| Spielereview: | Die Invasion aus den Weiten des Alls |

Die Story:
Meldungen über UFO-Sichtungen häufen sich. 1999 kann man sie fast in einer gewissen
Regelmäßig sehen. Die damit verbundenen Entführungen von Menschen und Tieren
beunruhigt die Bevölkerung sämtlicher Nationen. Nachdem die Japaner 1998 versucht
hatten eine Kampfeinheit gegen die Eindringlinge aufzustellen, mussten sie feststellen
das ihre teueren Einsätze noch nicht einmal Erfolg hatten da sie auf Japan beschränkt
waren.
Am 11. Dezember (Mein Geburtstag!!!) 1998 haben sich die Vertreter der wichtigsten
Mächte der Erde an einen Tisch gesetzt und nach Abschluss ihrer Verhandlungen
beschlossen eine Spezialtruppe zu gründen. Zusammengesetzt aus den geschicktesten
Ingenieuren, den hellsten Wissenschaftlern und den besten Soldaten dieses Planeten
sollten sie als globale Kampfeinheit endlich Erfolge in der Abwehr gegen die
Außerirdischen zeigen. Von da an gab es die "Extraterrestriche Kampfeinheit" oder
XCOM.
Du bist nun das absolute Oberhaupt der XCOM, hast die volle Befehlsgewalt über
die Produktion, Forschung, Abfangaktion und über die Geldverteilung. Außerdem
steuerst du deine Soldaten in den Iso-3D-Kampfhandlung. Dein Ziel ist soviele
Außerirdische Schiffe abzufangen, abzuschiesen, auszuschlachten, die Aliens
zu töten und zu fangen, die Technologie und die Motive der Eindringlinge zu
ergründen und außerdem die XCOM auszubauen und trotzdem mit deinen begrenzten
Geldmitteln auszukommen. Und das ist nicht so einfach.
Der Eindruck:
Im Gegensatz zum PC besitzt die Amiga-Version (zumindest die ECS-Version) kein
Intro, dennoch baut es gleich diese gewisse Atmosphäre auf. Nachdem man seine Sprache
gewählt und den unspektakulären Titelscreen hinter sich hat, kann man zwischen
fünf verschiedenen Schwierigkeitsstufen wählen. Dann endlich wenn das Spiel beginnt
fühlt man sich gleich wie in einer taktischen Zentrale. Man hat den gesamten Globus
vor sich, den man zoomen und wenden kann. Der Globus ist in der AGA-Version texturiert,
in der ECS-Version nicht. Außerdem sollte man fairer Weise erwähnen das sich nur
die Kontinentenmaske bewegt, die Grundkugel ist vorgezeichnet und bleibt gleich.
Dennoch spürt man gleich das man die Befehlsgewalt und die Verantwortung über die
X-COM-Truppe hat. Später hinaus verliert das Spiel an Spannung, aber die Geheimnisse
denen man auf die Spur kommt halten einen bis zum Finale einigermaßen bei Laune.
Also erster Eindruck: gut!
Der Spielverlauf:
Man kann sagen es gibt zwei Spielmodi. Zum einen den Hauptmodus in dem du den Überblick über die gesamte Erde hast. Von hier aus kannst du den Glubus zoomen und wenden. Einzelne Punkte stellen Objekte wie XCOM- & Alienbasen, XCOM-Flieger und gelandete sowie fliegende UFOs dar. Hier könnt ihr auch einstellen wie schnell die Spielzeit vorübergehen soll (von 1sek=5sek bis 1sek=1Tag). Außerdem könnt ihr hier euer Einkommen, vergleichende Diagramme und die Ufopedia begutachten. Von hier aus könnt ihr auch Abfabgaktionen starten und in eure Basis gelangen. Im Basis-Screen könnt ihr neue Räumlichkeiten für eure Basis bauen und Informationen zur aktuellen Basis aufrufen. Desweiteren werden hier sämtliche Sachen verkauft, gekauft, erforscht, produziert und ausgebildet - die Basis ist also das Nervenzentrum der XCOM. Ihr könnt natürlich noch mehrere Stationen rund um die Welt aufbauen, ja das müsst ihr sogar wenn ihr gut wegkommen wollt. Diese Spielmodus ist mehr planerisch und sorgt dafür das UFO noch einen Touch von Wirtschaftssimulation hat.
Action ist im "Battlescape"-Modus angesagt. Aus einer isometrischen 3D-Prespektive
überblickst du das Spielfeld, das nochmals in 3 Höhenebenen unterteilt ist. Der
Kampfmodus ist rundenorientiert. Jeder XCOM-Soldat den du befehligst, hat ein
Bewegungslimit. Das heißt: In der Zeit die einer Runde entspricht kann er nur ein
bestimmtes Maß an Bewegung/Aktion durchführen. Um nicht dumm dazustehen wenn ein
Alien-Soldat aus dem Busch springt wenn eure Soldaten keine Bewegungspunkte mehr haben,
könnt ihr auch anweisen die Zeiteinheiten für einen beliebigen Schuss aufzuheben.
