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| UAE und Fellow |
 
 

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UAE und Fellow - Amiga Emulatoren am PC und Mac

 
In Zeiten, wo selbst ein Amiga sich mit x86 und solch "Zeugs" herumschlagen muß, wird es immer wichtiger, sich mal anzusehen, wie ein ClassicAmiga sich auf solchen Systemen verhält. Einen Vorgeschmack auf Kommendes mögen die diversen für PCs erhältliche Emulatoren bieten, deren einer ein Unix-Derivat namens UAE darstellt.

 
Angefangen hat der UAE als Versuch, Amiga-Spiele auch auf Unix-Maschinen durchzocken zu können. Mittlerweile gibt es einen ganzen Haufen Portierungen, eine davon auf x86 und Konsorten. Diese sei hier nun unter die Lupe genommen.

Zum UAE selber kommt man, indem man sich entweder die AmigaForever-CD kauft (siehe Test in dieser Ausgabe), oder sich die entsprechenden Archive aus dem Netz herausfischt..

 

Man nehme...

 
Damit man überhaupt einen emulierten Amiga zu Gesicht bekommt und sich an der gewohnten Oberfläche erfreuen kann (PC-User Kommentar: "Das schafft auch NUR ein Amigafreak! Schön fad grau!"), ist es aber notwendig, eine Kopie eines Kickstart-ROMs in einem File zu besitzen und eine Startdiskette ebenfalls als File irgendwo auf der PC-Platte liegen zu haben. Diese ROM-Images kann man mit einem Zusatztool namens 'transrom' auf einem echten Amiga erzeugen und braucht sie dann nur irgendwie auf den PC zu kriegen (das wäre zum Beispiel eine sinnvolle Anwendung des vielleicht gerade neugebauten Netzes anhand unserer TCP-Artikelserie...). Um die entsprechenden Files von Disketten zu erstellen, benötigt man ebenfalls einen echten Amiga ("Ätsch, nix mit Infiltration. He,he,..."), auf dem dann mit 'transdisk' oder zum Beispiel mittels ADFBLITZER (siehe A-Files in dieser Ausgabe) die entsprechenden Files erzeugt, aber auch aus Files wieder Disketten geschrieben werden können.

Weiters kann man einfach auf der PC-Seite ein Verzeichnis anlegen und dieses als Harddisk-Emulation auf der Amiga-Seite einbinden ("Billy, schnell ein paar Securitytools entwickeln! Sonst ist man nicht mal mehr seiner Daten sicher!"). Dieses Einbinden geschieht durch Kommandozeilenoptionen beim Aufruf. Man kann also für verschiedene Konfigurationen weitere PIF-Files, respektive Icons auf der PC-Seite, anlegen, in denen man angibt, mit welchen Optionen der UAE gestartet werden soll ("Achtung! Rachemöglichkeit!").

Die Herkunft aus UNIX-Gebiet läßt sich beim UAE absolut nicht leugnen, wenn man nach der Menge der kryptischen und unmerkbaren Startoptionen geht, daher wohl auch die Deutung 'Unixoid Amiga Emulator'...

Nicht nur einzelne Laufwerke oder Verzeichnisse lassen sich auf der Amiga-Seite einbinden, auch HardDisk-Files können angelegt werden. Diese unterscheiden sich durch Geschwindigkeit des Zugriffes und Art der Formatierung von den Einbindungsarten über Verzeichnis, freilich lassen sich solche Files auf der PC-Seite nicht lesen...

 

...und mische ordentlich durch.

 
Die Art, wie Amiga-Harddisks emuliert werden, ermöglicht es, einfach die essentiellen Verzeichnisse eines originalen Amigas übers lokale Netz oder per Diskette in die enstprechenden Verzeichnisse, die man als Amiga-Festplatte angegeben hat, zu kopieren, ohne daß Amiga-seitig ein Formatieren nötig wäre. Die Struktur ist schließlich auch vom PC aus les- und beschreibbar ("Ah schön ..."), denn im Endeffekt sind es Files, die auf PC-formatierten Platten abgelegt werden und nur der UAE setzt das so um, daß auch der Amiga die Daten sieht. Auf die gleiche Weise werden auch die nicht-Amiga-Daten auf anderen PC-Platten und sonstigen eingebundenen filebasierten Devices auf der Amiga-Seite sichtbar ("$%&#%$").

