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| ArtEffect 2.6 | ImageFX 3.0 |
 
 

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ArtEffect 2.6 - Photoshop's kleine Schwester

 
Passend zum ImageFX Workshop dieses Monats haben wir uns die letzte Version der relativ "jungen", aber dennoch fast semiprofessionell anmutenden Bildbearbeitungs-Software "ArtEffect" zu Gemüte geführt. Nachdem die Tücken der diversen zu installierenden Patches (was installiere ich wann und wo und in welcher Reihenfolge??) überwunden waren, kamen wir erstmals in den Genuß der Vollversion 2.6. Im Vergleich zum Vorgänger (V2.1.5 -> V2.5 -> V2.5.1 -> V2.6) hat sich nicht gerade viel getan, aber es sind schon ein paar Dinge neu hinzugekommen, und da wir es seinerzeit versäumt haben, die Version 2.5 zu testen...

Die AmigaScene meint: Mit ArtEffect macht Bildbearbeitung fast genausoviel Spaß wie mit Photoshop.
 
 
Angenehm fällt einmal auf, daß die diversen lästigen Bugs aus den alten Versionen V1.5SE (Hilfe!) und V2.0 entfernt wurden, wie z.B. diverse Fenster-Aktivierungs-Probleme, Fehler beim Redraw, Abstürze, wenn man über den Rand hinaus zeichnet, usw. - ArtEffect 2.6 macht somit einen recht sicheren und brauchbaren Eindruck. Zumindest auf meinem 4000/040, auf Roberts "voll zu-gepatchten" 4000/060/PPC kam es zu sehr interessanten Effekten und anderen Überraschungen, auf die er noch im speziellen eingehen wird. Hauptsächlich waren diese Fehler jedoch auf das neue CyberGraphix und im speziellen auf die CyberVisionPPC zurückzuführen.

 
Die wahre Odyssee beginnt jedoch beim Installieren. Zur Verfügung standen uns Version 2.1.5, Update auf 2.5.1, Update auf 2.6 - soweit sogut. Nur schafften wir es in 2 Stunden auch nicht, die Version 2.5.1 oder gar 2.6 zum Laufen zu bringen, also spielten wir hauptsächlich "ImageFX". Später auch noch "Vollgas", "The Dig" und "X-Wing"... Ich werd' ein wenig von Trauer erfaßt: "So ein MAC ist schon was Feines, ach wenn es doch am Amiga auch so gute Spiele geben würde." Da hat mich der Robert bildlich gesprochen einmal in die Rippen g'stessen und ich hab bemerkt, daß wir in Wirklichkeit vor dem Shapeshifter, sprich einem waschechten Amiga, sitzen. Ok, genug vom Thema abgeschweift, kommen wir nun endlich zur Sache, zurück zu ArtEffect. Schließlich hab ich die diversen Patches aus dem Aminet heruntergeladen und nach ca. 3 Stunden Installieren galt es, aus den 7 verschiedenen ArtEffect-Versionen die richtige auszuwählen.

 
[ArtEffect Display-Bug]
Wer nach dem Update auf V2.5.1 sofort hinterher den Patch auf V2.6 ausführt und danach das Programm startet, dem spielt die wizard.library einen "lustigen" Streich. Ja wo isser denn, der richtige Button?
 
 
Also, was fällt mir als erstes auf? Handbuch ist mager, aber brauchbar. Dokumentation ist kaum vorhanden, Online Help gibt es nur in Form einer kurzen Info-Zeile, die einem das Wichtigste zur aktuellen Aktion mitteilt, z.B. "ALT gedrückt halten, um ..., SHIFT+ALT, wenn ...." oder dergleichen. Es gibt die Möglichkeit, die zuletzt geladenen Bilder schnell wieder zu öffnen, und die Fenster haben jetzt alle so eine Auto-Snap Funktion, oder wie man das auch immer nennen mag, ich hab keine Ahnung. Jedenfalls ist es so, wenn man ein Fenster knapp neben/unter/über ein anderes plaziert, wird es automatisch korrekt angeordnet. Ahhh .. gefunden, es heißt zu Deutsch "automatische Fensterrastung". Diese kann man an- oder abstellen, ebenso automatische Vorschau und automatische Fensteraktivierung. Das Undo/Redo funktioniert nun wirklich überall und sogar unbegrenzt, aber irgendwie dann doch nicht immer. Naja, man kann ja nicht alles haben.

 
Ansonsten macht ArtEffect einen recht vernünftigen Eindruck. Das bewährte Schachbrettmuster als Hintergrund, Layers, Leuchttisch, und jede Menge Filter wie auch schon in V2.0 gesehen. Schlecht: Für "ARexx-Makro ausführen" gibt es kein Keyboard Shortcut. Gut: Alle Preview Fenster erlauben Zoomen, Panning, Realtime Preview, merken sich die letzten Einstellungen und funktionieren alle gleich. Weiters sind hier nicht nur Lade- und Speichermodule PlugIn-artig implementiert (wie bei AdPro und ImageFX), sondern auch die ganzen Operatoren und Filter. Neu ist, daß man nun beim Erstellen eines neuen Bildes auch den Hintergrund transparent wählen kann. Beim Verändern der Größe, der Ansicht, usw. kann man auch allerlei Dinge wie DPI, gleichbleibende Bildgröße, korrekte Verhältnisse, usw. berücksichtigen. Beim Vergrößern des Arbeitsbereiches stört, daß sich der alte Ausschnitt des Bildes nicht frei im neuen Bereich plazieren läßt. Außerdem läßt sich als Hintergrundfarbe keine Transparenz einstellen, somit muß immer alles erst freiradiert werden, falls der Hintergrund transparent bleiben soll.

