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WET - ganz schön hot!Kalt ist die Winterzeit fürwahr, aber es gibt eine sehr effiziente Möglichkeit, die horrenden Heizkosten zu sparen und sich dabei auch noch mit höchst erfreulichen Dingen zu befassen. Man besorge sich einfach ein Spiel namens WET - The Sexy Empire und füttere damit sein CD-Laufwerk. Nicht nur diesem wird dabei ganz schön eingeheizt, soviel ist sicher! :-) Wenn man eine Bank zu dritt überfällt, dann kann es schon mal vorkommen, daß die beiden Kumpanen mitten auf der Flucht beschließen, eine Beuteteilung durch zwei sei weitaus effizienter und ertragreicher als durch drei - und den armen Dritten dann mitten in der Wüste stehen lassen. Ganz schön viel Pech, möchte man meinen, doch damit nicht genug! Wenn das einzige Kaff in der Umgebung praktisch nur aus Sexshops, Video- & Fotofachhändlern, Bars und Motels besteht, wie wohl wird man sich dann sein Brot verdienen, um eine neue Identität zu erkaufen, noch bevor einen das FBI aufgestöbert und eingebuchtet hat? Das Zauberwort heißt "Lula". Die Dame, die jedem Mann das Wasser im Munde zusammenlaufen läßt, wollte eigentlich ganz groß im Filmbusiness rauskommen, blieb aber immer nur an Produzentenbetten hängen. Der höchst erfreuliche Zufall dieser Bekanntschaft (im Intro ausführlich zu sehen!) gipfelt also schließlich in einer fruchtbaren Zusammenarbeit. Schließlich ziehen ja beide am selben Strang, die Schöne und der Spieler: sie will groß raus, er will... aus dem Kaff raus, beide wollen reich und berühmt werden und tun, was einem sonst noch bei vernebelten Sinnen so durch den Kopf geht. Besser könnte es ja fast nicht sein! Der erste Teil des Spiels, welches vom Aufbau her sehr an Mad TV, Mag! oder Biiing! erinnert (nur daß die Grafiken und Animationen animierender sind), stellt eine recht simple Aufgabe: genug Geld zu verdienen. Und das geht so: man schießt ein paar Fotosessions mit Lula oder dreht kleine Videos, um diese dann beim Verleiher zu verleihen oder direkt in bare Münze zu verwandeln. Aber es fallen auch Ausgaben an: Foto- und Filmeqipment, Foto-Entwicklung, Motelzimmermiete, Sexspielzeug und Partnerinnen für Lula... außerdem braucht sie auch ihre wohlverdienten Pausen, also gehen sich höchstens 3 Sessions pro Tag aus. Auch die falschen Pässe werden Geld kosten! Um die Sache zu erleichtern, erpreßt man zwischendurch Gäste der Bar mit angeblichen Nacktfotos oder läßt Leute von Rockern vermöbeln. Für amüsante Abwechslung und nicht näher verratene Gags ist also bereits hier gesorgt! Aber das alles ist ja noch gar nix gegen Teil 2. Der Spieler mutiert nämlich zum Filmproduzenten! Erstmal wollen ein paar Gebäude gemietet werden, dann gehts wild los mit Casting, Requisite, Lagerhaltung, Schnitt, Vervielfältigung, Synchronisation, Filmplanung und vielen anderen Dingen. Darsteller können auf Trainingslager geschickt oder vom Chirurgen "verschönert" werden lassen. (Bei dessen Anblick wär` ich eher skeptisch ;-)) Die Gegner gehören genauso sabotiert, wie auch diese dasselbe Spielchen mit dem Spieler treiben, und auch Skandale braucht das Volk. Bei all diesen Aktionen und Handlungen darf man aber keinesfalls die Finanzen außer Augen lassen, denn wenn die sich erstmal in Form von roten Zahlen selbständig machen, wird es kritisch, da eine Überschreitung des Kreditrahmens zum unverhofften Spielende führt. (Lula erklärt uns dann, sich nun einen richtigen Kerl zu suchen - wie jammerschade.) Die Produktion eines Filmes ist also keine einfache