Das bringt aber auch die Gefahr mit sich, daß ein Amok-laufendes Amiga-Programm Daten der PC-Seite mitreißen kann... ("Na, da haben wirs. Ist auch nicht besser als Win95. DAS zeigt wenigstens an, wenn es abstürzt - zumindest bei mir.") Aber es steht zu hoffen, daß in den nächsten Amiga-OS-Versionen Speicherschutz und dergleichen eingebaut sein werden.

 
Ebenso leicht, wie sich Verzeichnisse von PC-Platten aus einbinden lassen, können auch CD-Laufwerke verwendet werden, da sie ebenfalls über den Laufwerksbuchstaben gemountet werden. Sogar ein Cd-Wechsel wird erkannt und ordnungsgemäß angezeigt. Eine versuchsweise eingelegte Aminet-CD war einwandfrei benutzbar, nur ihr Diskicon wurde durch ein DefaultIcon ersetzt. Auf die gleiche Art und Weise werden auch am PC aus dem Netz importierte Verzeichnisse auf der Amiga-Seite als eigene Laufwerke anzeigbar, wenn man nur die enstprechende Option in der Kommandozeile beim Starten angibt.

Die Installation des UAE selber gestaltet sich simpel, da einfach das File in ein Verzeichnis kopiert werden muß und dann mittels einer Menge Startoptionen aufgerufen werden kann. Dazu sind weder Neustart von Windows, noch langwierige Installationssessions oder gar Einträge in diverse Registries, bei denen sich eh keiner auskennt, nötig (da kommt ja fast Amiga-Feeling am PC auf ;-)) ) ("Nimm Dir daran ein Beispiel, Billy!"). Erstellt man nun eine 'Verbindung' unter Windows, so kann man dort direkt die Optionen eintragen und der UAE startet per Doppelklick den Amiga hoch.

Natürlich geht die Emulation soweit (da ja 'originale' ROM-Images verwendet werden), daß beim Drücken beider Maustasten beim Start oder nach einem Reset man die Early-Startup zu Gesicht bekommt. Ja, richtig gedacht: PAL-und NTSC-Screens werden auf die PC-Grafikkarte umgelenkt, erst dadurch sind ja die ganzen Spiele spielbar...

 

Nun schlage man es auf, trenne ordentlich...

 
Der UAE an sich öffnet zuerst eine DOS-Session, aus der dann der Amiga startet, insofern unterscheiden sich die DOS- und die Windows-Version nicht sonderlich voneinander. Unter Windows aber arbeitet der UAE völlig im Multitasking und man kann ohne Probleme mit Alt-Tab zwischen den PC-Tasks und Amiga-Seite umschalten. Erfreulicherweise läuft der Amiga auch im Hintergrund weiter und die beiden Welten blockieren sich gegenseitig nicht ("Wie war das mit dem Joystick Error. Der Witzbold wollte unbedingt einen finden - ich hatte den doch extra weggejumpert!!!"). Allerdings sind die Schnittstellen, die am Amiga emuliert werden sollen, inzwischen für die PC-Seite gesperrt, man kann also nicht schnell mitn Netscape was im Netz nachschauen, solange die Emulation läuft ("Doof!"). Unter Windows ist ja auch das Konzept eines shared-Zugriffes nicht wirklich bekannt...

Die Joystickemulation läßt zur Auswahl, was man auf die beiden GamePorts des Amigas schalten möchte. Neben PC-Maus stehen da auch diverse Tastaturkombinationen zur Auswahl, mittels derer sich ein Joystick emulieren läßt, was allerdings nicht sinnvoll scheint, wenn man am Amiga auch Texte zu schreiben hat oder diese Tasten eben anderweitig benötigt. Ein eventuell am PC vorhandener Joystick wird zu erkennen und benutzen versucht.

Die Emulation kann einen 68000 oder einen '020er der Amiga-Seite vorgaukeln, wobei sichtlich das Augenmerk auf Kompatibilität gelenkt wurde, da einige ältere Spiele sich auf einem UAE, der auf einem neueren Amiga läuft, funktionieren, am echten Amiga darunter sich aber nicht mehr starten lassen...

 

...und lasse ihn an einem warmen Platz gehen.

 
Hat man nun einmal die Workbench, kann man sich darauf fast ganz normal wie auf einem echten Amiga bewegen ("Bewegen?! Da muß man erst einmal den Mauszeiger finden! So mini und scheußlich rot wie der ist, verliert man ihn auf dem grau-roten Hintergrund ständig aus den Augen - ich zumindest, und ich bin normalsichtig. Nur als Randbemerkung..."). Selbst das Maushandling ist einigermassen Amiga-like, auch wenn die Windows-typische Ungenauigkeit noch zu spüren ist ("Grmpf... Ja, wenn man damit nicht umgehen kann...").

