Apocalyptica now!

von Fabian Kruse

Nachdem mein Artikel zur neuesten Pro-Pain-Scheibe ja ganz gut ankam, will ich Euch heute mal wieder eine ziemlich gute Metaltruppe vorstellen.
Man könnte das ganze hier heute als Apocalyptica Special bezeichnen, da ich Euch nicht nur eine sondern (Trommelwirbel, gespannte Blicke) gleich zwei CDs dieser Gruppe nahebringen möchte. In Zukunft können meine Artikel auch gerne in der MetalCorner erscheinen, nur muss ich das vorher noch mit Kilian abklären (Hol Dir mal eine E-Mail-Adresse ;).
Doch genug geschwafelt - und ab ins Pit...

Die erste Schillerscheibe von Apocalyptica ist schon etwas älter und wurde anno ´96 gepresst. Ich hatte erst kürzlich was von der Band gelesen, als ich dann in den Genuss kam bei einer Autofahrt auch mal die Spielweise ins Ohr zu bekommen.
Und diese ist in der Tat ziemlich fett! Meiner Meinung nach sind Apocalyptica eine der zukunftsträchtigeren Gruppen, da sie verdammt gut sind und zudem absolut neue Wege gehen.
Diese sind nämlich schon am Titel ihres Debuts zu erkennen: Apocalyptica Plays Metallica By Four Cellos.
Es werden von ihnen also mal wieder Metal und Klassik durcheinandergewürfelt. Bedienten sich ja die verschiedensten Metalbands schon des öfteren in der Klassikschublade - ich denke da nicht zuletzt an Rage, die das ganze ja IMHO perfektionierten - haben Apocalyptica den Spieß umgedreht. Auf ihren ehrenwerten Instrumenten - für Kenner: Darunter befinden sich auch ein Gulbrand Enger Cello von 1882 und ein Louis Guerzan von 1738! - spielen die vier Finnen auf dieser Scheibe ausschließlich Stücke von Metallica! Was sie aus den klassischen Instrumenten für einen fetten und abwechslungsreichen Sound rausholen haut mich jedesmal wieder um.
Unter den acht Stücken die insgesamt 44:35 Minten einnehmen befindet sich hundertprozentiges Allgemeingut wie Enter Sandman oder The Unforgiven sowie etwas unbekanntere Stücke, die allerdings jedem, der Metallica halbwegs kennt trotzdem im Ohr liegen sollten.
Gesang gibt es dazu keinen, Schlagzeug oder ähnliches wurde auch weggelassen. Und dennoch fehlt dem geneigten Zuhörer eigentlich nichts, da die Instrumente selbst für einen unmusikalischen Menschen wie mich sehr unterschiedlich klingen und immer bestimmte Parts einnehmen. Als einziges Manko sei vielleicht zu nennen, dass eine reine Metallica-Coverscheibe vermutlich nicht jedermanns Sache ist. Doch auch hier ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Denn erstens kostet der Longplayer bei Media-Markt gerade mal knappe 10 Mark und zweitens haben Apocalyptica ja mittlerweile auch eine zweite Scheibe herausgebracht, die Euch unten vorgestellt wird.

Hier die Tracklist der ersten Scheibe:

Apocalyptica Play Metallica By Four Cellos

Enter Sandman
Master Of Puppets
Harvester Of Sorrow
The Unforgiven
Sad But True
Creeping Death
Whereever I May Roam
Welcome Home (Sanitarium)

Gesamtspielzeit: 44:35 Minuten



Fazit:

Dass Metallica-Fans sich diese Scheibe einfach schnellstens ins Haus holen MÜSSEN, steht wohl fest. Doch auch ein echter Klassikfan war begeistert als er hörte was Max Lilja, Antero Manninen, Paavo Lötjönen und Eicca Toppinen so aus ihren Instrumenten heruasholen - genauso wie ein Crossoverfreund, der mit dieser Mucke mal ein wenig Abwechselung ins Haus bekam...


So, kommen wir jetzt zur zweiten CD von Apocalyptica, die da den verheißungsvollen Titel Inqusition Symphony trägt!
Hier geht es freundlicherweise etwas abwechselungsreicher zu als noch auf der ersten Scheibe. Es werden nicht mehr nur Stücke von Metallica gespielt, sondern auch von Faith No More, Sepultura (!) oder Pantera. Außerdem sind einige Eigenkompositionen auf der CD vorhanden.
Als wahres Highlight kann man wohl getrost die Umsetzung von Metallicas Nothing Else Matters bezeichnen. Dieses Stück ist natürlich sehr ruhig, doch damit keiner einschläft folgt auch gleich darauf die Cello-Variante von Sepulturas Meisterwerk Refuse/Resist. Teilweise will man echt nicht mehr glauben, mit welchen Instrumenten hier gearbeitet wird!!
Insgesamt würde ich die zweite Scheibe als härter, aber dadurch auch als abwechselungsreicher und zudem noch perfekter bezeichnen. Die Spielleistung der vier Cellisten hat keinesfalls nachgelassen sondern sich in meinen Ohren eher noch verbessert.
Und wer die Originalversionen der Lieder kennt, wird auch um diese teurere Schillerscheibe nicht herumkommen.

Auch hier noch schnell die Tracklist:

Inqusition Symphony

Harmageddon (Apocalyptica)
From Out Of Nowhere (Faith No More)
For Whom The Bell Tolls (Metallica)
Nothing Else Matters (Metallica)
Refuse/Resist (Sepultura)
M.B. (Apocalyptica)
Inqusition Symphony (Sepultura)
Fade To Black (Metallica)
Domination (Pantera)
Toreador (Apocalyptica)
One (Metallica)

Gesamtspielzeit: 46:54 Minuten

Fazit:

Der höhere Preis (ca. 30,- DM) ist meiner Meinung nach durchaus gerechtfertigt. Endlich kommen auch Leute, die Metallica vielleicht nicht so mögen in den Genuss von Apocalyptica. Dass die Härte noch zulegen konnte hätte ich nicht erwartet, aber selbst Sepulturas schnelles Refuse/Resist klingt noch sehr interessant. Kurz gesagt: Ein zweites Meisterwerk. Apocalyptica sind ihrem Stil treugeblieben und gehen auch in den Eigenkompositionen keine Kompromisse ein!

Übrigens sollen Apocalyptica auch live überzeugen. Sie sitzen zwar mit ihren schweren Instrumenten auf der Bühne, bangen aber anscheinend trotzdem wie die Metalgötter persönlich....

CU,

dR.99 ("Gib Posern keine Chance!")