Metal Corner by Kilian Servais

Metal Corner 3/99

  • Vorwort
  • News
  • CD Reviews
  • Konzertbericht: Stratovarius & Angra (14.2.99)
  • Top 10
  • Abschließend

    Vorwort

    Wilkommen zur zweiten "richtigen" Ausgabe der Metal Corner! Ich hoffe, daß Euch die erste Ausgabe so halbwegs gefallen hat und Ihr mir Eure Kritk mitteilt! Immerhin mache ich das ganze hier für Euch und nicht etwa, weil ich zu viel Zeit habe. Im Februar herrschte eigentlich, bis auf eine Sensationsmeldung, weitestgehend News Flaute im Metal Buiseness; dafür war die Sensationsmeldung ein wahrer Leckerbissen für Metal Freaks: Bruce Dickinson ist zurück bei Iron Maiden! Mehr dazu in den News. Ansonsten hoffe ich Euch eine gelungene Ausgabe der Metal Corner präsentieren zu können! See ya,

    Kilian "The Bruce" Servais

    News

    * Was in der letzten Ausgabe noch als Gerücht deklariert wurde, entspricht nun der Realität: Bruce Dickinson kehrt zu Iron Maiden zurück! Und gleich mitgebracht hat er Adrian Smith (der ja von 80-88 auch schon bei Iron Maiden tätig war und seit 1997 gemeinsame Wege mit Bruce Dickinson gegangen ist). Nunmehr verfügen die Eisernen Jungfrauen über 3 Gitarristen; bleibt abzuwarten, ob das gutgeht... Über Ex-Sänger Blaze Bayley hat man keinerlei Worte mehr verloren; ein nicht gerade rühmlicher Abgang! Bleibt nur noch die Frage offen, ob sich Bruce Dickinson und Maiden Boss Steve Harris wieder vertragen haben, denn es hatte 1993 (als Bruce "gegangen wurde") doch ziemlichen Streit gegeben.... Up the Irons!

    *Life of Agony haben demhingegen ihren Lead Sänger Whitfield Crane wegen mangelnder stimmtechnischer Qualität den Laufpass gegeben.
    *Iced Earth mussten ihre US Gigs absagen, da Mastermind Jon Schaffer eine starke Nackenverletzung auskurieren muss; mit kaputtem Hals bangt es sich eben nur halb so gut.

    *Helloween, über die ja in den letzten Wochen auch Trennungsgerüchte zu hören waren, sind derweil wieder im Studio und spielen ein Cover Album mit Hits aus den späten 60ern und frühen 70ern ein... Unter Umständen vielleicht Kai Hansen als 7 Jähriger an der Blockflöte :-))?

    *Die alten Gothic Götter "Fields Of The Nephilim" haben sich in Originalbesetzung reformiert und wollen demnächst ihr neues Studiooutput zusammenschustern.

    *Nun passierte es bei Dream Theater: Drummer Derek Sherinan ist nicht mehr Drummer bei Dream Theater! Gründe wurden zwar nicht genannt, aber das oft theatralische Gepose dürfte wohl der Grund sein. Ersatz hat man mit Jordan Russ gefunden, der bei früheren Gigs schonmal hinter der Schießbude saß. Unteredessen arbeiten die Jungs schon fließig am heißersehnten Nachfolger zu "Falling Into Infinity"

    *Und noch ein Split: Dub War aus Wales haben sich aufgelöst

    *Weissglut haben sich von ihrem Sänger Josef Maria Klumb getrennt, dem vorgewurfen wurde, rechtsradikales Gedankengut vertreten zu haben und diese Anschuldigung nicht eindeutig entkräftet zu haben. Schade, daß es solche Idioten noch gibt...

    *Und noch ein Split: Eyehategod (was für ein besch... Name!) sind ebenfalls Vergangenheit... warum nur?

    *Angeblich ist auch ex-Machine Head Logan Mader bei seiner neuen Combo Soulfly rausgeflogen; schon im Sommer machte Logan Schlagzeilen, nachdem er sich auf eine unfreundliche Art bei Machine Head verabschiedet hatte...

