[Amiga][Down]

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[Editorial] 

| Jänner 1999 |
 
 

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I' steh' in da Kält'n und erwart' n' Amiga, aber er kummt net, kummt net...

 
Aber des stimmt ja net, kein anderer Rechner bootet vergleichsweise so schnell, kein anderer hat so ein schlankes... - naaa, wiss' ma eh scho' alls, is ja nix mehr, was die sprichwörtliche Katz' hinterm Ofen herausholt. Nicht Neues im Westen also <umwend, nachschau>? Nix zu sehen außer weiter langer Wüstenei und Wasserwelten...

 
Was machen wir dann hier mitten im Nichts? Achso, das hatten wir auch schon im letzten Monat. Ja, gibt es denn sonst gar nichts mehr? Nun, ja, doch, schon: ein gewisser Jeff schreibt Briefe ohne Umschlag, dafür mit auch schon bekanntem Inhalt:

"Wir stehen kurz vor dem Durchbruch".

 
Und doch, es scheint irgendwie anders: Der Silberstreif am Horizont, die vielleicht einen Deut weniger dunkelschwarzen Wolken am Himmel, die zaghaft aus ihrem jahrelangen Winterschlaf erwachenden bunten Vögel meinen es mitunter fühlen zu können: Es rührt sich doch was in diesem Landen. Ein zartes Lüfterl versucht jahrelang angetrockneten Dreck mühsam zu verblasen.

 
"Ich frage nicht, wie lang' wir zwei uns schon kennen" ist in diesen Zeiten wohl ungewohnt zu hören. "1000 Mal berührt, 1000 Mal ist nix passiert", und dabei hab' ich doch so oft auf die Update-Tasten geklickt. Achso, das war auch wieder etwas anderes Unsägliches.

"1000 und eine Nacht und es hat zooom gemacht"

"Wir kenn' uns zu lange, als dass aus uns noch irgendwann mal was wird."

 
Und jetzt:

thema/wechsel
 
 
"Was lange währt, wird endlich gut."

Oder alt. Oder aber die Geduld ist am Ende, der Faden ist gerissen. Die guten Vorsätze und beschönigenden Worte können die drohende Apokalypse nicht abwenden. Sind wir feige, wir wollen sie nicht erleben und suchen uns eine neue. Lieber mit 1000 Lemmingen untergehen, als als einsamer Lucky Luke sterben? Lieber Massenunglück statt Sterbebett? Zumindest doch "emotionaler" - auf so einem Sterbebett. Aber wie gut lassen sich Sterbebetten vermarkten, wenn die Leute davon nicht runtergehen wollen oder einfach nicht verrecken? Na, dann lassen wir das jetzt so sein. Irgendwann wird die Sache ja wohl einschlafen...

 
"Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende."

Seltsame Konstellation der Planeten, die Orbits lassen es nur wenige Male zu, aber dieser Tage ist es so. Oder kommt es nur mir so vor? Die Ruhe vor dem Sturm und nach dem Donnerwetter? Wer sieht den Schrecken, nur die anderen? Sollen sie doch ruhig. Auch unverstanden kann man leben.

 
"Der Weg ist das Ziel"

Ein Ende gibt es nie. Das Ende ist schwarz. Wie der Tod. Das Ende selbst ist sinnlos, aber es gibt dem "dahin" einen Sinn, dem ständigen Streben. Wir setzen uns für den Amiga ein, aber nicht, um eines Tages die Macht zu haben. Auch in der Opposition kann es mitunter recht angenehm sein.

 
Wenn im Wald ein Vogel singt, und keiner ist da, der ihn hören kann, macht er dann tatsächlich ein Geräusch?

Oliver Gerler     [ german ]    
Bernhard Lukas     [ german ]    

 
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