Sache, da der erwartungsvolle Spieler an viele Sachen zugleich denken muß. Und ganz schlampig produzierte Billigstreifen werden den Weg in die Charts nie finden. Es ist also viel zu tun! Und nebenbei rennt auch noch die Zeit buchstäblich davon, nämlich kontinuierlich-automatisch wie schon zu Zeiten von Mad-TV. Gottseidank kann man in den Optionen die Geschwindigkeit einstellen, mit der sie verstreicht. Apropos Optionen: neben den obligaten "Speichern", "Laden" und "Beenden" steht uns auch noch zur Auswahl, alle Zwischenanimationen sehen und Musik hören zu wollen oder nicht. Wie dem auch sei, ich kann allen, die sich an den Grafiken ergötzen wollen, nur empfehlen, einen Screengrabber zu verwenden, weil es keine richtige Pausefunktion gibt. Allerdings haben auch die ganzen kleinen Animationen ihren Reiz... Das Spiel strotzt natürlich vor kleinen Gags. Wann immer ein Monitor zu sehen ist, führt ein Klick darauf zum Abspielen einer kleinen (winzigen) Animationssequenz. Das alleine ist ja noch nicht wirklich lustig. Aber wenn manchesmal der Verleiher den Spieler zum Ziehen der Leine auffordert, weil er gerade deutlich sichtbare "Reitstunden" nimmt (ähem), die Polizistin sich als waschechte und gnadenlose (!) S&M-Herrin entpuppt und diverse andere weibliche Figuren per Mausklick zum Wackeln oder Strippen beginnen, dann ist oft ein Schmunzeln das Mindeste. Dabei sind die Grafiken ja an sich schon witzig... Der optische Blickfang Nummer eins ist vom Intro weg unsere liebe Lula, die im zweiten Spielabschnitt sogar ihr eigenes Zimmer bekommt, aber leider recht böse dreinschaut. Teure Geschenke und beruflicher Erfolg können sie aber schön langsam umstimmen. Und schließlich, nach langer Zeit (ich war bisher noch nicht soweit), tritt dann Phase 3 in Aktion: die zweite Spielstufe wird noch um einige Features erweitert (Sendestationen, Satelliten etcetera) und erweitert das gesamte Konzept um ein weiteres Quentchen an Komplexität. Der besondere Anreiz, solange durchzuhalten und das Spiel erfolgreich zu beenden, liegt neben Spielwitz und optischen Freuden gewiß auch im Outro, welches ich zwar noch nicht erblicken durfte, aber wer erst einmal das Intro gesehen hat... ;-) Und damit wäre das Wesen des Spieles eigentlich bereits ausführlich erläutert; lassen wir also die technische Seite zum Zuge kommen! Bei WET ist eines (leider) von Beginn an klar: es handelt sich um eine PC-Konvertierung. Wer über einen besonders schnellen Rechner verfügt, dem fällt das vielleicht nicht so sehr auf, aber ich mit meinem berüchtigten 1200er mit Blizzard 1230/IV (68030er mit 50 MHz) komme tatsächlich ständig in den zweifelhaften Genuß ruckelnder Animationen, wie man sie nur selten am Amiga sieht. An dieser Stelle ist wohl ein bißchen Kritik an den Programmierern erlaubt: wenn ich vor einem Amiga sitze, möchte ich auch das Gefühl haben, daß ich dies tue. Bei der Konvertierung hätten die werten Herren ruhig auch die technische Seite in punkto Animation oder Grafikwechsel etwas besser in Szene setzen können, so schwer kann das doch auch wieder nicht sein. Es ist ja kein butterweiches 100-Wege-Scrolling vonnöten, aber jedesmal, wenn ein Bildchen einem völlig neuen Platz machen soll, passiert folgendes: ... 1. das Bild verschwindet von oben nach unten schön langsam, statt einfach komplett ausgeblendet zu werden. (Den Schmarrn hab ich seinerzeit im AMOS auch gelöst, und es hat bestens funktioniert, dabei würde ich mich höchstens als blutigen Programmier-Anfänger einstufen.) ... 