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Köln:Computer 97Wie jedes Jahr fand auch heuer wieder vom 14.-16. November die Computer97 - die Amiga Messe schlecht hin - in Köln statt. Daß sie überhaupt stattfand, können wir der Rettung des Amiga in letzter Sekunde verdanken. Wie die Messe besucht war und wie die allgemeine Stimmung auf der Messe war, lesen Sie hier. Gleich vorweg: Die Stimmung auf der Messe war durchwegs positiv und auch durch Optimismus gekennzeichnet. Im Gegensatz zum vorgigen Jahr war die Messe in einer größeren Halle untergebracht und es kamen wesentlich mehr Besucher und Aussteller. Sowas wie Leerflächen zwischen den Ständen (wie letztes Jahr) gab es diesmal nicht. Alle großen Namen der Amiga Szene waren anwesend, wenn auch davon nur mehr eine Hand voll übrig geblieben ist. Phase 5 war da und zeigte seine PowerPC basierenden Beschleuniger boards. Derzeit ist die CyberStormPPC für den Amiga 4000 (und Amigas mit kompatiblem CPU Slot) erhältlich. Die kleineren Geschwister für den A1200, das Blizzard 603, die Version für den A2000 (Blizzard 2604) sowie die CyberVision(s) für die PowerUp boards waren noch nicht zu sehen. Obwohl die Blizzard 603e zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Artikels wohl schon zu haben sein wird. In einer nächsten Ausgabe werden wir einen Praxisbericht der CyberStormPPC im Einsatz in einem A3000 bringen und auch die Softwareunterstützung beleuchten. VillageTronic hatte einen etwas kleineren Stand und verwöhnte den Messebesucher mit Aktionspreisen, die den Händlern wohl den Schweiß auf die Stirn trieb. Eine Picasso IV war schon um DM 545,-zu haben! Dazu wurden die neuen Add-On-Module für die Picasso IV gezeigt. Mit dem Video IN Modul PalomaIV kann man in einem Fenster ein Live-Videobild betrachten. Die Darstellung erfolgt dabei immer mit der vollen Farbanzahl, selbst wenn die Workbench nur unter 256 Farben läuft. Zudem läßt sich die Größe des Fensters frei varieren ohne die Darstellungsgeschwindigkeit zu beeinträchtigen. Mit dem Vidoe OUT Modul PabloIV (der Nachfolger des von der PicassoII bekannten Pablo) kann die Picasso nun ihre Grafikdaten an einen Videorekorder weitergeben. Somit steht einer Aufzeichnung von Videosequenzen, die auf der PicassoIV abgespielt werden, nichts mehr im Wege. Das Sound Modul ConciertoIV bietet 16 Bit Stereo Sound zum kleinen Preise - wenn auch leider nur als AddOn für Besitzer der PicassoIV Karte. Das Modul unterstützt den offenen Treiberstandard AHI und läßt sich so in zahlreichen Anwendungen ohne großen Aufwand einsetzen. Außerdem kann dieses kleine Ding neben Sound wiedergeben auch Sound digitalisieren. Einen Test der Concierto werden wir in einer nächsten Ausgabe bringen. Micronik überraschte die Messebesucher mit einer kleinen Revolution im Amiga Sektor. Sie zeigten einen Prototyp einer Busplatine für den Amiga 1200, die neben einem CPU Slot (kompatibel zum A4000, damit läuft die CyberStorm (PowerPC) Karte im A1200), 5 Zorro II/III Steckplätzen, einem SCSI-2 Controller und einem (optionalen) Videoslot auch noch aktive PCI Steckplätze beinhaltet. Erstmals lassen sich so Standard (PC-)Komponenten wie Grafikkarten, Netzwerkkarten etc. im Amiga verwenden. Man darf gespannt sein, wie die Software Hersteller darauf reagieren und ob sie in der Lage sind, entsprechende PCI Treiber für den Amiga zu erstellen. Grafiktreiber für Cybergraphics bzw. Picasso96 sind bereits angekündigt. IrseeSoft stellte die aktuelle Version von TurboPrint 6 und der Bildverabeitungssoftware Picture Manager 5 vor. TurboPrint hat einen Spooler verpaßt bekommen und kann nun endlich im Hintergrund drucken. Beide Programme versprechen durch optimierte PowerPC-Unterstützung atemberaubende Geschwindigkeit. Haage&Partner zeigte seine gesamte Produktpalette, darunter das neue Tornado3D, die aktuelle Version 3.3 des DTP-Klassikers PageStream, ArtEffekt 2.5 sowie den StormC Compiler in der aktuellen Version 3.0. Leider war Merapi, die Amiga Version von Sun's JAVA noch nicht fertig. Mit Merapi wird es erstmals möglich sein, Programme, die für eine andere Platform geschrieben wurden, auf dem Amiga ablaufen zu lassen. Eine Java Version einiger Office Pakete gibt es bereits. Diese würden eine Lücke im Amiga Software Markt schließen. Merapi wird als shared.library implementiert und übernimmt das Abarbeiten von in Java geschriebenen Programmen. Merapi soll eventuell noch dieses Jahr fertiggestellt werden. Außerdem überzeugte Haage&Partner mit der Demonstration einer (illegalen) Version des PC Klassikers Quake auf