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ArtEffect 3.0 - Aller guten Dinge sind drei...So, das ist jetzt schon der dritte Artikel über ArtEffect in der AmigaScene. Hervorgerufen durch immer wieder neue Versionen dieses beliebten Bildbearbeitungsprogramms auf dem Amiga. Das ist natürlich überaus positiv zu bewerten, in einer Zeit, in der man bei den Amiga Programmen immer öfter bangen muß, ob es überhaupt noch eine nächste Version geben wird. Diesmal geht es um die Version 3.0, die gegenüber dem Vorgänger 2.6 zwar keine revolutionären Änderungen oder Erweiterungen erfahren hat, aber doch mit einigen brauchbaren und nützlichen Neuigkeiten aufwartet und genau mit diesen wollen wir uns in diesem Artikel näher befassen. Die Installation der vier Disketten, auf denen das Programm ausgeliefert wird, ist diesmal problemlos durchzuführen. Als Handbuch dient immer noch das der Version 1.1. Alle zusätzlichen Funktionen werden ausschließlich in der mitinstallierten AmigaGuide-Datei erklärt. Leider gibt es noch immer keine Online-Hilfe im Programm selbst und so verwaist die Help-Taste am Rechner. Jedoch gibt es jetzt diese Sprechblasen, die einem kurze Hinweise über die verschiedenen Werkzeuge im Werkzeugfenster beim Darüberfahren mit der Maus anzeigen. Ein kleiner Überblick über die BildbearbeitungObwohl wir hier nicht eine erschöpfende Einführung in die Bildbearbeitung am Amiga oder im speziellen mit ArtEffect geben können und wollen, soll dem interessierten, aber mit Bildbearbeitungssoftware noch nicht so vertrauten, Leser eine kurze Erläuterung dieses Themas geboten werden. Die herkömmlichen Pixel-Malprogramme -- das bekannteste darunter sicherlich DPaint -- sind wohl jedem Amiga-Anwender ein Begriff. Mit solchen Programmen werden hauptsächlich Bilder gezeichnet oder gemalt. Zur Blütezeit dieser Programme war auch eine Eigenschaft, die aber hauptsächlich auf die Unzulänglichkeiten der früher verwendeten Hardware zurückzuführen ist, immer mit im Spiel, das ist die recht beschränkte Anzahl an gleichzeitig in einem Bild verwendbarer Farben. Trotz dieses Mangels konnten und können talentierte Grafiker aber durch geschickte Farbauswahl und -kombination mit solchen Programmen recht erstaunliche Ergebnisse erzielen. Später, als diese Farbbeschränkungen mit verbesserten Grafikkarten und größerer Speicherausstattung der Rechner langsam fielen, entstanden dann Malprogramme mit denen auch sogenannte Echtfarbbilder (TrueColor), also Bilder mit fünfundsechzigtausend oder 16 Millionen Farben erstellt werden konnten. Im Gegensatz zu den TrueColor-Malprogrammen nennt man die anderen palettenbasierte Programme, weil sie mit einer sogenannten Farbpalette arbeiten, die eine Auswahl aus den insgesamt verfügbaren Farben darstellt. War aber einmal die Farbbeschränkung aufgehoben, so ergaben sich noch weitere Einsatzgebiete. Man war nicht mehr so sehr darauf angewiesen, alles von Hand zu zeichnen, sondern konnte plötzlich recht einfach Fotografien ohne erheblichen Qualtitätsverlust in den Rechner übertragen. Natürlich ergaben sich daraus ungeahnte Möglichkeiten. Natürliche Bilder konnten nachträglich ganz einfach mit TrueColor-Malprogrammen verändert werden. Mit Echtfarbbildern kann man jedoch noch ganz andere Operationen im Rechner anstellen, als nur ein bißchen darin herumzumalen. So möchte man z.B. bestimmte Bildteile farblich korrigieren, aufhellen, abdunkeln, retouschieren usw. All das, was man früher nur in einem Fotolabor anstellen konnte, und noch viel mehr wird heute von den Bildbearbeitungsprogrammen geleistet. Und hiermit sind wir auch schon beim Thema. Bildbearbeitungsprogramme sind hauptsächlich auf die Manipulation von bereits existierenden Bildern spezialisiert. Zwar