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Multicommodities - Ein kurzer Überblick

 
Für jedes Problem gibt's eine Lösung. Klickt das Laufwerk in der Nacht, kann man ihm mit NoClick Schweigen befehlen, will man auf den * als Wildstar nicht verzichten, schafft DosPrefs Abhilfe. Im Laufe der Zeit kann sich da schon einiges in der WBStartup ansammeln und abgesehen davon, daß der Rechner länger zum Booten braucht, kann es auch schon einmal vorkommen, daß sich das eine Programm nicht mit dem anderen verträgt. Die Antwort darauf sind die sogennanten Multicommodities. Das sind Commodities, welche viele Funktionen in sich vereinigen und zum Teil sehr böse Sachen im System machen.

 
Vier dieser Helfer wollen wir einmal antreten lassen und richten unsere Augen vorerst auf Funktionsvielfalt und Verbrauch, bestimmt mittels der Workbenchanzeige und angegeben in Byte. Eine Auflistung der Funktionen kann man der jeweiligen Dokumentation entnehmen. Es treten an: MCX 2.8, MCP 1.3, YAK 2.12 und MagicCX 1.2 - alle aus dem Aminet.

 

MCX (MultiCX) - Das Raumwunder

 
Täter : Martin Berndt
Aktennummer : 2.8
Quellen : aminet:util/cdity/mcx280.lha (66KB)
Prämie : Shareware 20 USD (30 DEM)
Anforderungen : OS2.0+
Kategorie : WB Enhancer
 

Zusätzlich: MultiCXPrefs

 
Täter : Jürgen Kempkes
Aktennummer : 3.37
Quellen : aminet:/util/cdity/mcxp337.lha (83KB)
Prämie : Shareware 15 USD (20 DEM)
Anforderungen : OS2.1+ , MUI 3.0+
Empfohlen :
Kategorie : Support Tool
 
Auf den ersten Blick gibt sich MultiCX spartanisch, keine Libs, keine elendslange Doku und nicht einmal ein Install-Icon. Die Installation ist dafür auch denkbar einfach: Wir nehmen die Maus, überlegen uns, welche OS-Version in unserem Amiga steckt und ziehen das entsprechende Icon nach WBStartup. Das ganze funktioniert wahlweise auch über einen Script, welcher aus der Amigaguide Anleitung heraus gestartet werden kann.

 
Das Anpassen an die eigenen Bedürfnisse ist da schon etwas weniger lustig und erfolgt ausschließlich über Tooltypes. Wem das zu unkomfortabel ist, der kann sich MultiCXPrefs von Jürgen Kemkes besorgen. Damit kann man MCX einfach und übersichtlich mittels eines hübschen Fensters konfigurieren, allerdings wird auch MUI 3.0+ notwendig. Am Leistungsumfang gibt es ebenfalls wenig zu meckern und MCX gehört damit eindeutig zur Oberliga, bleibt dabei aber erfreulich kompakt.

Alles in allem macht MCX, ebenso wie YAK, einen recht vertrauenswürdigen Eindruck.

- Funktionsvielfalt : sehr gut
- Bedienbarkeit : sehr gut (mit MCXPrefs)
- Verbrauch: 24 Chip, 76168 Fast
 
 

MCP (Master Control Program) - Darfs a bisserl mehr sein?

 
Täter : Stefan Sommerfeld, Michael Knoke
Aktennummer : 1.3
Quellen : aminet:/util/cdity/MCP130.lha (644KB)
Prämie : Freeware
Anforderungen : KickStart 2.04+,MUI 2.1+
Kategorie : WB Enhancer
Sonstiges : MCP-Homepage
 
MCP verteilt sich gleich zu Beginn gleichmässig im System, 4 (!) prefs nach ENV:, zwei hauseigene libs, zwei files nach S:, 3 Stück nach C:, ein hübsches Icon für die Prefs und ein äußerst beunruhigender Eintrag in der Startup-Sequence, namens PatchControl. Gleich nach der Installation startet das Preferences Programm und zeigt voller Stolz was MCP's Füllhorn später ins System zu schütten gedenkt. Unter Features steht da eine laaange Liste, welche uebersichtlich alle Features auflistet und gleichzeitig deren Aktivierungs-Status anzeigt. Seitdem eine bekannte Softwarefirma die Version 3.0 ihres graphischen Programmstarters auf den Markt geworfen hat, weiß der erfahrene Benutzer, daß ein Feature jener Teil des Bugs ist, welcher im Index des Handbuches zu finden ist. Die formatierte Platte scheut das Feature - sozusagen.

