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SCALA MM400 - Nein, wir brauchen kein PowerPoint!Butterweiche Animationen, flüssig scrollende Videotitel, eine Sammlung feiner Effekte für Überblendungen, Musik und Soundeffekte kombinierbar mit bewegten Grafiken, das alles auch noch interaktiv und mit Ünterstüzung diverser Hardware wie LaserDisc Player, Genlocks u.s.w. - kurz: Das was der Amiganer seit Ende der 80er als Multimedia verstand und auch heute noch darunter versteht. Damals noch zu einer Zeit, als man auf dem PC-Sektor gerade erst Windows entdeckt hatte und außer ruckeligen Bildfolgen und armselig anmutenden Piepsern von Multimedia noch jede Spur fehlte...
Beinahe jeder Amiganer kennt es, SCALA, das Multimedia-Programm schlechthin. Auch ich hab zwei spezielle Versionen von Scala auf meiner Platte herumgammeln. Eigentlich verwend' ich das Teil nur zum Animationen abspielen und Sounds dazu erklingen lassen. Einerseits hab ich die das Scala MM300 (Version III, (C)1993) und andererseits Scala MM500 (Version I, (C)1990), und jetzt hab ich Scala MM400 (das hat aber Version III und ist (C)1994). Also ist Scala MM500 der älteste Verteter im Bunde, dann kommt MM300 und zuletzt MM400. Naja, soll es so sein. Hauptsache, es hat sich was getan beim Update. Features...Ich klicke mich also durch das Programm und wundere mich erstmal: Genau dieselben Demo-Skripts, genau dieselben Default Screen Farben, genau dieselbe Anordnung der Buttons - alles wie eh und jeh. Eigentlich bestens, denn so findet man sich gleich zurecht und braucht sich nicht wie bei Programmen aus anderen Häusern die diversen modi operandi nocheinmal neu beibringen. Allerdings täte mich jetzt schon interessieren, was jetzt wirklich neu ist. Nachfolgend eine Übersicht:
Na bestens. Das Programm hat sich also nicht so sehr in Punkto Umfang verändert, dafür aber in Sachen Qualität (Outline Font Aliasing, etc). Und was auch noch immer beeindruckend ist, zumindest für mich: Es genügt ein Amiga mit Kickstart 1.3, 1MB CHIP, 2MB FAST und eigentlich braucht man auch gar keine Festplatte - davon raten allerdings die Hersteller dringend ab, aber wer hat heute selbst noch eine Festplatte unter 1GB?
Die ScalaMM400-CDWas ist also alles auf der CD? Scala von CD startbare Version, Scala die Festplattenversion, Handbuch als Multimedia-Skript und AmigaGuide vorhanden, viele Texturen und Buttons (die man jedoch leicht selber machen hätte können aus den Texturen), 107 schöne Naturfotos von Tina Peters (von denen ein paar als WB-Backdrop herhalten müssen), eine Demoversion von "Digital Vernissage", hat aber irgendwie nicht funktioniert, eine Art "Picture Manager" (genannt GFX Manager), eine ganze Menge schöner Colorfonts, und sonst eigentlich nichts berauschendes. Die ganze CD wurde von NIGHTSHIFT zusammengestellt, aber im großen und ganzen recht schlampig. Die Icons quer durch den Gemüsegarten von NewIcons bis zu den alten 4-Farb Workbench1.3 Icons, die Anordnung der Verzeichnisse ist auch nicht soo durchdacht: Warum befindet sich die Demoversion von "Font Machine 3" im Verzeichnis "Liesmich"? Und was bedeuten die Icons "RAMperformance" und "DISKperformance"? Ah, die Demo für die Colorfonts. So, das wär's vorerst einmal. Die ersten Wirren sind beseitigt. Probleme mit dem diskfont.library-PatchIch spiele also lange mit dem Scala herum und experimentiere mit den verschiedensten Schriften, da stürzt mir das Programm beim Font-Requester ab. Aha, gepatchte diskfont.library durch das Original ersetzt, und es geht wieder. Was genau den Guru verursacht, kann ich nicht sagen, da ich der Handhabung diverser Debugging Tools wie Enforcer, etc. nicht mächtig genug bin. Verstehen tu ich es allerdings nicht, denn die gepatchte Diskfont-Library besitzt lediglich eine zusätzliche Funktion. Ein Demoskripterl ist schnell erstelltEgal, ansonsten läuft alles ganz fein und man bekommt schnell die ersten Ergebnisse zu sehen. Als Beispiel für die Einfachheit und Genialität von ScalaMM400 haben wir ein kurzes Demoskript beigelegt, welches ein paar Effekte zeigt. Die Erstellung des gesamten Skripts dauerte weniger als 15 Minuten!
Laserdisk mit Joystick gefällig?Was gibt es also noch zu Scala zu sagen? Durch die Genlock-Unterstützung ist es bestens für Videobetitelung geeignet, durch Unterstützung anderer Geräte wie LaserDisc Player, etc. ist Scala unentbehrlich für Multimedia Präsentationen jeglicher Art. So kann man sich zum Beispiel mit einem Touchscreen ein Bedienpanel für einen LD-Player schaffen, und der Player wird somit nicht von irgendwelchen Dilletanten kaputtgemacht. Oder hat man keinen Touchscreen, will aber eine Joysticksteuerung? Auch kein Problem. Mit Scala ist (fast) alles möglich. ScalaQuake?Last but not least erlauben es Variablen und bedingte Verzweigungen sogar, Spiele und 'komplexere' Programme mit Scala zu generieren. Man definiere seine Buttons (Bildschirmbereiche) und welche Variablen mit welchen Ereignissen in Zusammenhang stehen - alles ganz kinderleicht. Klickeldiklick. Der ScalaMMPlayerAnimationen, Grafiken, Sounds - es werden sogar MIDI-Sounds unterstützt - werden durch Scala mit ein wenig Geschick zu einem Ganzen verschmolzen, und das so einfach und effizient wie schon seit ewigen Zeiten. Mit dem ScalaMMPlayer kann man die fertigen Skripts dann abspielen. Der Player muß als Standard Programm des Projekt Icons eingetragen sein, dies geschieht beim Speichern eines Scripts automatisch. FazitScalaMM400 - wer es noch nicht hat, der möge es sich besorgen. Wer bereits eine alte Version zu Hause hat, darf abwägen, ob ihm der Kauf wert sein soll. Von den Zusätzen auf der CD sind lediglich die Colorfonts hervorragend, sogar um einiges besser als die Fonts aus der Kara-Collection. Texturen und Bilder sind eher durchschnittlich. Hat man eben alles schon irgendwo mal gesehen.
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