kann man mit ihnen auch weiterhin noch frei malen, aber meist werden Bilder aus anderen Quellen wie eingescannte oder mit einer Digitalkamera aufgenommene Fotos oder gerenderte künstlich erzeugte Bilder als Ausgangsmaterial herangezogen. Man kann dann beispielsweise Mängel in Fotos nachträglich ausgleichen oder Elemente von mehreren Bildern zu einer neuen Komposition zusammenstellen. Sollten Sie jetzt plötzlich draufgekommen sein, daß so ein Bildbearbeitungsprogramm ganau das ist, was sie schon die längste Zeit brauchen, oder vielleicht einmal selbst ausprobieren wollen, was der Autor in den vorangegangenen schwindligen Absätzen versucht hat zu erläutern, dann laden Sie sich doch einfach einmal die Demo-Version von ArtEffect von der Haage & Partner Homepage http://www.haage-partner.com. Unterstützung für palettenbasierte BilderNeu in ArtEffect 3.0 aufgenommen wurde die Funktion, Echtfarbbilder in graustufen- oder palettenbasierte Bilder von 2 bis 256 Farben herunterzurechnen. Dabei kann optional eine Floyd-Steinberg-Rasterung zur Qualitätssteigerung herangezogen werden. Andere Rasterverfahren werden jedoch nicht unterstützt. Solche palettenbasierte Bilder können dann in ArtEffect auch noch eingeschränkt weiterbearbeitet werden. Einfache Operationen wie Spiegeln, Skalieren und Rotieren sind weiterhin möglich. Auch können die meisten Malwerkzeuge in recht eingeschränkter Form mit solchen Bildern verwendet werden. Die Arbeit mit Masken ist jedoch bei graustufen- und palettenbasierten Bildern nicht möglich. Besonders nützlich ist diese Funktionalität, wenn man Bilder fürs Internet braucht. Denn solche palettenbasierte Bilder können jetzt auch im GIF-Format von 1 bis 8 Bit Farbtiefe abgespeichert werden. Dabei wird auch Transparenz unterstützt. Ebenfalls können diese im ILBM(IFF)- oder PNG-Format gespeichert werden. Hierbei werden aber immer 8 Bit Farbtiefe verwendet, was nicht unbedingt sinnvoll erscheint. So will man ein Bild, das man z.B. auf 4 Farben heruntergerechnet hat, dann auch als ILBM mit 2 Bit Farbtiefe (entspricht 4 Farben) speichern. Hier wäre also für die nächste Version noch etwas zu tun. Derzeit muß man da noch mit einem externen Programm nachbessern. Erweiterte Möglichkeiten bei den Ebenen (Layers)Ebenen sind eine sehr nützliche Eigenschaft. Man kann sie sich wie Klarsichtfolien vorstellen, die in einer bestimmte Reihenfolge übereinander liegen. Zeichnungselemente in darüberliegenden Ebenen verdecken Teile, die darunter liegen. Jedoch muß es sich hierbei nicht um eine vollständige Verdeckung handeln, da einerseits die Ebenen selbst und andererseits die auf der Ebene aufgetragene Farbe eine bestimmte einstellbare Deckkraft besitzen. Jede Ebene kann unabhängig von den anderen modifiziert und bemalt werden. Bei der Anzahl der verwendbaren Ebenen gibt es jetzt keine künstliche Beschränkung mehr. Jedoch wird natürlich der Speicherbedarf für jede zusätzliche Ebene größer. Außerdem steigt auch der Rechenaufwand an. Weiters ist es jetzt möglich, daß die Zeichnungselemente darüberliegender Ebenen auf den darunterliegenden Schatten werfen. Diese Schatten werden automatisch berechnet und lassen sich jederzeit ein und ausschalten. Die Deckkraft und der Versatz des Schattens läßt sich hierbei einstellen. Weiters können die Ebenen gegeneinander verschoben werden. So ist ein nachträgliches Einpassen oder Umplazieren von Bildelementen, die auf verschiedenen Ebenen liegen, jederzeit möglich. Die Pinselspitzen haben ein paar zusätzliche Möglichkeiten bekommenEinerseits läßt sich die Größe der Spitze abhängig vom Druck (besonders für drucksensitive Grafiktabletts interessant) oder zufällig während des Zeichnens variieren. Dabei ist die definierte Größe die