 
Beim Versuch, die Voreinstellung zu benutzen und MCP zu starten, jammert es auch schon über irgendwelche fehlenden Assigns. Diese Assigns stammten aus der mitgelieferten config-Datei, welche während der Installation nach ENVARC: kopiert wurde. Also: Systemneustart, MCPPrefs gestartet, Liste gesucht, gefunden, gelöscht, gespeichert, Error Request bekommen: MCP Request, Vector Changed, Can't remove Patch. Als Antwort werden akzeptiert: Retry, Hardremove und Cancel. Mit Retry töten wir den linken Mousebutton, Cancel bringt zwar den Requester zum Schweigen, behebt aber nicht das Problem und Hardremove bringt einen neuen Assign-Request. Aha. Interessanterweise hat MCP in der Startup-Sequence unterschrieben, anstatt die WBStartup zu verwenden. Der versprochene Eintrag für PatchControl fehlte dafür. In der Guide Dokumentation kann man nachlesen wie man MCP von Hand installiert und kaum war PatchControl aktiv, blieben auch die Abstürze und anderen Kuriositäten aus.

 
Tip der Redaktion: MCP ohne PatchControl laufen lassen macht Spaß.

Die endlose Featureliste, die seltenen und gut gelösten Funktionen können auf jeden Fall überzeugen. Wer also schon lange nach einem MultiCommodity sucht, sollte sich MCP auf jeden Fall genauer ansehen, obwohl MCP eher in die Kategorie Patch fällt.

- Funtionsvielfalt: hervorragend
- Bedienbarkeit : gut
- Verbrauch : 40 Chip, 142776 Fast
 
 

YAK (Yet Another Kommoditie) - Das Lastentier

 
Täter : Gaël Marziou, Philippe Bastiani
Aktennummer : 2.12
Quellen : aminet:/util/cdity/Yak212.lha (225KB)
Prämie : Freeware
Anforderungen : KickStart 2.04+,MUI 2.1+
Kategorie : WB Enhancer
 
Altbekannt, nicht besonders umfangreich, dafür mit Source - so präsentiert sich Yak. Stellt man keine besonderen Ansprüche wie Intuitionhacks oder Solid Windowmove, ist man mit YAK bestens bedient. Die wichtigsten Funktionen sind vorhanden und mit dem mitgelieferten Prefs Programm leicht konfiguriert. YAK schraubt hautpsächlich an der Bedienbarkeit des Systems und nicht an der Optik, was ihm eine besondere Vertrauensstellung beschert und mit dem wirklich geringen Verbrauch kann ihm auch ohne Gewissensbisse einen Hauptmietvertrag in der exclusiven WBStartup offerieren.

 
Wer den Patch-Overkill scheut, aber trotzdem gerne etwas an der Bedienbarkeit seines Amigas feilen möchte, der wird mit YAK sehr zufrieden sein. Unser Chefredakteur schwört drauf.

- Funktionsvielfalt : gut
- Bedienbarkeit : sehr gut
- Verbrauch: 13416 Chip, 40184 Fast
 
 

MagicCX - Simsalabim

 
Täter : Kai Iske
Aktennummer : 1.2
Quellen : aminet:/util/cdity/MagicCX12.lha (637KB)
Prämie : Shareware 30 DEM
Anforderungen : OS 2.0+, 1 MB
Kategorie : WB Enhancer
Sonstiges : SASG Produkt
 
Im Gegensatz zu den anderen Testkandidaten arbeitet MagicCX mit Modulen. Neben den vielen Funktionen werden auch verschiedene Screenblanker mitgeliefert, darunter die berühmten Flying Toasters. Mitgeliefert wird auch ein Programm zur Verwaltung der einzelnen Module. Damit können Module und Blanker auf einfache Weise hinzugefügt oder entfernt werden.

 
Leider kommt auch MagicCX nicht ohne eigene Libs aus, dafür wird aber ein REXX- Port mitsamt Beispielscripts geboten, und die Installation läßt dem Benutzer immerhin die Wahl, ob sich MagicCX gleichmässig im System verteilen oder doch lieber alles in ein eigenes, sauber angelegtes Verzeichnis legen soll. Trotz seines Umfanges macht MagicCX einen sauberen Eindruck und wer gerne viele Buttons zum Drücken hat, wird damit lange seine Freude haben, die Konkurrenz beweißt allerdings, daß es auch weniger monumental gehen kann.

- Funktionsvielfalt : hervorragend
- Bedienung : sehr gut
- Verbrauch: 80 Chip, 199192 Fast
 

Stephan Bischoff     [ german ]    

 
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