    CD Reviews

    Manowar: Hell On Stage-2 Live CD`s

    Selten zuvor hat es eine Band gewagt, zwei Live Doppel CD`s hintereinander herauszubringen! Aber Manowar wären nicht Manowar, wenn sie es nicht wenigstens versucht hätten. Und das Ergebniss, mit Hell On Stage betitelt, gibt Ihnen recht: Zwei weitere geile Live CD`s, die sich durchaus auch mit dem Vorgängerwerk Hell On Wheels messen können, sind dabei heraus gekommen! Beachtlich ist auch die Setlist der beiden CD`s, hier reiht sich ein selten Live gespielter Klassiker an den nächsten: Metal Daze, Gates Of Valhalla, Guyanna oder auch Outlaw und The Power. Selten haben Manowar ein so großartiges Set an Klassikern zusammengeschustert, und nur um den Fans das zu geben, was sie wollten! Auch die Aufnahmen stammem, wie schon beim Vorgänger, aus den verschiedensten Teilen der Welt und wurden so zusammengeschnitten, daß ein natloser Übergang stattfindet. Die Qualität ist volkommen Manowar like, also "loud and heavy", eben alles was ein gutes True Metal Album ausmacht! Wer also gedacht hat, daß diese beiden CD`s lediglich fürs Geld scheffeln gedacht sind, der sieht sich getäuscht: Hell On Stage ist keinen Deut schlechter oder billiger aufgemacht als Hell On Wheels. Übrigens: Wer sich beeilt, kann evtl. noch die Limitierte Edition ergattern, der noch eine Bonus CD (Live In Germany) mit den Tracks Kings Of Metal, Herz aus Stahl und Metal Warriors beiliegt, die alle, wer hätte es gedacht, in Deutschland auf der selben Tour aufgenommen wurden. Eine nette Geste wie ich finde, zumal der Preis von rund 30 DM für beide Versionen (zumindest bei meinem lokalen Händler) identisch ist! Nehmt den Hammer und immer feste druf....

    Fazit: 10 von 10 Punkten

    "Onkel" Tom Angelripper: Ein Strauß bunter Melodien

    Mit "Ein Strauß bunter Melodien" legt der gute alte Tom Angelripper nunmehr sein drittes Soloalbum, auf dem sich ausschließlich Stimmungsmacher befinden, vor. Allerdings kann "Ein Strauß bunter Melodien" weder mit dem Vorgänger "Ein Tröpfchen voller Glück" noch dem Debut "Ein schöner Tag" mithalten. Vielmehr finden sich auf der CD nur leicht modifizierte, wenig druckvolle Coverversionen bekannter Schalgerhits, die nicht immer unbedingt besser sind, als das Original (und das will schon was heißen!). Eröffnet wird die ganze Chose von einer Tom Angelripper Komposition ("Freundschaftsbund") gefolgt von einem Medley, die sich beide auch noch ganz gut anhören. Danach allerdings geht`s ins musikalische Nirvana, denn die darauffolgenden Coverversionen von beispielsweise "Prost, Prost Kameraden", "Marmor, Stein & Eisen bricht" oder auch "An der Nordseeküste" (!) sind einfach nur total lasch umgesetzt worden, ohne großartig viele Metalelemente (wie auf den Vorgängeralben) einfließen zu lassen. Mitunter sind zwar noch ganz annehmbare Songs zu finden (u.a. Tom`s Eigenkomposition "Wir machen heut `ne Sause"), aber ein Großteil ist so ziemlicher Müll, der im Grunde auch nicht besser ist, als irgendein Schalgerhitparaden Sampler (Vol. XXXV). Auch wenn es sich etwas hart anhört: Diese CD sollte man sich selbst als eingefleischter Tom Angelripper Fan nicht kaufen! Die ganze CD macht eher den Eindruck, daß man nach den guten Verkäufen von "Ein Tröpfchen voller Glück" unbedingt Kohlen nachschieben wollte, um noch mal ordentlich Geld zu machen. Wo die Coverversion von "Männer sind Schweine" (die ja für dieses Album angekündigt war) allerdinsg geblieben ist, weiß so ziemlich niemand. Mittlerweile hat die ganze Cover-Chose ihren Reiz und Flair verloren, so daß es für "Onkel" Tom mal wieder klüger wäre, mit einem richtigen Metal Album rüberzukommen; denn mit "Ein Strauß bunter Melodien" läuft er Gefahr, Sympathien bei den zahlreichen Fans zu verspielen. Mal sehen, wie es weitergeht....

