Wer in älteren NC`s mal nachschaut, wird häufig mehr oder minder positive Berichte über dieses Tool finden, und das, obwohl das Tool wirklich großartig ist.
MCP ist ein multifunktionales Commodity, daß so ziemlich alle kleineren Commoditys in sich vereint. Wer z.B. in der letzten NC den Bericht von Aragon über unersetzliche Tools gelesen hat (by the way: Guter Bericht), wird sich vielleicht das eine oder andere Tool besorgt und installiert haben. Im laufe der Zeit werden sich dann aber immer mehr Tools in WB Startup ansammeln, die alle resident im Speicher sind (=> und somit Speicher fressen) und den Startvorgang des Rechners verzögern. Mit MCP stehen dem User in einem Program so ziemlich alle Funktionen zur Verfügung, die sonst viele kleine Tools übernehmen müssten.
Hört sich ja alles gut an, wird der eine jetzt sicherlich sagen, aber ich will mal ein paar Beispiele. Ok, am besten ich benutze gleich die unersetzlichen Programme aus der letzten NC dafür (in Klammern immer das angegebene Tool aus der letzten NC):
-Gurus kann der MCP auch entschlüsseln und anzeigen, so daß man weiß, warum der Rechner abgeschmiert ist. Nebenbei bemerkt: MCP kann mitunter sogar Gurus abfangen (DaLastAlert3)!
-Das lästige Laufwerksklicken kann man im MCP auch auf einfachste Art für alle Laufwerke abstellen (StarClick).
-Falls ein Prog. mal wieder einen Assign benötigt, kann man den MCP so einstellen, daß sich ein Filerequester öffnet, wo man ganz einfach den Pfad angeben kann. (Assign Wedge)
Merkt Ihr was? MCP ersetzt so ziemlich jedes Commodity, da es auch noch viele weitere Funktionen besitzt (z.B. Tool Alias, Assign Manager, Reqtools Patch, Hotkeys, Blanker, Promote Tool (!), CPU Einsteller und viele weitere, die ich aber nicht alle hier aufführen möchte; siehe auch Screenshot) Darunter befinden sich auch einige ziemlich harte Hacks, die viel Schaden anrichten können, woraus dann unerklärliche Abstürze resultieren können. Man sollte also niemals nur so just for fun mit den Funktionen herum spielen, sondern lieber in die ausführliche (deutsche) Guide Datei schauen, wo alle Funktionen genau erklärt sind. Bedingt dadurch kam wohl der schlechte Ruf des MCP zustande, den es aber völlig zu Unrecht hat (ich habe bisher noch keinen Absturz erlebt, der auf MCP zurückzuführen wäre).
Die MUI Oberfläche ist, wie man dem Screenshot entnehmen kann, sehr übersichtlich und intuitiv aufgebaut, so daß selbst Einsteiger schnell zurechtkommen werden. Die einzelnen Funktionen verfügen teilweise noch über ein kleines Untermenü (an dem + erkennbar), die ebenfalls einfach struktuiert sind und ihren Sinn sehr gut erfüllen. Wer aber tatsächlich mal Probleme mit der Oberfläche hat, sei auf die gute Onlinehilfe verwiesen, die erscheint, wenn man auf "Help" klickt. Die Features von MUI wurden also konsequent in das Prefs Program von MCP eingebaut, womit schon deutlich wird, daß MCP im Grunde sehr systemkonform geschrieben wurde.

Viele könnten jetzt einwenden, daß der Umfang von MCP ja schön und gut ist, man selbst diesen aber gar nicht braucht. Dieses Argument ist durchaus zulässig, kann aber durch mehrere Vorteile von MCP wiederlegt werden:
1. Ein klarer Vorteil von MCP liegt darin, daß es nur einmal resident im Speicher gehalten wird. Wenn man aber jedes kleine Tool in WBStartup legt (z.B. eines gegen das Klicken des Laufwerkes, einen ReqTools Patch und noch eine Gurustatistik), wird man schnell einen höheren Speicherverbaruch haben, als wenn man MCP installiert.
