3. Softwaretest: Bildanzeiger 'Show' (von Uwe Pannecke)

»Zeig mir, wie schön die Bilder sind...


Das Bildanzeige-Programm SHOW von Alain Renard

Obwohl der Amiga mit reichlich Bildanzeige-Programmen gesegnet ist, soll 
heute ein weiterer Vertreter vorgestellt werden. Zum einen, weil es sich um 
einen CyberGraphX-only Bildanzeiger handelt, zum anderen, weil neben der 
eigentlichen Bilddarstellung auf dem Monitor einige weitere interessante 
Features dem Programm mitgegeben wurden. So läßt sich SHOW auch als 
SlideShow-Viewer und Minibildbearbeitung einsetzen.
Dies erklärt und rechtfertigt dann auch die enorme Programmgröße von 
immerhin ca. 500 kByte.


1. Programmvoraussetzungen

- ein Amiga (über das benötigte Betriebssystem ist zwar in der              
  Dokumentation nichts ausgesagt, aber Version 2.04 dürfte auch in Hinblick  
  auf CyberGraphX das Minimum darstellen)
- CyberGraphX
- ein möglichst schneller Prozessor, aber selbst ein 68000 läßt sich        
  verwenden
- ausreichend Speicher, auch hier in der Dokumentation keine Angaben, je    
  nach Bildgröße sollte ein Arbeiten schon ab 2 MB möglich sein
  Getestet wurde SHOW unter AmigaOS 3.1, CyberGraphX V3, RetinaZIII, 12+2   
  MB RAM und einem 040/40-Prozessor.


2. Installation

Hier muß der geneigte User auf ein Installationsscript verzichten und 
selbst Hand anlegen. In einem Mini-Text sind alle notwendigen Schritte vom 
Programmautor aufgelistet. Da aber nur wenige Files zu kopieren sind, 
sollten sich selbst für Laien keine unüberwindbaren Hürden aufzeigen.
Dem Programmpaket liegt der eigentliche Bildanzeiger SHOW als auch das 
Programm RANDOMFILES sowohl in einer 68000 als auch 68040-Version bei.
Zusätzlich sind einige Librarys (gtlayout.-, ixemul.- und reqtools.library) 
im Lieferumfang enthalten und gegebenenfalls nach LIBS zu kopieren.


3. Programmbeschreibung

SHOW kann in der vorliegenden Programmversion Bilder in den Formaten
- JPEG (auch progressive JPEGs), PNG, GIF, TARGA, BMP, PPM, TIFF anzeigen   
und im
- JPEG-, PNG-, TIFF- und RAW-Format speichern.
Es öffnet grundsätzlich nur einen 16- oder 24Bit-CyberGraphX-Bildschirm für 
die Anzeige der Bilder.
Beim erstmaligen Programmstart wird SHOW eine Fehlermeldung über eine in 
ENV: fehlende Show.prefs-Datei ausgeben. Davon solltet Ihr Euch aber nicht 
abschrecken lassen und mutig auf OK klicken. SHOW bietet nun einen 
Screenmode-Requester, in dem der gewünschte 16 oder 24Bit-Bildschirm 
ausgewählt werden kann.
Sowie dies geschehen ist, kann auf dem geöffneten Bildschirm dann auch 
gleich das erste oder mehrere anzuzeigende Bilder mit Hilfe eines File-
Requesters ausgewählt werden.
Hat SHOW das/die Bild(er) angezeigt, empfiehlt sich nun eine Einstellung 
der wichtigsten Programmparameter, die anschließend unter ENV:Show.prefs 
abgespeichert werden und beim nächsten Programmstart die beschriebene 
Fehlermeldung der Vergangenheit angehören läßt.

SHOW kann sowohl über die Workbench als auch über das CLI bedient werden. 
Ohne weiteres kann SHOW in Programm wie DOpus eingebunden werden.
Neben der simplen Anzeige von Bildern bietet das Programm eine Vielzahl an 
Optionen für eine weitergehende Einflußnahme auf die angezeigten Bilder.
So kann bei übergroßen Bildern im Bild in angenehmer Geschwindigkeit 
gescrollt werden, auch läßt sich in beliebiger Intensität ins Bild hinein- 
und auch wieder hinauszoomen. Darüberhinaus läßt sich per Tastendruck die 
Bildgröße halbieren, verdoppeln oder auf Ausgangsgröße zurückstellen.
Neben dem Anzeigen der Bilder bietet SHOW eine rudimentäre Bildbearbeitung 
und stellt dafür folgende Funktionen bereit:
- Negativdarstellung
- horizontale und vertikale Spiegelung
- Rotieren um jeweils 90°
- Gammakorrektur
- RGB nach Graustufen
- Heligkeits- und Kontrastkorrekturen
- Farbkorrektur der Grundfarben
- Ausschneiden von Bildteilen.

Screenshot:
Screenshot

Natürlich lassen sich die so veränderten Bilder auch abspeichern, wobei 
wahlweise eine Verschlüsselung der Bilder und die Verwendung des XPK-
Paketes möglich ist.
Eine weitere Besonderheit stellt die Kompositionsmöglichkeit mehrerer 
Bilder zu einem neuen Bild dar. Jedoch sind hier die 
Gestaltungsmöglichkeiten sehr eingeschränkt.
Möchtet Ihr Eure Bildersammlung als SlideShow einem interessierten Publikum 
vorführen - mit SHOW stellt dies kein Problem dar. Mit einer schnell 
geschriebenen Scriptdatei läßt sich ein geziehlter Ablauf der SlideShow, ob 
in endloser Wiederholung oder einmaligem Durchlauf, bestimmen.
Darüberhinaus liefert der Programmautor für diesen Zweck zusätzlich ein 
RANDOMFILES genanntes Programm mit, welches aber nicht nur mit SHOW, 
sondern auch mit Programmen wie CyberShow zusammenarbeitet. RANDOMFILES 
kann jedoch nur über das CLI gesteuert werden. Es erstellt aus einer 
Bildersammlung eine Scriptdatei für SHOW. Die mitgelieferte knappe 
Dokumentation greift dem User dabei hilfreich unter die Arme.


4. Fazit

SHOW ist mehr als ein einfacher CyberGraphX-Bildanzeiger, es kann durchaus 
auch für kleinere Korrekturen an bestehenden Bildern herangezogen werden.
Trotzdem der Programmautor versichert, er wäre kein Programmierer, läuft 
SHOW in der aktuellen Version recht zuverlässig und zeigt eine für einen 
Bildanzeiger umfangreiche Funktionalität.
Leider unterstützt SHOW in der vorliegenden Programmversion noch keine 
Datatypes. Dies setzt einer möglichst universellen Verwendbarkeit doch z.T. 
empfindliche Grenzen.
Außerdem ist die Erstellung einer Script-Datei für eine SHOW-SlideShow 
wenig intuitiv.
Dennoch:
SHOW ist Freeware und einen Blick allemal wert!



Zu finden ist SHOW in der aktuellen Version 1.14 im Aminet unter

gfx/show/Show.lha

Kontakt zum Programmautor:

eMail: al.renard@infoboard.be


Uwe Pannecke
Uwe.Pannecke@t-online.de«