2. Das Bild erscheint wieder (Zeile für Zeile von oben nach unten, sowas dauert auf meiner Maschine etwa 0.5 Sekunden) ... 3. Die Farben verändern sich alle, weil die Palette auf das neue Bild umgestellt wird (dies ist deutlich sichtbar und wirkt nicht so professionell) ... 4. Das neue Bild wird über das alte geblendet - fertig. Na, begeistert? Mitnichten, würde ich sagen. Aber es gibt auch gute Seiten, und die kommen nicht zu kurz! Die Grafiken sind wirklich erste Sahne (schaut Euch einfach die Screenshots an ;-), beinhalten wie bereits erwähnt eine Menge an Gags und Details und sind durch lustige kleine Animationen verfeinert. Durch den Main-Screen im Kaff der ersten Stufe fliegt zuweilen ein geflügelter Schniedelwutz, und wenn der Mauszeiger ihn "berührt", verwandelt er sich in ein Fadenkreuz - ein gezielter Klick und der Flug-Wutz stürzt ab. Aber ich will nicht alle Scherze und Überraschungen verraten, entdeckt diese lieber selbst! Apropos Mauszeiger: dieser sieht aus wie eine kleine Lula, und sobald man über einen Bereich fährt, welcher "anklickbar" ist, läßt sie ihre Hüllen fallen. Normalerweise erscheint dann zusätzlich ein Text über ihr, damit man weiß, was man hier anklicken kann. Soweit, so fein - und wie gesagt, die Grafiken tun ihr Bestes, um des Spielers Herz zu erwärmen! Der Sound ist auch durchaus okay, wobei im Spiel selbst eher Soundeffekte zum Tragen kommen. Der Spielspaß ist aus bereits zehnfach erwähnten Gründen auf alle Fälle gewährt. Die Handhabung ist recht einfach und simpel (alle Handlungen, für welche auch ein eigenes Fensterchen geöffnet wird, kann man zuletzt per Klick auf den Daumen nach oben bestätigen oder per Klick auf die Klomuschel wieder verwerfen), lediglich stört vielleicht auf langsamen Rechnern, kleiner Festplatte und langsamem CD-Rom, daß zwischen den einzelnen Bildern eine gewisse Zeit verstreicht, und oft muß man sich durch einige Orte durchbewegen, um ans gewünschte Ziel zu kommen. Um das Spiel zu installieren, was eigentlich recht einfach geht, braucht man wahlweise 40 (kleine) oder 160 (große Installation) Megabeisser frei. Die Qualität der Soundsamples und die Verwendung von AGA-, besten vom Programm gewählten oder Picasso/...-Screens steht dem Benutzer ebenfalls frei. Nur eines muß ich noch bemerken: auf dem Rechner meines Bruders gelang es mir nicht, das Game zu installieren, da es sich gemeinerweise noch vor Beginn des Installierens aufhängte. Es handelt sich dabei um einen A4000 mit WarpEngine 040/40 und Picasso96. Mindestkonfiguration ist ein 86020er, 8 MB Fast- und 2 MB Chip-Ram und 40 MB frei auf der Harddisk, ein 8-fach-CD-Rom (bei mir tat es auch das 4-fach-Ding) und Kickstart 3.0. Empfohlen werden aber optimalerweise ein 68060er (huch!) mit 50 MHz, 10 MB Fast- und 2 MB Chip-Ram und 100 MB auf der Festplatte frei (nicht 160? Komisch...). Abschließende Worte vor der Beewertungsbox: die Hersteller dieses erfreulichen Spieles sind Interactive Strip / New Generation Software (sie freuen sich gewiß über Fanpost ;-)). Zigarren gibt es in diesem Spiel leider keine zu kaufen, obwohl die Sexshops mit Dutzenden von netten Artikeln und Spielzeug aufwarten können. Und last but not least finde ich, daß es auch ein WET für Frauen geben sollte, in dem haufenweise (halb-)nackte Männer in allen Variationen vorkommen, zumeist prächtig muskelbepackt und in der Hüftgegend gut ausgestattet - dann wäre die letzte große Marktlücke auf dem Spielesektor endlich geschlossen! :-)
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