2. MCP schreibt nur eine (kleine) Datei nach ENV. Viele der Commodities, die auch in MCP vorhanden sind, schreiben Ihre eigenen Variabeln nach ENV, wodurch der Speicherverbrauch in der Ram Disk wieder steigt (und der Bootvorgang länger dauert). Zwar wird dieses Argument durch die immer weiter sinkenden Rampreise immer unbedeutender, aber es deswegen zu vernachlässigen, wäre nicht fair. Bei mir machte der Unterschied immerhin knappe 100 KB aus, die nicht mehr bei jedem Start im Speicher liegen. Dieser Wert ist natürlich von System zu System unterschiedlich; je nachdem, wieviele Tools installiert sind.
3. Auf einigen Systemen kann man diverse Assigns und Aufrufe aus der User-Startup löschen, was erneut an der Anzahl der installierten Tools auf der eigenen WB liegt.
4. Aus den oben genannten Punkten resultiert auch eine höhere Bootgeschwindigkeit des Rechners, die man mit einigen Features von MCP noch weiter beschleunigen kann (und das auf eine systemkonforme Art & Weise).
5. Der Platzverbrauch auf der WB Partition wird verringert. Dank MCP kann man u.a. auch die Voreinsteller von anderen Tools löschen (z.B. ReqTools/ReqChange) und auch einige Libs können aus selbigem Verzeichniss verschwinden. Wer gerne eine aufgeräumte WB Partition hat (so wie ich :-)), der wird auch hier den Nutzen von MCP erkennen.
Dazu kommen natürlich noch einige weitere Vorteile, die aber den Rahmen des Artikels sprengen würden.
MCP benötigt neben dem MUI Paket (ab 2.1) nur Kickstart 2.04 und einen 68020 Prozessor zum einwandfreien Betrieb; somit sollte niemand Probleme mit den Hardwareanforderungen haben. Die Installation geht dank des Installers auch recht einfach von statten, so daß im Grunde nach der Installation nur der MCP Voreinsteller aufgerufen werden muss, um in den Genuss der zahlreichen Funktionen zu kommen. Das beste an dem ganzen ist aber, daß das komplette Paket Freeware ist! Man braucht also bei der regelmäßigen Nutzung nicht einen Pfennig bezahlen. Die Autoren würden sich allerdings freuen, wenn Ihr Ihnen kurz mitteilt, daß Ihr MCP benutzt. Dadurch werdet Ihr auch automatisch registriert, was Euch dann gerade mal 1.10 DM für den Brief kostet bzw. ein paar Pfennige für die E-Mail. MCP ist sowohl im Aminet als auch auf diversen CD`s in der aktuellen Version 1.31 erhältlich. Alternativ kann das Tool auch (gegen frankierten Rückumschlag und Disk) bei mir bezogen werden.
MCP ist ein hervorragendes all-in-one-Tool, daß die vielen kleinen Aminet Commodities auf eine äußerst bequeme Art und Weise ersetzt. Somit spart Ihr zum einen Speicher (da nur ein Tool resident im Speicher gehalten wird) und zum anderen ist es um ein vieles praktischer, alle Commodities auf einer Oberfläche einzustellen, als für jedes kleine Tool eine eigene GUI zu öffnen. Ein häufig diskutierter Punkt war auch die Absturzfreudigkeit von MCP: Wenn man nicht jeden Patch aktiviert (was auch nicht nötig ist), wird man keine Abstürze erleben, die von MCP hervorgerufen werden. Rein subjektiv hatte ich sogar das Gefühl, daß mein System mit MCP wesentlich stabiler lief, als mit den vielen kleinen Programmen, die vorher in WB Startup lagen. Ein wirklich gutes und unersetzliches Tool!

Kilian Servais