4. Softwaretest: 'Rexecute' - der Arexxcompiler (von Axel Teichmann)

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Getestetes Programm:    "Rexecute" Der Arexxcompiler
Version:                1.5
Art:                    Kommerziell
			Zu beziehen über Cool Bits in Köln 			für 69.- DM zuzügl. Versandkosten.
Tester:                 A.Teichmann@gmx.net
Testzeit:               Zeitraum 2 Monate
Verwendete Hardware:    Amiga4000/040 OS3.0 25Mhz /Cybervision64/3D CGX     
                        System 16 MB Fast Ram / 2 MB Chip Ram

Bestellung & Lieferung:

 Die Bestellzeit für den in einem Amiga-Magazin angepriesenden Arexx         
 Compiler von Horizon Software belief sich auf insgesammt vier Wochen und   
 drei Tage, bevor ein ca. 30x30cm großes Paket geliefert wurde. Nach dem    
 Auseinandernehmen dieser Verpackung kam die Ernüchterung, dass sich         
 lediglich eine CD-Hülle (Jewel Case) neben sonstigem Verpackungsmüll darin  
 verbarg, also frei nach dem Motto: Wie rechtfertigt man die hohen          
 Transportgebühren.

Verpackung & Aufmachung

 Das Jewel Case selbst enthält auf der Ober- und Unterseite einen schönen   
 Druck und einige englische Schriftzüge, worin das "Produkt"                
 angepriesen wird.
 Noch freut man sich über eine schöne CD, aber spätestens, nachdem man das 
 Jewel öffnet, hat man komplett die Schnauze voll, denn lediglich eine DD-
 Diskette befindet sich in einem Disk-Aufnehmer dort drin. Es befindet sich 
 keinerlei Anleitung oder Beschreibung zu dem Produkt auf Papier.
 Lediglich ein Aufkleber von Horizon Software mit der Jahreszahl 1998       
 befindet  sich auf der Disk.
 Die komplette Anleitung besteht aus einer englischen Guide-Datei auf der   
 Diskette.
 Kein Datum der Files auf der Disk überschreitet das Datum 13.6.96, woran   
 man schon erkennt, wie alt die Software ist, die hier verkauft wurde. Der  
 Compiler selber trägt das Datum 13.10.95.

Installation:

 Die Installation erfolgt mittels des Commodore-Installers, natürlich auch 
 komplett in englischer Sprache. Desweiteren kann man natürlich auch per    
 Hand alles irgendwo auf Platte kopieren, der Erfolg ist der gleiche.

Praxistest:

 Nach dem Aufruf des "Compilers" kommt erst mal ein Pal-HighRes-Bild mit 
 Werbung von Horizon Software, für Grafikkarten-Benutzer ist dies wirklich 
 SEHR vorteilhaft! 8-)
 Ansonsten kriegt man lediglich ein kleines Window mit dem wunderschönen
 Topaz-Zeichensatz zu Gesicht, welches die komplette Schaltzentrale für 
 Rexecute darstellt.
 Dort kann man einstellen, ob man ein Executable, ein Link Object, Library 
 Object oder ein Skript erstellen will. Unter Executable versteht man, dass 
 das Programm von WB und CLI aus aufrufbar ist, ohne mit RX oder so zu      
 hantieren.
 Der Sourcecode des Arexx-Skripts bleibt natürlich voll lesbar im Programm 
 erhalten und die Executables benötigen weiterhin ARexx im Hintergrund.
 Unter Library Object versteht man ein Objekt, welches man als Funktion in  
 ARexx aufrufen kann (mittels CALL). Im Endeffekt bleibt es aber beim       
 ARexx-Skript.
 Ein Linkable Object kann man mittels Rexecute auch erzeugen, welches dann  
 für C-Programmierer im eigenen Code eingebunden werden kann. Auch hier     
 bleibt natürlich der Sourcecode voll erhalten und mitlesbar.
 Zum Schluss gibt es nur noch die Funktion, ein Skript zu erzeugen, welches  
 die Möglichkeit bietet, alle Kommentare oder ähnliches herauszufiltern     
 oder Control- und Trace-Sequenzen mit einzubauen.
 Rexecute kompiliert im Vergleich zu Freeware-Programmen ziemlich langsam, 
 und stürzt ab und zu mal ohne ersichtlichen Grund ab. Ein dermaßen         
 schlechtes Amiga-Programm habe ich schon lange nicht mehr erlebt, zumal    
 ich noch im Gedächtnis habe, dass in dem Testbericht der "Amiga            
 Zeitschrift" etwas von "unabhängig von Rexxmast" und "völlig neues         
 Produkt" stand. Solchen Testberichten sollte man absolut NICHT trauen!     
 Wahrscheinlich hatte das betreffende Magazin noch nicht mal ein Testobjekt  
 zur Hand! 
 
Positiv:
 
 Ermöglicht das Kompilieren und Verkleinern von ARexx-Skripten, unterstützt
 das Verwenden von eigenen Libraries im ARexx-Style.

Negativ:

 Kann keine echten Executables erzeugen, benötigt auch weiterhin ARexx im 
 Hintergrund. Stürzt ab und zu mal ab, beim Start kommt erst ein PAL-
 Werbebild von Horizon Software. Software ist schon uralt, wird aber als
 neu verkauft.

Fazit:

 Wer mit dem Gedanken spielt, sich dieses Programm zu kaufen, sollte das 
 Geld lieber in eine vernünftige Software investieren oder gleich mir       
 schenken, anstatt diese von 1995/96 stammende Software für viel zu viel    
 Geld zu erwerben.
 Außerdem gibt es im Aminet etliche Rexx-Masher, die das gleiche können und
 stabiler laufen als diese Mogelpackung.
 Als Suchbegriff sei hier "Execrexx" und "Compressrexx" genannt. Die bieten 
 höhere Stabilität, mehr Funktionen und ein besseres Preis-Leistungs-       
 Verhältnis.

Axel Teichmann <A.Teichmann@gmx.net>«