Irgendwie kommen mir die Proportionen der Original-Icons etwas in die Breite gezogen vor ("Da stimmen einfach die Proportionen nicht. Sogar die Uhr ist oval!"), was aber auch daran liegen kann, daß ich schon lange keine Original-Disc-Icons mehr gesehen habe. Ohne Probleme lassen sich aber die MWB-Icons oder sonstige darüberinstallieren, dennoch ist bei gleicher Breiten und Höhenangabe kein Quadrat, sondern ein Rechteck zu sehen. Nein, ich habe keine obskure Auflösung gewählt, sondern 1024x768 als Standardauflösung...

Hat man sich in jahrelanger Kleinarbeit seinen Amiga eingerichtet, fällt einem erst bei einem nackten UAE so wirklich auf, was eigentlich im 3.1er so alles an kleinen Goodies und Tools fehlt. Aber das ist wohl ein anderes Thema...

Ein KingCON und ARQ sind für mich nun mal ziemlich unverzichtbar, auf ein Entklicken der Laufwerke kann man aber naturgemäß getrost verzichten, denn es gibt keine, die klicken könnten. Anstelle dessen greift man ja eigentlich auf Files zu, denn ein PC-Laufwerk kann mit Amiga-Disks nunmal ganz und gar nichts anfangen... ("Wozu auch?") Baut man sich das FastIPrefs, das unter Picasso96 ja fast schon wieder Standard ist, in die startup-sequence ein, um auch unter farbtieferen Screens wieder passende Icons zu haben, erlebt man allerdings eine Überraschung: es hilft nämlich nichts. Das heißt, es hilft schon, für die Aspekte, für die es sonst noch so da ist, wie bessere WBPatterns, schnelleres Laden von Bildern usw. Aber die Icons behalten ihre Falschfarben hartnäckig bei.

 
Normalerweise startet man in einem der PAL-oder NTSC-Modi, auch ein Overscan ist einstellbar. Die Emulation des Chipsatzes ist wirklich gut gelungen. Es funktioniert einfach. Fein.

Daneben kann man aber auch ein Picasso96 ohne Probleme installieren. Ohne Amiga-Graikkarte? Freilich, denn es gibt einen Treiber namens 'uaegfx', der auf die PC-Grafikkarte zugreifen kann und somit auch einem emulierten Amiga hohe Auflösungen und große Farbtiefen bieten kann ("Ha! Da sag noch einer, die PC-Hardware könne der Amiga Hardware nicht das Wasser reichen!"). Die Funktionalität und Bedienbarkeit bleibt dabei völlig gleich zum Verhalten auf echten Amigas, zusätzlich lassen sich Grafikkarten mit 8MB auch einbinden und es gibt sogar eine Option für mehr als 2MB ChipRAM :-)))

Ein Problem tritt aber mit 'uaegfx' dennoch auf, das es bei der Emulation von PAL und NTSC nicht gibt: schaltet man auf die PC-Seite und wieder zurück zum Amiga, wird nur der graue Hintergrund gezeigt und das Bild muß erst händisch refresht werden ("Das Problem kennt man von Win95 NICHT!"). Woran im Speziellen das liegt, konnte ich noch nicht herausfinden, denn mir kommt vor, daß das direkt nach dem Installieren noch nicht so war.

 

Abschmecken und heiß servieren!

 
Mein Versuchs-UAE läuft mit Kick/WB 3.0 und in dieser Konfiguration ist das Ganze nicht wirklich stabil. So viele Gurus (der bekannte schwarze Screen mit blinkendem Rot hat am PC fast beruhigende Wirkung :-)) ) ("Solange der nicht zu einem wohlbekannten BlueScreen morpht...") und Software Failures hatte ich schon lange nicht mehr gesehen. Mit der neuen Version 0.7.5b1, die zwar noch in der BetaPhase ist, änderte sich dieses Verhalten einigermassen, es ist aber immer noch auffällig absturzgefährdet ("Es wird immer Windows95 ähnlicher...").

Mit Kick/WB 3.1 schaut das Ganze etwas anders aus, allerdings sind mir hier auch Abstürze vorgekommen, die aber eindeutig auf das Konto des lieben ARQ gehen. Wirft man den aus dem System, geht's auf einmal...

 
Im Gegensatz zur wohl ursprünglichen Intention zur Spielbarmachung alter Games habe ich versucht, den UAE zu einem Arbeitsgerät aufzusetzen und wollte somit unter anderem auch mal über Modem oder Netzwerkkarte in ein DialIn- bzw. lokales Netz einsteigen.