Maximalgröße, die zum Beispiel bei nachlassendem Druck immer mehr verkleinert wird. Die minimale Größe kann dabei in Prozent zur maximalen Größe (100%) eingestellt werden, was somit die Stärke der Variation bestimmt. Ein weiterer Effekt der neuen Pinselspitzen ist die Möglichkeit, ein gewisses Streuverhalten einzustellen. Dabei werden dann die farbigen Punkte nicht unbedingt direkt unter der Spitze des Mauszeigers gesetzt, wie es normalerweise geschieht, sondern innerhalb eines einstellbaren Radius nach dem Zufallsprinzip um diese herum. Dies ist der gleiche Effekt, der im Malprogramm DPaint bei der Sprühdose zur Anwendung kommt. Neues bei den FilternNatürlich wurden auch die Filtermodule, mit denen man die verschiedensten Effekte und Manipulationen am Bild durchführen kann, erweitert und verbessert. Neu hinzugekommen ist der Deinterlace-Filter. Wenn man aus einem Video-Film die zwei Halbbilder herausholt um ein Standbild zu bekommen, dann erhält man bei bewegten Szenen oft zwei versetzte Bilder und damit nur eine sehr verschmierte Szene. Dieser Umstand läßt sich durch das Interlace-Verfahren, das beim Fernsehen angewandt wird, erklären. Dabei werden abwechselnd immer nur die geraden oder ungeraden Rasterzeilen dargestellt. Jede zweite Zeile bleibt frei. Da sich jedoch durch die Bewegung der abgebildeten Objekte deren Position am Bildschirm zwischen diesen zwei Halbbildern schon wieder verändert hat, erhält man somit zwei versetzte Bilder übereinander. Der Deinterlace-Filter in ArtEffect bewirkt jetzt, daß bei einem solchen Bild ausgehend von den geraden oder ungeraden Rasterzeilen ein neues Bild ohne diesen Schmiereffekt berechnet wird. Dabei wird jedoch nicht nur einfach jede zweite Zeile ausgelassen und durch die benachbarte ersetzt, sondern es wird eine gewisse Interpolation zwischen den beiden Halbbildern durchgeführt. Weiters erfuhren die Kariakatur-Filter und Gauss-Filter eine Geschwindigkeitssteigerung und neue Einstellmöglichkeiten. Verbesserung bei FarbverläufenMit ArtEffect lassen sich jetzt sehr schöne Farbverläufe definieren. Dabei können sowohl die Farbwerte als auch die Transparenz festgelegt werden. Grundsätzlich geht man dabei so vor, daß man in einem Balken, der den gesamten Verlauf repräsentiert, an verschiedenen Stellen Stützpunkte definiert, die einen bestimmten Farbwert zugewiesen bekommen. Ein Beispiel für einen solchen Verlauf wurde bei ArtEffect mitgeliefert: Der Regenbogen. Dieser wurde mit den Stützfarben Rot, Gelb, Grün, Cyan, Blau und Magenta erschaffen. Die Position der Stützpunkte läßt sich jederzeit verändern und auch eine numerische Positionsangabe ist vorgesehen. Die Transparenz kann nach dem selben Verfahren auf einem alternativen Balken festgelegt werden. Interne Verbesserungen in der Version 3.0Es kamen mit der Version 3.0 nicht nur neue Funktionalitäten hinzu, sondern es wurden auch programminterne Verbesserungen durchgeführt. Dazu gehört ein reduzierter Speicherbedarf, der insbesondere bei Verwendung von mehreren Layers entscheidend sein kann. Auch das Refresh-Verhalten wurde abgeändert und erfolgt asynchron zum Zeichnen. FazitDas Programm macht insgesamt einen recht stabilen und brauchbaren Eindruck. Jedoch führte bei meinen Tests das Skalieren eines Graustufenbildes manchmal zu einer endlosen Operation. Für einigermaßen vernünftiges Arbeiten muß man einen Rechner mit MC68060 Prozessor und ausreichend Speicher besitzen. Auch eine schnelle Festplatte ist anzuraten, da das Programm durch die prinzipbedingt hohen Speicheranforderungen mit einer virtuellen Speicherverwaltung arbeitet, wobei die Daten immer zwischen Festplatte und Hauptspeicher ausgetauscht werden müssen.
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