ASTRO-Corner
Herzlich willkommen bei der Erstausgabe der ASTRO-Corner. Unter
diesem Titel möchte ich in unregelmäßigen Abständen
über Neuigkeiten aus der Astronomie und der Astrophysik berichten.
Ich hoffe, es gibt unter den zahlreichen Lesern der NoCover auch
einige Interessierte, welche sich diese Zeilen auch durchlesen.
Nun ja, lange Rede, kurzer Sinn und los gehts...
Beginnen möchte ich mit einer Meldung vom 14. Januar 1999:
Erdähnlicher Planet entdeckt
Ein internationales Astronomenteam hat bei Beobachtungen im Observatorium
vom australischen Mount Stromlo aus einen erdähnlichen Planeten entdeckt.
"Er hat wahrscheinlich eine Masse, die zwischen der der Erde und der des
Neptuns liegt", erklärte der neuseeländische Forscher Ian Bond
von der University Auckland. Wahrscheinlich
ist der Planet jedoch nur etwas schwerer als die Erde. Darüber hinaus
befindet sich der neu aufgefundene Himmelskörper in einer Distanz
zu seinem Zentralgestirn, die etwa dem ein- bis vierfachen mittleren Abstand
zwischen Erde und Sonne entspricht. Viele Wissenschaftler halten eine Distanz
in diesem Rahmen für eine gute Voraussetzung, damit sich auf einem
Planeten Leben entwickeln kann. Der Planet ist etwa 30 000 Lichtjahre entfernt
und befindet sich inmitten unserer Galaxie, der Milchstraße. Er kann
nicht direkt beobachtet werden und nur eine besondere Konstellation der
Sterne im Beobachtungsraum um den Planeten herum ermöglichte den Fund.
Bisher wurden 17 Planeten außerhalb unseres eigenen Sonnensystems
entdeckt. Auf den meisten von ihnen dürften lebensfeindliche Bedingungen
herrschen. Bond und seine Kollegen berichteten von ihrer Entdeckung auf
dem Treffen der "American Astronomical Society".
Weiter geht es mit einer Meldung vom 20. Januar 1999:
Fliegt Pluto aus der Planeten-Gemeinschaft?
Der Planet Pluto
könnte seinen Status als sonnenfernster Planet verlieren. Eine Abstimmung
unter Astronomen könnte schon in Kürze ergeben, dass unser
Sonnensystem
nicht 9 - wie es in den Lehrbüchern steht - sondern nur 8 Planeten
hat. Pluto würde dann nicht mehr als Planet gelten.
Seit seiner Entdeckung im Jahre 1930 widersetzt sich Pluto jeglicher Klassifikation.
Sein Durchmesser ist ein Drittel geringer als der unseres Mondes; dafür
hat er einen recht großen Begleiter: Charon,
der 1978 entdeckt wurde. Seine Entstehung verdankt Charon möglicherweise
der Kollision des Pluto mit einem anderen Himmelskörper - ähnlich,
wie es im Falle der Erde auch für unseren Mond
angenommen wird. Nach solch einer Kollision sollen sich die in den Orbit
geschleuderten Massen mit der Zeit zu einem Mond verdichtet haben.
Der Pluto stellt ein Gemenge aus Eis und Gestein dar. Die Frage, was Pluto
eigentlich wirklich ist, beschäftigt die Wissenschaft schon seit seiner
Entdeckung vor 69 Jahren durch den 1997 verstorbenen Astronomen Clyde Tombaugh
vom Lowell Observatory in Arizona.
Pluto lässt sich weder den erdähnlichen, noch den großen
Gasplaneten zuordnen. Über seine Oberfläche ist nur sehr wenig
bekannt.
Selbst Bilder, die das starke Hubble
Weltraumteleskop lieferte, zeigen nur verschwommene Details. Die Experten
sind sich unseins darüber, ob das, was sie auf den Bildern sehen,
wirklich als ein Planet zu bezeichnen ist. Möglicherweise, so die
Wissenschaftler, handelt es sich bei Pluto nur um einen der letzten der
im frühen Sonnensystem vorhandenen Eiszwerge - vor vier Jahren wurden
die ersten von mittlerweile etwa bekannten 60 Objekten innerhalb unseres
Sonnensystems im sogenannten Kuiper
Gürtel entdeckt, die aus Gestein und Eis bestehen und Durchmesser
von bis zu mehreren hundert Kilometer aufweisen. Auch könnte es sich
um einen, aus dem Anziehungsbereich des Neptun
entwichenen Trabanten handeln.
248 Erdenjahre braucht Pluto, um seine stark elliptische Bahn um unser
Zentralgestirn zu ziehen. Für einige Jahre während seines Umlaufes
ist er diesem sogar näher als Neptun, der die zweitgrößte
Entfernung zur Sonne aufweist. Diese derzeitige Phase endet am 11. Februar,
wenn Pluto die Neptunbahn wieder kreuzt und erneut der sonnenfernste Planet
ist. Der Pluto ist der einzige wesentliche Himmelskörper im Sonnensystem,
der noch nicht von einer Raumsonde besucht wurde. Doch mit dem " Pluto-Kuiper
Express"-Projekt der NASA gibt es bereits Pläne dafür. Eine
besondere Problematik, welche die Wissenschaftler dabei interessiert, stellen
die enormen saisonalen Schwankungen dar, die aufgrund der geringen Größe
und der sonnenfernen Position auf dem Pluto anzunehmen sind.
Bild oben: Pluto und sein Mond Charon aus der Sicht des Hubble Weltraumteleskops.
Viele galaktische Grüße und bis zum nächsten mal!
Euer
Philipsen.