Laut Dokumentation ist aber die Emulation der seriellen Schnittstelle (der man PC-seitig ja frei eine der COMx zuweisen kann) noch nicht fertig und unzuverlässig. Das äußert sich so, daß man z.B. mit term ohne Probleme mit dem Modem sprechen kann und es wählt und es kommt die Kennung und man ist in der Mailbox drinnen, kurz, es funktioniert. Auch wenn term beim Start motschgert, daß es kein DSR-Signal finden kann. Das nun kann jetzt daran liegen, daß ich das Konfigurieren der Seriellen am PC nicht durchschaut habe oder an der nur teilweisen Emulation dieser Schnittstelle im aktuellen UAE ("Ich weiß ja, daß man mit den Servern der TU-Graz Probleme haben kann, aber mit der Seriellen ... Ha, da lacht euch der PC eins und sagt: "Meine Schnittstelle gehört MIR!!"").

Die Wirkung des fehlenden DSR und scheints auch noch anderer Unstimmigkeiten äußert sich weiters darin, daß ein Miami das Modem mühsam, aber doch, findet und sich auch einwählen kann. Jedoch steigt Miami wahlweise in der LCP- oder NCP-Phase der PPP-Authentifizierung mit einem Timeout aus. AmiPPP dagegen kann bei gleichen Schnittstellen-Einstellungen das Modem gar nicht finden...

 
Die Unterstützung von lokal eingebauten Netzwerkkarten dagegen ist noch gar nicht implementiert und so ist von der Amigaseite aus auch noch kein Zugriff auf ein LAN möglich ("Also nix mit Netzwerkdrucker."). Ist natürlich nicht schön, aber wenn es nur ums Datenschaufeln geht, läßt sich das ja nun auch auf der PC-Seite erledigen, da ja auch hier direkt in Amigabereiche kopiert werden kann. Um auch vom Amiga aus drucken zu können, muß der Netzwerkdrucker auf der PC-Seite einer LPTx zugewiesen werden und diese kann dann als Parallele in den UAE übernommen werden.

Die Unterstützung von Netzwerkkarten und die vollständige Emulation der Seriellen stehen aber neben Anderem auf der Todo-Liste der UAE-Programmierer... ("Können sich ruhig Zeit lassen. Mein PC muß schließlich auch noch was zu tun haben.")

Man kann das Problem aber teilweise umgehen, indem man die Devices PC-seitig importiert und dem UAE dann als lokales Devices zum Fressen vorwirft.

 

Schon aufgegessen???

 
Ja, so schnell kanns gehen, aber schnell ist der UAE nur auf aufgebohrten PCs. Ich sitze hier an einem AMD K6-200 mit ordentlicher Grafikkarte und 64MB RAM und die Amiga-Seite ist brauchbar. Etwa vergleichbar mit meinem 030er bei 40MHz, gefühlsmässig.

Ein CandyFactory zum Beispel aber schneckt nur und ist bei dieser Konfiguration unbrauchbar, wenn auch funktionsfähig...

 

Krümeleien...

 
Ja, nebenbei gibt es auch noch einen DOSUAE, der unter DOS gestartet diesselben Fähigkeiten bieten soll, wie ein WinUAE. Disks per ADF- und Platten per HDF-File eingebunden, sind ohne Probleme ansprechbar und verwendbar, auch lassen sich wie beim WinUAE einzelne Verzeichnisse als eigene Platten mounten. Das Problem dabei ist aber das archaiische 8.3-Format. Somit ist eine START~23. nicht mehr wirklich vom Amiga als startup-sequence erkennbar und ein Devic~72.inf macht sich auch nicht sonderlich gut als Info-File... An und für sich aber funktioniert es und die Funktionen und Einschränkungen sind die gleichen wie unter WinUAE, schließlich ist es ja fast das gleiche Programm.

Und einen Fellow haben wir auch noch ausprobiert. Das ist nun ein an den UAE angelehnter Emulator, der (lt. Doku) eine ganze Ecke schneller als ein UAE am gleichen System sein soll (inkl. optimierten x86-Assembler-Code in zeitkritischen Teilen), deshalb wurde er auch auf DOS ausgelegt. Bisher (Fellow v0.3.2a) ist die Emulation aber erst soweit gediegen, daß ein in edlen Blau- und Orangetönen gehaltenes Kick/WB 1.3 ("Scheußliche Farben in grauenhafter Auflösung.") emuliert werden kann. Mehr geht (noch) nicht. Auf dem Testsystem läuft aber ein solcher Amiga mit ca. 400% der Originalgeschwindigkeit, glaubt man der rechts oben eingeblendeten Zahl. Ein Boing-Ball-Demo läuft hier sehr eindrucksvoll, aber trotzdem rucklig. Dem PC kann man seine Eigenheiten eben nicht ganz abgewöhnen ;-(.

