stelle begnüge ich mich mit einer kleinen, einseitigen, vollkommen unwissenschaftlichen Beleuchtung des Ausdruckes: "zu meiner Zeit". Als erstes frage ich mich, gehe ich dieses Thema

  • physikalisch,
  • geschichtlich,
  • philosophisch oder
  • naturwissenschaftlich
an, oder richte ich mich einfach nach Gefühl und Wellenschlag. Manche werden nun sagen, physikalisch und naturwissenschaftlich ist doch das Gleiche. Bei mir nicht. Ich differenziere zwischen beiden, denn unter physikalisch verstehe ich die kontinuierliche, chronologische Abfolge, also eine relative Berechnung und unter naturwissenschaftlich verstehe ich die absolute Zeitberechnung, also etwas, was bisher noch nicht mal im Ansatz richtig definiert werden konnte (auch von Newton nicht). Wann soll man den absoluten Nullpunkt setzen? Als unser Sonnensystem geboren wurde? Oder zurück zum Urknall? Oder als die erste Bewegung einsetzte? Oder noch einen ganz anderen Fixpunkt? Absolut heißt, davor kann nichts gewesen sein. Also was und wo ist der absolute Nullpunkt? Und die Kirche hat auch schon wieder ihre eigenen Ansichten. Aber diese Kirche hat schon damals den guten Galileo Galilei in Bann gesprochen, als er behauptete, die Erde sei eine Kugel und sie kreise um die Sonne und nicht umgekehrt. Vielleicht hatte er auch schon etwas über das Raum - Zeitgefüge gesagt und es wurde der Nachwelt einfach vorenthalten oder ist sonst irgendwie verschütt gegangen.

Zu meiner Zeit... Ist die philosophische Variante hier richtig? Jedes Wirkliche nimmt eine Stelle im objektiven Zeitverlauf ein, sagte schon Aristodeles und bezog sich auf den Verlauf der Gestirne. Kant hatte dem Zeitbegriff transzendentalen Sinn gegeben, was ja eine übersinnliche, eine übernatürliche Erfahrenserkenntnis wäre. Bestimmt der falsche Weg zu einer Erläuterung meines Anliegens.

Bleibt also nur die geschichtliche Version einer Erklärung. So alt bin ich nun auch wieder nicht. Und in die Annalen werde ich wohl auch nicht eingehen. Also kommen wir zur ganz normalen physikalischen ..... Ich glaube, wir lassen das Ganze, denn wenn ich nun auf die Zeitspanne einer Generation zu sprechen käme, müsste ich wieder von vorne beginnen. Und diese Zeit nehme ich mir nicht. Ich habe nämlich auf die Uhr geschaut.

Autor:   Wolf Zimmer      E-Mail: wozim@t-online.de
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