 
Mit den Pinseln kann man auch alles machen wie aus anderen Programmen (DPaint, PPaint) bekannt, zudem läßt sich noch so ein "fadeout" einstellen, der den Rand des Pinsels sanft in den Hintergrund verlaufen läßt, bzw. überall dort, wo die Pinselfarbe transparent ist. Beim Maskieren fehlt noch immer die Flexibilität - ein freies Maskieren ist nur durch Farbselektion und sukkzessives Hinzufügen von (Rechtecks-) Bereichen möglich. Hier kann die Toleranz jedoch nicht wie beim Zauberstab für die 3 Grundfarben getrennt geregelt werden, dafür funktioniert das Hinzufügen von Bereichen ganz gleich. Doch oft ist es so, daß die linke Amiga-Taste als Bestätigung für Maus-Aktionen wie z.B. Hinzufügen von Bereichen u.dgl. verwendet wird. Das gibt einen ganz dicken Minuspunkt. Schließlich sollte doch die linke Amigataste tabu sein für Programme, oder? Denk' ich mir jedenfalls. Bei mir tut sich gar nichts, wenn ich LCommand+LMouse drücke, aber das liegt wohl an irgendeinem Commodity von mir. So ganz ohne Patches komm' ich halt auch nicht aus. ;-)

 
Ansonsten kann man bei den Masken hinterher noch Störungen entfernen, den Rand "ausfaden", und, was doch recht praktisch sein kann, die Möglichkeit, vom Mittelpunkt ausgehend, einen Rechtecksbereich zu definieren. Ein "Snap to Quadrat" haben die uns auch spendiert. Net schlecht. Nur Schade, daß das Maskieren an sich nicht auch "freehand" durchführbar ist, sondern nur durch Anklicken von bestimmten Farb-Bereichen. Im Allgemeinen ist ArtEffect schon benutzerfreundlich gestaltet worden, das Konzept ist nicht ganz konsistent, aber man gewöhnt sich recht schnell daran. Leider sind die Masken-Operationen bei ArtEffect recht langsam, vor allem ohne 68060er.

 
[ArtEffect Filter]
V.l.n.r., v.o.n.u.: Farbmanipulatur, Antique Color, Solarize, Gauss. Balance, Farbraum Adjustierung, Polare Unschärfe, Zoom Unschärfe. Helligkeitsbereich, Histogramm Ausgleich, Whirl, Sobel.
 
 
Nun zu den Effekten und Filtern. Jedes Fenster hat ein Realtime-Preview, egal was man tut, die Änderungen werden sofort berechnet, der Ausschnitt läßt sich wählen, und sobald der Effekt angewendet worden ist, wird gleich nocheinmal das Preview berechnet. Diese lassen sich auch wirklich auf der Stelle abbrechen und für jedes Fenster werden Position und letzte Einstellungen gemerkt. Sehr angenehm. Und jetzt zu den Filtern an sich. Ein paar sind neu hinzugekommen und wirken auch ganz gut, z.B. das Manipulieren von einzelnen Farbwerten (RGBCMY), aber ansonsten hat sich seit V2.1.5 hier nicht sonderlich viel getan: Maximum, Minimum, Polar. Immerhin ist ArtEffect das einzige Programm am Amiga, mit dem man einen exzellenten FontAlias schafft, bei allen anderen Programmen kommt mir bei Verwendung nicht proportionaler Fonts das Grausen (ImageFX, PPaint). Komisch, ausgerechnet bei Malmodus "Unschärfe" gibt's einen Programmfehler, wenn man einen Text einfügen will. Und jetzt hab ich gerade den Sobel Edge Detect in Farbe entdeckt - super! ;-)

 
Andererseits sind wir hier schon an den Grenzen von ArtEffect angelangt: Erstens einmal kann ArtEffect immer noch keine GIF-Bilder speichern, lediglich laden. Und selbst dann liefert es bei einem 2048x1024x4 GIF einen Programmfehler. Für Ausdrucke ist AE auch weniger zu gebrauchen, es gibt keine direkte Scanner-Unterstützung und die ARexx-Schnittstelle ist bei weitem nicht so mächtig wie die von ImageFX. Aber egal. Wer sich einmal an ArtEffect gewöhnt hat, der wird es so schnell nicht wieder vermissen wollen. Vor allem für Neulinge und Leute, die am MAC mit dem Photoshop bereits Erfahrungen gesamelt haben, zu empfehlen.

 
Bedienung [89]/[100]
Features [75]/[100]
Qualität [85]/[100]
Preis/Leistung [86]/[100]
Stabilität [68]/[100]
Dokumentation [54]/[100]
Gesamt [79]/[100]
 

Bernhard Lukas     [ german ]    
Robert Niessner     [ german ]    


- Haage&Partner - Die Hersteller
- ArtEffect Screen (JPEG; 32K)
- ArtEffect Display-Bug (JPEG; 51K)
- ArtEffect Filter (JPEG; 206K)
 
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