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Applepie 98 - Oma's Geheimrezept
Nachdem wir schon mehrfach festgestellt haben, daß wir mit unserem Amiga viel Zeit sparen, machen wir diesmal, passend zur Jahreszeit, einen kleinen Exkurs in die Welt der Kulinarik und des Terrors. Wir werden uns nicht nur mit der Erzeugung der Geheimwaffe "ApplePie 98" beschäftigen sondern auch deren Einsatzgebiete festlegen und anschließend ein wenig am Simulator üben. Der Applepie, wie wir ihn Heute kennen, ist ein waschechter Nordamerikaner, obwohl er seine Verwandtschaft mit dem zentraleuropäischen Obstkuchen kaum verleugnen kann. Die europäischen Siedler brachten die Rezepte in die damaligen Kolonien und schon bald entwickelte sich dort eine eigene Obstkuchenkultur deren bekanntester Vertreter der klassische Applepie ist. Natürlich gibt es auch andere Versionen, beispielsweise mit Schwarzbeeren und Himbeeren. Diese verfügen allerdings über eine etwas andere Konsistenz, was zwar geschmacklich durchaus von Vorteil sein kann, die Flug- und Aufschlageigenschaften aber zum Teil sehr negativ beeinflußt. So ist zum Beispiel ein Blackberrypie rein äußerlich nicht von einem Applepie zu unterscheiden, unter der Schale befindet sich allerdings ein weitaus dichteres Fruchtgemisch was einerseits zu stark erhöhtem Gesamtgewicht führt und andererseits beim Aufschlag weniger Schaden anrichtet - und damit die gesamte Medienwirksamkeit beeinträchtigt. Die Wahl des richtigen Kuchens ist also ebenso wichtig wie die richtige Zubereitung. Die Idee, Waffen zu verwenden, welche offiziell nicht als solche gelten, stammt aus Asien. Dort herrschte zur Zeit der alten Kaiser absolutes Waffenverbot und so funktionierte die Bevölkerung normale Arbeitsgeräte zu gefährlichen Waffen um, daraus entstand beispielsweise der Nunchaku, im Informationszeitalter spezifiziert sich allerdings fast alles durch seine Medienwirksamkeit. Viele von uns werden sich noch, erfüllt von diebischer Freude, an den 4. Februar dieses Jahres erinnern, als in Bruxelles ein legendäres Sahnetorten-Attentat verübt wurde, welches international für Aufsehen und Gelächter sorgte. Der Ursprung des Tortenterrorismus liegt aber nicht, wie oft fälschlich vermutet, in Bruxelles, auch handelt es sich dabei nicht um eine kreative Einzeltat, vielmehr kann man von einem Phänomen unserer Zeit sprechen. Unter anderem gibt es Berichte von einem französichen Frührentner welcher seine Freizeit genau dieser Tätigkeit verschrieben hat. Er sucht sich gezielt Personen des öffentlichen Lebens aus und bewirft sie vor der Kamera mit Sahnetorten. Das Lehrvideo kann man, mit etwas Überredungsgabe, unter umständen bei Pro7/Taff anfordern. Allerdings beschäftigt sich dieser Mann hauptsächlich mit französichen Politikern, was für den Rest der Welt nur wenig an Unterhaltung verspricht. Wir lernen also: Die Wahl des richtigen Opfers ist genauso wichtig wie die des richtigen Kuchens.
Der Bau der Sahnetorte dürfte wohl hinlänglich gekannt sein, daher folgen nun die Bauanweisungen für den Applepie. Zuerst bauen wir den Teig. Dazu nehmen wir 200g kalte Butter, schneiden sie würfelig und verkneten sie ordentlich mit 300g Mehl, einer Prise Salz und drei bis vier Eßlöffel kaltem Wasser und fertig ist der Geschoßmantel. Das Ergebnis umwickeln wir mit Frischhaltefolie und lassen es 2 Stunden im Kühlschrank rasten. Inzwischen schälen und wir 1kg Äpfel, vierteln sie und entnehmen das Kerngehäuse. Anschließend zerteilen wir die Äpfel in nicht zu dünne Stücke und beträufeln sie mit dem Saft einer halben Zitrone. Dazu kommen dann noch 200g Zucker, eine Hand voll Rosinen, ein Teelöfel Zimt, und, für die Erwachsenen, optional ein Schuß Rum. Ordentlich umrühren und fertig. Als nächstens brauchen wir eine entsprechende Kuchenform. Die Form sollte rund sein, 25 bis maximal 30 cm im Durchmesser, und nicht zu hoch. Im Handel erhältliche Aluminiumformen sind dazu völlig ausreichend. Die Form streichen wir mit Butter aus und bestreuen sie anschließend mit Semmelbrösel. Die Hälfte des Teiges rollen wir auf bemehltem Untergrund rund aus und legen sie in die Kochenform sodaß etwa 1.5 - 2 cm darüber hinausstehen. Den Teig vorsichtig in die Form drücken, mit einer Gabel mehrmals anstechen und wieder mit etwas Semmelbrösel bestreuen. Anschließend füllen wir die Äpfel ein und verteilen sie gleichmäßig. Den restlichen Teig rollen wir wieder aus und legen ihn über die Äpfel. Die überstehenden Teigränder werden nun zusammengeknetet und nach innen gedrückt. Den hübschen wellenförmigen Rand kann man mittels eines runden Löffelstiels formen. Damit unser Geschoß nicht bereits im Backofen explodiert machen wir vier kleine Löcher in die Oberseite des Kuchens, damit der darunter enstehende Dampf auch entweichen kann. Wahlweise kann man auch drei kurze längliche Schnitte in den Deckel machen, diese verleihen dem Applepie dann sein typisches Aussehen. Zuletzt verrühren wir ein Ei mit etwas Schlagobers und bestreichen damit den Kuchen. Im vorgeheizten Backofen lassen wir ihn dann bei 200°C ungefähr 50 Minuten backen. Wem sein Applepie zu schade ist zum Werfen, der kann ihn auch auf dem Fensterbrett ein wenig Kühlen lassen und noch warm, mit Vanilleeis, selbst essen.
Damit haben wir Grundlagenwissen und Werkzeug, einzig an Übung mangelt es noch. Wir empfehlen daher eingehendes Training am Simulator, welcher auch für den Amiga erhältlich ist, und wünschen dazu viel Spaß. |
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