Neues von AMIGA --------------- 1. Interview mit AMIGA-Vizepräsident Petro Tyschtschenko Chavez (chavez@pironet.netsurf.de) und Ghandy (ghandy@neuss.netsurf.de) haben zu Ostern auf der MekkaSymposium-Party spontan ein Interview mit Petro Tyschtschenko, dem Leiter der deutschen AMIGA-Niederlassung, geführt, und uns die Veröffentlichung angeboten, was wir natürlich sehr gern akzeptiert haben: »Chavez/Ghandy: Hallo, ich grüße sie. Wie sind Sie hier hergekommen? Petro Tyschtschenko: Hallo und frohe Ostern erst mal. Ich bin mit meinem PKW hier, da ich meine ganzen Ostergeschenke mitgeschleppt habe für die AMIGA-Scene. Chavez/Ghandy: Werden Sie jetzt nicht zu Hause vermisst? Petro Tyschtschenko: Na ja...ein wenig ja...aber ich bin halt mal viel unterwegs für meinen geliebten AMIGA. Alle meine Familenangehörigen haben da Gott sei Dank Verständnis. Chavez/Ghandy: Im Moment tut sich viel. Phase 5, Haage & Partner, Escena etc., was glauben Sie, in welche Richtung geht es in der Zukunft? Wer wird sich durchsetzen (auch in Bezug auf Kosh, etc.)? Petro Tyschtschenko: Alle AMIGIANER sind immer willkommen.....Es werden sich alle durchsetzen, meine ich, aber es sollte nur eine Richtung geben...in die wir alle gehen sollten, denn vereint sind wir stark. Gespaltenheit schadet uns nur im Augenblick. Chavez/Ghandy: Woher kommt Ihr persönlicher Einsatz für den Amiga? Ist das eher persönlicher Natur oder eher geschäftlich? Petro Tyschtschenko: Es ist rein persönlicher Natur. Mir macht es Spaß, für eine Idee zu kämpfen...und nur so kann ich mich bei meinen amerikanischen Freunden durchsetzen..Ich habe nichts zu verlieren... Chavez/Ghandy: Ich sehe im Moment die Gefahr einer Spaltung der sowieso schon recht kleinen Amiga-Familie. Engagement in die richtige Richtung kann da nicht verkehrt sein. Aber in Polen spielt der Amiga ja noch eine größere Rolle, auch z.B. wenn es um die Demoscene geht. Petro Tyschtschenko: Spaltung nein....Kosh ? Habe gerade eine tolle Besprechung mit den Herren J.H. Haage und Dietrich hinter mir. Wir sind uns alle einig, Phase 5 macht das neue G3-Board und Haage & Partner entwickelt den 68000-Emulator...also Sie sehen: EINIGKEIT !!!! Chavez/Ghandy: Haage und Partner wird ja auch das OS 3.5 entwickeln, bzw. ist schon dabei. Das alles ist sehr gut, aber es hat sich schon sehr lange nichts mehr getan. Ist es jetzt nicht schon ein bisschen zu spät? Es sind schon viele Amiga-Fans abgesprungen, vor allem weil ihre Maschinen nicht mehr "der Zeit" entsprachen (wie z.B. PCs). Petro Tyschtschenko: Das ist schon richtig und bedauerlich...aber der harte Kern bleibt der existierenden Plattform erhalten...Und die Leute, die zum PC abgewandert sind, werden mit fliegenden Fahnen wieder zu uns zurückkehren, wenn wir Front gegen ein Monopol machen.....! Warten Sie's ab. Chavez/Ghandy: Das werden wir, im Warten sind wir Amiganer ja leider schon geübt! Mhhh. Wie sieht Ihre Strategie aus, wie wollen Sie den Amiga am effektivsten vermarkten bzw. Marktanteile zurückgewinnen? Petro Tyschtschenko: Auch ich bin im Warten geübt...schließlich hat Gateway jetzt zwei Jahre fast nichts gemacht und nur Zeit gebraucht, den AMIGA zu verstehen...Jetzt haben sie es endlich begriffen....Geld wird eine Strategie sein, die wir brauchen, um uns den Markt zurückzuholen...und das will Gateway investieren. Zweitens benötigen wir das Management. Und ich meine, Jim Collas ist der richtige Mann, den AMIGA dorthin zu bringen, wo er eigentlich schon lange sein müßte..nämlich ganz nach vorne. In Marketing ist Gateway Meister.. Chavez/Ghandy: Und Gateway hat ja letztens auch reagiert und einige Führungspersönlichkeiten ausgetauscht, zum Teil wohl auch, um die Transparenz des Unternehmens zu erhöhen. Ich habe mich gefragt, welches Interesse eine Firma, die PCs herstellt, hat, den AMIGA, also sprich eine konkurrierende Platform, zu unterstützen. Petro Tyschtschenko: Unser Betriebssystem ist der Schlüssel....das hat Gateway kapiert und zieht jetzt los. Chavez/Ghandy: Inwieweit bzw. wie lange werden noch die sogenannten "Classic-Amigas" supportet? Petro Tyschtschenko: Solange ich was zu sagen habe, immer....und das wird hoffentlich noch lange sein... Chavez/Ghandy: Was halten Sie davon, im Herbst eine "Amiga-only"-Messe zu organisieren, anstatt der Computer'99 in Köln (die aber nicht 'Computer '99' sondern 'Home electronics world '99' heißen wird; Anm. d. Red.)? Petro Tyschtschenko: Gar nichts. Wir brauchen einfach das andere Volk, um denen zu zeigen, wie gut und wie unschlagbar wir mit einer Technologie sind, die seit 1991 keine Neuentwicklung mehr hatte. Ich habe mich für Köln schon verpflichtet und das wird die Messe der Superlativen werden..das verspreche ich Euch. Chavez/Ghandy: Letzte Frage: Was sind Ihre Wünsche für die Zukunft (privat/beruflich/Amiga)? Petro Tyschtschenko: Unser Amiga soll endlich den Platz einnehmen, der ihm gebührt. Das ist mein oberstes Ziel.... Privat: Gesundheit, dass ich noch lange für meinen geliebten Amiga kämpfen kann, und geschäftlich ein Produkt, ein neues, wie damals 1985 revolutionär, mit einem Umsatz in Milliardenhöhe..und zur Zufridenheit aller User. Chavez/Ghandy: Vielen Dank für das Gespräch und danke für das Sponsoring von Amiga International für unsere Party letztes Jahr (Cologne Conference '98).« |