    Fazit: 4 von 10 Punkten

    Top 10

    1. Blind Guardian: Nightfall In Middle-Earth
    2. Iced Earth: Something Wicked This Way Comes
    3. HammerFall: Legacy Of Kings
    4. Rhapsody: Symphony Of Enchanted Lands
    5. Metallica: Garage Inc.
    6. Rage: XIII
    7. Stratovarius: Destiny
    8. Ayreon: Into The Electric Castle
    9. Bolt Thrower: Mercenary
    10.Böhse Onkelz: Viva Loz Tioz

    Quelle: RockHard

    Konzertbericht: Stratovarius & Angra (14.2.99; Bochum "Zeche")

    Da es schon im Vorfeld des Konzertes nicht das einfachste war, Karten zu bekommen, wunderte es auch niemanden, daß die Zeche bis auf den letzten Platz ausverkauft war. Aber ich (und ein Freund) hatten Glück, denn wir gehörten immer noch zu den ersten die reingekommen sind und konnten somit sofort in die erste Reihe, in der wir das ganze Konzert über auch geblieben sind. Zwar dauerte es noch eine ganze Weile bis die brasilianische Combo Angra auf die Bretter kamen, aber als es dann soweit war, hielt es in den ersten Reihen der Zeche niemanden mehr: Arme wurden emporgestreckt und es wurde abgebangt ohne Ende. Und die Jungs aus Brasilien legten einen tollen Gig hin: Eröffnet wurde das ganze von "Wings of Reality" gefolgt von der rockigen Nummer "Lisbon". Schon hier war klar, daß Stratovarius einiges auf sich nehmen müssen, um diesen Gig noch zu toppen: Andre Matos sang wie ein junger Gott, Rafael Bittencourt und Kiko Laurencio rasierten alles ab, was ihnen in den Weg kam und auch der Drummer war in Spitzenform. Die darauffolgenden Songs "Carolina IV", "Petrified Eyes", "Metal Icarus" und "Speed" taten ihr übriges um für gute Stimmung zu sorgen. Und da die Leute dort ordentlich mitgingen und äußerst fair agierten, gab es mit "Carry on" sogar noch die gewünschte Zugabe!

    Also kein leichter Stand für Stratovarius, die ca. 20 Minuten später mit dem 10 Minütigen Track "Destiny" ihr Set eröffneten. Und mittlerweile kochte es richtig in der Zeche; und auch in der ersten Reihe wurde es immer enger, zumal mit "No turning back" gleich eine weitere Metal Granate auf die Leute losgelassen wurde. Aber auch die Mannen um Timo Tolkki hatten eine Sahnetag erwischt: Der charismatische Frontman Timo Kotipelto war megagut drauf und der Rest war immer für einen Scherz gut (siehe unten). Und es wurde auch so ziemlich alles gespielt, was sich im laufe der Jahre zu einem Hit entwickelt hatte: "Paradise", "Black Diamond", "Against the Wind" oder auch "Will the Sun rise". Natürlich durfte auch das obligatorische Jörg Michael Drum Solo nicht fehlen; wann ist schonmal einer der besten Deutschen Drummer in der Zeche? Alles in allem sprühten Stratovarius nur so vor Elan und es war ein Top Gig ohne nennenswerte Zwischenfälle; selbst die Security (keine Absperrungen!) war gut drauf! Dafür gab es genügend witzige Zitate der finnischen Band zu hören, die ihnen wohl der Scherzbold Jörg Michael ("Meine Mutter ist hier und hat natürlich jetzt einen guten Eindruck von meiner Band") beigebracht hatte: "Bringt mir einen Hund! Ich bin geil." oder "Ich will Stacheldraht in Deine Harnröhre einführen". Na, ob sich die Band da bewusst war, was sie so erzählt? War aber auf jeden Fall witzig mit anzuhören. Da auch die Performance ansonsten in Ordnung ging, bleibt unter dem Strich ein sehr guter Gig von beiden Bands mit der Sicherheit, einige neue Fans gewonnen zu haben!

    Die Setlist:

    Angra:

    1. Wings Of Reality
    2. Lisbon
    3. Nothing To Say
    4. Metal Icarus
    5. Carolina IV
    6. Petrified Eyes
    7. Speed 8. Carry On

    Stratovarius (mit Sicherheit falsche Reihenfolge):

    1. Destiny
    2. No Turning Back
    3. 4000 Rainy Nights
    4. Paradise
    5. Stratophere
    6. Jörg Michael Drum Solo
    7. Antheme Of The World
    8. S.O.S.
    9. Venus In The Morning
    10.Black Diamond
    11.Will The Sun Rise
    12.Distant Skies
    13.Forever Free
    14.Hold On To Your Dreams
    15.The Kiss of Judas
    16.Forever (Accustic Version)
    17.Against The Wind

    Outro

    So, daß war dann auch schon die zweite "richtige" Ausgabe der Metal Corner, die Euch hoffentlich gefallen hat! Das nächste mal gibt`s an dieser Stelle wieder genau so viel zu lesen (hoffe ich mal) und evtl. schon ein Review zum neuen Gamma Ray Album "Powerplant". Aber auch ansonsten habe ich schon einiges für die nächste Ausgabe vorbereitet... lasst Euch mal überraschen! Stay Hard...

    Kilian "The Bruce" Servais