dem Amiga. Dazu wurde das WarpUp PowerPC Kernel von Haage&Partner eingesetzt. In Punkto Geschwindigkeit stand diese Version der PC Version - mit Pentium-Rechenleistung! - in nichts nach. DCE Zeigte auf der Computer97 erstmals ihren neuen Amiga Clone A5000, hier noch in der Version mit 68030/50MHz Prozessor. Man konnte sich von der Fuktionstüchtigkeit des Rechners selbst überzeugen. Der Preis für einen vollständig ausgerüsteten Rechners mit 10-24 fach CD ROM, 1.7 GB Festplatte, Diskettenlaufwerk, Tastatur, Maus, RAM (2 MB Chip, 16 MB Fast) im Minitower Gehäuse sollte nicht mehr als DM 1.500,- ausmachen. Der endgültige Rechner soll aber lt. letzten Informationen mit 68040/25-40MHz daherkommen und ab DM 1.600,- ab März 1998 erhältlich sein. Nähere Infos in unserem News Teil. Index Information, in Zusammenarbeit mit BlitterSoft UK., zeigten ebenfalls ihre Amiga Clones. Der Access ist ein Amiga Clone mit AGA Chipsatz und 020er Prozessor. Das Board ist so klein, daß es in einen 5¼" Einschub eines Towergehäuses paßt. Index gibt als Zielgruppe Kiosk- und Informationssysteme an. Neben dem Acces wurde auch das Boxer Motherboard gezeigt. Das Boxer board setzt als CPU einen 68040 oder 68060 Prozessor ein und verkraftet Taktfrequenzen zwischen 25 und 75 MHz. Die Platine paßt in ein Standard Baby AT Gehäuse (kein ATX !) und beinhaltet 4 Zorro II/III-, 1 Video-, 1 abgespeckten Video/Genlock- und 2 aktive ISA (!) Steckplätze. Außerdem befindet sich der AGA Chipsatz auf dem Board. Als Eingabegerät läßt sich wahlweise eine PC- oder Amigatastatur einsetzen. Die Platine alleine - ohne CPU etc - soll so um die DM 1.000,- kosten. Wann sie erhältlich sein wird, konnten wir noch nicht in Erfahrung bringen. Außerdem wurde noch Reflections in einer PowerPC Version gezeigt, Ossowskis Schatztruhe verkaufte neue Versionen des Klassikers Cygnus Ed 4 und TurboCalc Version 5, das nun auch Excel Tabellen direkt laden kann. Zum Schluß noch zu Amiga International. Erfreulich war, daß endlich wieder die Mutter des Amiga auf der Messe vertreten war. Das gab den Beteiligten und auch den Besuchern wieder ein wenig Hoffung für die Zukunft. Es wird neue Produkte geben und der Markt hat wieder ein Zugpferd bekommen. Allerdings war von einer großen Ankündigung zur Computer 97 nicht viel zu sehen. Jedoch muß man AI zu gute halten, daß sie bemüht sind, den Amiga nicht nur am Leben zu erhalten, sondern auch weiter zu entwickeln. Wahrscheinlich hat die Zeit seit der Übernahme noch nicht ausgereicht, um große Sprünge zu machen. Die Kernaussage auf der Messe war, daß man bis Anfang 1998 eine neue Version des Betreibssystems (V 3.5) herausgeben und bis Ende 1998 eine neue Amiga Platform definieren will. Amiga, Inc., die neu gegründete Tochter von Gateway2000, mit dem Sitz in den USA, wird die Entwicklung neuer Amiga Produkte übernehmen. Das Spektrum reicht von Kleincomputern (SetTop Boxen) (als Konkurrenz zu WindowsCE) bis zu Desktop Systemen. Amiga, Inc. will aber selbst keine Rechner produzieren, sonder durch Referenzsysteme Vorgaben schaffen, die Fremdhersteller unter Lizenz fertigen sollen. Diesen Weg bestätigt auch Hr. Tyschtschenko in einem Gespräch, wo er darauf hinweist, daß bis jetzt 17 Lizenzen für veschiedene Amiga Produkte vergeben wurden. Das Resume. Na ja, ich würde mal sagen, wenn man sich von der Messe bahnbrechende Neuerungen erwartet hat, wurde man vielleicht enttäuscht. Andererseits, "Totgeglaubte leben wirklich länger". Denn wer hätte einer Firma, die praktisch seit 3 Jahren von der Bildfläche verschwunden war, zugetraut wieder ein Event zu veranstalten, das so gut besucht war, wie diese Messe. Nach dem Besuch der Computer96 voriges Jahr war die Stimmung auf dem Nullpunkt. Vielleicht ist es 1997 Zweckoptimismus, aber trotzem sind Benutzer und auch Hersteller gewillt, diesen Weg weiter zu gehen. Das hat diese Messe eindeutig gezeigt. Also, der Amiga lebt. Was die Aufgabe für das nächste Jahr sein wird, wurde auch klar: Es müssen billigere und schnellere konkurrenzfähige Geräte her. Durch eine Lizensierungspolitik dürfte das machbar werden. Das zeigt auch das Beispiel DCE. Noch auf der Messe wurde der A5000 mit 030 gezeigt, 1 Woche später war nur mehr von 040er als low end die Rede - wohl nicht nur lt. Auskunft von Hr. Dellert durch die Nachfrage der Messebesucher nach mehr Leistung, sondern auch durch ein Konkurrenzsystem von Index Information. Konkurrenz belebt das Geschäft! Also, wir dürfen wirklich gespannt in die Zukunft sehen, meinen |
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