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Amiga goes Linux - Kommentar von Robert NiessnerDie neueste Entscheidung von Amiga Inc., das OS QNX nun doch nicht zu verwenden und stattdessen auf Linux zu setzen, stößt der Amiga-Gemeinde schwer auf. Die essentielle Frage ist jetzt: "Was hat das alles zu bedeuten?" Unweigerlich drängt sich die Vermutung auf, Amiga Inc. versucht auf einen fahrenden Zug aufzuspringen und am großen Linux-Kuchen mitzunaschen. Die Vorgehensweise ist ja nicht dumm: Viele Leute sind des Micro$oftschen Imperiums überdrüssig und suchen nach Alternativen. Wenn nun jemand statt eines Intel-basierenden Rechners eine neue Plattform mit speziell auf Linux zugeschnittener Hardware präsentieren würde - da müßten doch alle Linuxverehrer Stielaugen bekommen und sich auf das Produkt stürzen. Mit ein bißchen geschickt gemachter Marketing-Strategie könnte man auf einem Schlag Zehntausende zum Amiga ziehen - frei nach dem Motto "Hauptsache Linux". Über Softwaremangel müßte man sich dann auch keine Sorgen machen, die gibt´s wie Sand am Meer und große Firmen bekommen bei Linux momentan sowieso weiche Knie. Gateway selbst könnte da auch noch in dem einen oder anderen Fall nachhelfen. Es würde mich auch nicht wundern, wenn Gateway plötzlich auf Intel basierende Linux-Rechner ins Programm aufnimmt. Was ungeklärt bleibt, ist die Frage, wie kompatibel ist das Aufsetzen des AmigaOE auf den Linuxkernel zu dem Rest von Linux. Treiber kann man wohl nicht so einfach umsetzen, wie Collas uns glauben lassen will. Und LinuxPPC läuft jetzt schon auf dem ClassicAmiga, trotzdem gibt es noch nicht einmal einen Treiber für das UW-SCSI der CyberstormPPC... Vielleicht möchte man sich bei Amiga Inc. auch das Geld für Entwicklungen sparen und alles von der Community gratis programmieren lassen? Ganz so absurd scheint der Gedanke doch nicht zu sein, schließlich ist Open Source ja ebenfalls der große Hype. Und es ist doch nett, wenn man für Innovationen keinen Groschen ausgeben muß. Zu QNX wäre zu sagen, daß man bisher ein Demo sehen konnte und seit neuesten auch ein paar Screenshots, die von zugegebenermaßen eindrucksvoller GUI zeugen. Wie es scheint, hat QNX wirklich kompetente Designer hinter sich, aber daß läßt keinerlei Rückschlüsse auf ein fertiges AmigaOE und dessen Look&Feel zu, niemand kann einwandfrei sagen, ob das Ganze ein Verlust für den zukünftigen NGAmiga bedeutet. Zuviel wird spekuliert und gedeutelt, manche User benutzen wahrscheinlich sogar Kristallkugeln, um einen Blick auf die nahe Zukunft zu erhaschen und die Gemeinde mit Gerüchten und Emotionen zu verunsichern :-) Letzendlich bleibt uns sowieso nichts anderes übrig, als weiterhin abzuwarten, was angesichts der Amiga- Vergangenheit für jeden User bekanntes Terrain bedeutet. Andererseits stellt sich die Frage, wo die Amigarevolution bleibt, wenn man sowieso ein altes proprietäres UNIX-Derivat (Posix) einsetzt. Das Schöne am AmigaOS sind seine vielen praktischen Funktionen und die Geschwindigkeit. Besonders einfach war das AmigaOS allerdings auch nicht zu bedienen, aber wenn man mal den Aufbau des Systemordners verstanden hat, offenbart die Technolgie seine Genialität - bis heute. Ob Linux genial ist, wage ich zu bezweifeln, da basteln zu viele Programmierer und zu wenig Anwender herum und die einen denken bekanntlich anders über Benutzerfreundlichkeit als die anderen. Hätte Micro$oft den wichtigsten Teil der Amiga-Funktionalitäten in Windows eingebaut, ich wäre mit wehenden Fahnen übergelaufen - letztendlich kommt es nur darauf an, daß man sich auf einem Betriebssystem während der Arbeit wohlfühlt! Als Beispiel dienen das Screen-switching, Locales, Device-handling, klare Strukurierung des Systems, RamDisk, etc. Wie gut OS3.1 ist, merkt man wohl auch daran, daß so ziemlich alles und jeder PC-Trend auch seinen Weg auf den Amiga findet. Sicher, es hat seine Schwächen, aber man zeige mir ein OS das keine aufzuweisen hat. Und obwohl das AmigaOS keinen Speicherschutz hat, hatte ich in meiner langen Amiganer-Karriere weniger Datenverluste, als in 3 Jahren am Mac oder PC. Welches OS läßt sich schon auf eine andere Partition kopieren, die Systempartition formatieren, den Inhalt zurückkopieren und dann normal weiterarbeiten? Wie dem auch sei, die Zukunft liegt in greifbarer Nähe, die Welt wird nicht untergehen und Amiga Inc. wird irgendwann mal einen AmigaNG rausbringen, sei er nun revolutionär, oder nicht. Die meisten von uns (der Community) werden einfach abwarten, bis es irgendetwas zu sehen/kaufen gibt, und sich dann entscheiden. |
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