Beim MacUAE ist man mittlerweile bei Version 0.8.4 angekommen, die zwar noch experimentellen Status hat, aber an und für sich läuft. Getestet auf einem PowerMac 6100/60 (Danke, Agi!) brauchts allerdings trotz wunderschöner Oberfläche und eleganten Prefs (Mac eben, aber sonst gleiche Syntax und Funktionsvielfalt wie auf anderen Systemen...) eine Ewigkeit, bis überhaupt die Diskette fliegen darf. Eine weitere Ewigkeit bis zur Workbench. Im Grunde funktionierts aber.

 
Das Angenehme an allen diesen Emulatoren ist, daß sie alle die gleichen ROM-Images, Key-Files, ADFs und HDFs verstehen, also alles untereinander ausgetauscht werden kann.

Bei den ROM-Images gibt es noch die Besonderheit, daß nicht alle so einfach funktionieren. Wer aber die ROM-Files aus einem 2000er oder Vergleichbarem holt, hat keine Probleme.

Ganz und gar emuliert wird aber ein Amiga auch nicht, denn die FPU fehlt auf der UAE-Seite immer (noch). Sie ist meiner Meinung nach aber nicht so wichtig, denn für aufwendiges Rechnen nimmt man ja eh den Original-Amiga, der daneben steht (mit Betonpfeiler wachel...), oder gleich was "Ordentliches", und welches Spiel braucht denn schon eine FPU?

 
Läßt man die ganzen kleinen Testutilities über einen UAE-Amiga laufen, findet man dann doch schnell die Unterschiede im System heraus. Ein AIBB semmelt gleich beim Starten, wenn kein Prefs-File vorhanden ist. SysInfo kann den Prozessor nicht bestimmen, zeigt aber bei mir 44.44 MHz und einen Faktor von 1.12 gegenüber einem 1200er mit 68020 bei 14MHz. SCSI will er in diesem reinen IDE-Rechner erkannt haben und semmelt somit, wenn man sich dieses Detail näher ansehen will. Ansonsten aber zeigt es die gewohnten Ergebnisse und Auflistungen. Ein ShowConfigEnh (enhanced version, die die Namen der Boards und dessen Hersteller anzeigt) bringt auch so manches zutage: (Anm. d. Red.: das letzte Board 2011/2 ist eigentlich ein Quicknet QN2000 Ethernet LAN Board)


PROCESSOR:      CPU 68020
CUSTOM CHIPS:   ECS PAL Agnus (id=$0020), Normal Denise (id=$00FF)
VERS:   Kickstart version 40.63, Exec version 40.10, Disk version 40.42
RAM:    Node type $A, Attributes $405 (FAST), at $40000000-$41FFFFFF (32.0 meg)
        Node type $A, Attributes $605 (FAST), at $200000-$9FFFFF (8.0 meg)
        Node type $A, Attributes $703 (CHIP), at $400-$1FFFFF (~2.0 meg)
BOARDS:
 UAE emulated RAM expansion:   Prod=2011/1($7DB/$1) (@$200000 8meg Mem)
 UAE emulated RAM expansion:   Prod=2011/3($7DB/$3)
     (@$40000000, size 32meg, subsize same Mem)
 UAE emulated graphics:   Prod=2011/96($7DB/$60)
     (@$42000000, size 8meg, subsize 2meg)
 UAE emulated HD controller:   Prod=2011/2($7DB/$2) (@$E90000 64K)

 
Lieb auch die Ausgaben von Diskspeed, daß der Billigstorfer-Platte in dem PC eine Transferrate von 11MB/s bestätigt, und das beim Schreiben von 256K-Blöcken. Schon praktisch, diese Caches...

 
Als Testumgebung fungierte der PC meiner lieben Nicole, den sie mit Win95, einem AMD K6-200, einer Hercules S3 mit 2MB und 64MB RAM ein bisserl aufgebessert hat. Ihr sind auch die Einwürfe oben zu verdanken :-). (Anm. d. Red.: Die sind genial, hab' mich bereits köstlich dabei amüsiert! So etwas könnten wir öfter machen.. ;-))

Oliver Gerler     [ german ]    
Nicole Erkinger     [ german ]    


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