IDE, SCSI, SCA - Wer blickt noch durch?

Früher war alles leichter. Man kaufte sich einen Festplattencontroller und stöpselte seine Platte dran. Der Standard nach dem sie funktionierte hieß AT. Später sprach man von IDE oder von EIDE, aber was es hieß war egal, da alles passte.

Anfangs unterschieden sich Festplatten nur nach ihrer Kapazität. Sie hatten entweder 10 oder 20 MB. Mit der Zeit kamen dann noch 40-MB-Platten hinzu.
Dann tauchten Begriffe wie VH und HH auf. VH stand für normale Höhe und HH für halbe Höhe. VH-Festplatten sind heute nicht mehr auf dem Markt und HH-Festplatten nennt man heute etwas komplizierter 5,25"-Platten. Diese Platten wurden weiter verkleinert, so dass heute vor allem 3,5"-Platten auf dem Markt sind. Noch kleinere Platten gibt es auch: 2,5" und 2"

Die IDE-Anschlüsse der 3,5"- und der 5,25"-Platten unterscheiden sich nicht. Nur die 2,5"- und die 2"-Platten weichen davon ab, da bei ihnen die Stromversorgung über das Flachbandkabel abgewickelt wird.

1986 wurde etwas neues veröffentlicht: der SCSI-Standard.
Die wesentliche Neuerung an diesem Standard ist die Entlastung der CPU. Bei IDE muss sie der Platte sagen:"Bewege Lesekopf zu Block x und lese bis Block y!" Unter SCSI sagt sie:" Lade Datei xyz!", den Rest erledigt die Festplatte eigenständig.
Statt eines IDE-Controllers sitzt ein SCSI-Hostadapter an der Stelle und jede Platte hat einen SCSI-Controller eingebaut.
Waren unter IDE nur zwei bzw. vier Geräte pro Controller möglich, so sind es nun pro Hostadapter 7 bzw. 14 und jedes Gerät kann sich nochmal in 8 verschiedene Geräte aufteilen, die alle unabhängig voneinander angesprochen werden können.

Der 1986 definierte SCSI-Standard ist heute unter SCSI-1 bekannt. Der externe Standard-Stecker ist der 50 polige Centronics-Stecker. Da Macs stattdessen einen 25 poligen SubD-Stecker haben, gibt es verschiedene Geräte, die diese Buchsen statt der Centronics-Buchsen haben. Ein Beispiel sind die Zip-Drives. Der interne Stecker ist der 50 polige Pfostenstecker. Die Datenbusbreite beträgt 8 Bit und es können 7 Geräte an den Hostadapter angeschlossen werden.
Man kann SCSI-1 (und SCSI-2) im "Single Mode" oder im "Differential Mode" betreiben. Im Single-Mode darf die SCSI-Buslänge maximal 6 m betragen (SCSI-Bus = Kabel vom Hostadapter bis zum Terminator).
Im Differential-Modus darf die Länge 25 Meter betragen. Die Datensicherheit wird erreicht, da jedes Signal auf zwei Leitungen übertragen wird.

Sobald SCSI-1 veröffentlicht wurde, begann man mit der Entwicklung von SCSI-2. Mit dem neuen Standard kamen verschiedene externe Steckverbindungen hinzu:

SCSI-2 kann man in drei Standards unterteilen:

Wie unter Wide-SCSI schon erwähnt, gibt es den SCSI-3-Standard. An einen SCSI-3 Hostadapter kann man bis zu 14 Geräte anschließen. Als interne Stecker werden 68 polige Mini-SubD-Stecker verwendet. Diese werden auch extern verwendet. Extern kommen aber auch 68 polige Mini-Centronics-Stecker zum Einsatz. Bei diesen Kabeln muss man vorsichtig sein, da diese in P-Kabel und Q-Kabel unterschieden werden. Die P-Kabel sind für 16 und 32 Bit geeignet, während man die Q-Kabel nur für 32 Bit verwenden kann.
Fragt mich bitte nicht, wo der Unterschied zwischen SCSI-3 und Wide-SCSI-2 liegt.

Was alle diese SCSI-Standards gemeinsam haben ist, dass sie terminiert werden müssen. Das bedeutet, dass etwas vorhanden sein muss, das die Spannung auf 2,85 V hält. Dies geschieht durch einen Terminator. Dieser kann in einem SCSI-Gerät eingebaut sein und mit einem Schalter ein und ausgeschaltet werden. Diese Terminatoren sollten alle abgeschaltet sein außer der des letzten Gerätes. Hat man kein Gerät mit eingebauten Terminator, dann kann man sich Terminatoren kaufen. Dabei werden aktive und passive unterschieden. Die passiven Terminatoren enthalten einen Spannungsteiler, der die Spannung auf ca. 3V hält. Die aktiven enthalten einen Spannungsregler, der die Spannung auf exakt 2,85V hält. Aktive Terminatoren sorgen daher für eine bessere Datensicherheit und sollten bei längeren SCSI-Bussen den passiven vorgezogen werden.

Die Standards sind untereinander kompatibel bzw. es gibt Adapter um die unterschiedlichen Stecker und Buchsen miteinander verbinden zu können. Solltet ihr euch selbst einen Adapter basteln wollen, so müsst ihr folgendes bedenken: Ihr habt z.B. einen SCSI-Hostadapter mit 68 poligen Ausgang und wollt daran eine Festplatte mit 50 poligen Buchsen anschließen. Diese Festplatte hat einen eingebauten Terminator. Es reicht nun nicht, dass ihr die Drähte, die ihr für diese Platte braucht durchleitet und mit dem Terminator der Platte terminiert. Ihr müsst euch zusätzlich einen Terminator basteln, der die vorderen 8 Datenbits terminiert, die in dem selbstgebastelten Adapter enden. Kauft ihr euch einen solchen Adapter, so ist je nach Qualität ein Terminator eingebaut.

SCA basiert auf SCSI-3. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass man die Geräte wie beim IDE-Bus anschließen kann und nicht durch jedes Gerät gehen muss. Im Klartext: Bei den SCSI-Geräten wird jeweils nur eine Buchse belegt. Eine Terminierung wird nicht benötigt und die SCSI-IDs fallen auch weg. Es wird UWSCSI unterstützt. Es sind maximal 15 Geräte möglich.
Wenn ich es richtig verstanden habe, muss man nur einen SCA-Adapter in den SCSI-Bus stecken und an Strom anzuschließen und schon hat man einen SCA-Bus. Die SCA-Stecker sind 80 polige Mini-Centronics.

UMO - Thomas Steffens