So kann der Soldat (sofern er noch lebt) noch vor Beginn deiner nächsten Runde zurückfeuern.
Das alles klingt jetzt wohlmöglich etwas trocken und fade, aber glaubt mir, ihr bangt
richtig um das Leben eurer Soldaten und freut euch wenn er ein Viech abgeknallt hat.
Die Lösung mit den Zeiteinheiten/Bewegungpunkten ist ziemlich gut. Echtzeit wäre
weder technisch brauchbar zu machen gewesen noch hätte man den Überblick über die Soldaten
behalten. Allerdings regt man sich oft auf wenn ein Soldat einen offensichtlichen
Feindkontakt nicht erkennt, er keine Zeiteinheiten mehr hat und dann ins Gras beißt.
Also spielerisch und grafisch gibt`s hier nichts zu bemängeln. Bloß der Sound ist
wirklich mehr als mager.
Die Technik:
Ich als Besitzer der ECS-Version könnt mich natürlich jedesmal aufregen wenn ich
trotz AGA-Chipsatz nur 32 Farben sehe. Dennoch kann ich behaupten recht objektiv
zu sein, denn immerhin habe ich ja auch die PC-Version ausgiebig gezockt, und da
die Grafiken zwischen PC und AGA gleich sein sollen sehe ich keine Probleme.
Dafür sehe ich jede Menge toller Grafiken. Das Spiel weißt zwar keine Hammer-3D
Grafiken auf, aber es ist eines von den Progs bei dem die optischen Reize genau
zum Inhalt passen (hey, guter Anmach-Spruch =). Selbst die Hintergrundbilder der
einzelnen Menüs sind größtenteils verschieden und mit Liebe zum Detail gemacht.
Weitere Prachtstücker die einem viel Freude bereiten sind die auf dem OP-Tisch
aufgeschnittenen Aliens (Gruß an Saint ;) und die Technologie-Bilder die einem
nach der Erforschung zur Verfügung stehen. Auch der Battlescape-Modus ist
grafisch wirklich schwer in Ordnung und weiß zu gefallen.
Was die Musik und Sounds anbelangt scheiden sich zwei Welten. Die Musik
ist leider nur im "Verwaltungsmodus" zu hören. Sie wechselt je nachdem ob du
gerade ein Raumschiff abschießen lässt, eine Bergungsoperation beginnst oder
etwas ganz anderes machst. Und die Melodien sind wirklich eine Ohrenfreude.
Sie sind zwar nicht lange und komplex, passen aber genau zum Spiel und sorgen
für die richtige Atmosphäre.
Die Sounds sind dafür recht dünn und schwach ausgefallen. Es gibt kaum mehr
als ein Piepen und Schuss/explosionsgeräusche weshalb man hier klar mahnen
muss. Die Sounds sind nicht unbedingt schleicht aber viel zu wenige um überhaupt groß
erwähnt zu werden.
Nochmal ganz kurz zur Steuerung. UFO ist eines von den Spielen bei denen man fast sofort durchsteigt obwohl man mehr machen muss als ständig "auf ein Knöpfchen zu drücken". Das sorgt für einen großen anfänglichen Spaß der leider über das gesamte Spiel hinweg etwas abflaut. Zum Schluss setzt die Story aber noch ein großes Ende.
Das Fazit:
Vorher noch eine Anmerkung. Das Spiel hat zumindest in der ECS-Version einige Fehler.
Seit neustem stürzt mir das Spiel ab sobald ich in Alien-Stützpunkte eindringen will.
Außerdem beginnt er nach einer gewissen Zeit an soviel auf die Festplatte zu schreiben
dass das Spiel immer langsamer wird und letztendlich abstürzt.
Dennoch kann ich abschleißend sagen das UFO-Enemy Unknown eines meiner Lieblingsspiele
geworden. Die Thematik wurde wunderschön in ein Spiel eingespannt das auch nach
sovielen Jahren noch viele Fans hat. Der wohl beste Teil der XCOM-Reihe (auch wenn
XCOM-Interceptor besser ist als sein Ruf). Mich hat das Spiel tagelang an den Computer
gefesselt und mich nicht mehr losgelassen. Ein Spiel das man wirklich in seinem Schrank
stehen haben sollte!
| Name: | UFO - Enemy Unknown |
| Hersteller: | Microprose |
| Genre: | WisSim/Strategie-Simulation |
| Preis: | DM 40 |
| Medium: | 5 Disketten bei ECS-Version (1 CD-ROM) |
| Spieler: | einer |
| Steuerung: | 81% |
| Grafik: | 72% |
| Sound: | 44% |
| Musik: | 77% |
| Motivation: | 80% |
| Gesamt: | 70% |