MacOS auf dem AMIGA - So geht´s



Von Holger Häring


Wie bringe ich dem Mac das Laufen bei? Wie krieg ich nur diesen Mac-Emulator zum Laufen? Das haben sich wahrscheinlich schon viele Anwender gefragt. Und, um genau diese User nicht "im Regen stehen zu lassen", gibt es in dieser Ausgabe einen kleinen Workshop zum Thema "MacOS auf dem AMIGA", welcher Grundkenntnisse mit dem AmigaOS aber dringend vorraussetzt! - Viel Spaß!



Was braucht man für die Mac Emulation?

Das wichtigste ist zuerst einmal ein Amiga! Ohne diesen läuft, wie immer, gar nix. Dieser sollte mindestens eine 68030 und eine Grafikkarte sein Eigen nennen.

Sodann muß man sich zwischen zwei Emulatoren entscheiden. Zum einen wäre da der Shapeshifter, welchen es mittlerweile als Freeware gibt und zum anderen ein komerzielles Programm mit dem Namen Fusion. Beide sind mitlerweile ausgereift und stabil. Wir behandeln in diesem Artikel nur den ShapeShifter, da dieser für jeden zugänglich ist. Es lassen sich jedoch die meisten Sachen auch auf Fusion übertagen.

Als nächstes wichtiges Bestandteil sei noch das Mac-Rom genannt, welches je nach ver- wendetem Rechner eine größe von 512 KB oder 1048576 KB haben muß. Warum die unterschiedliche Größe? Bei Rechnern mit einer CPU kleiner als 040 kommt das 500 KB Rom zum Einsatz und bei Amigas mit 040 und 060er CPU das große Rom. Umgekeht funktioniert es nicht richtig, bzw. ist es reine Speicherverschwendung.


Die © Rechte für das Rom liegen natürlich bei Appel, woraus eigentlich schon hevorgeht, das man es nicht einfach kopieren darf.



Wie gehts jetzt weiter?

Kopieren wir nun das "ShapeShifter" Verzeichnis an einen beliebigen Ort der Festplatte (diese ist auch Voraussetzung) und Kopieren das Program "Prepareemul" in das "C" Verzeichnis der Systempartition. Nun wird eine Shell geöffnet, und "Prepareemul" eingegeben. Dazu die zu der jeweiligen Konfiguration gehörige Option, welche in der Anleitung zu ShapeShifter unter Prepareemul steht. Es ist dringend anzuraten, das die "hervorragende" Anleitung studierd wird, wodurch schon viele Unklarheiten ausgeräumt werden. Wenn dann später alles geklappt hat, können Sie den Befehl ganz oben in die "startup-seqence" eintragen, was die ganze Sache automatisiert.


Tip: Für Bestitzer einer Blizzard 2060 kann es möglich sein, das "Prepareemul" mit der Option "A1200" gestartet werden muß.


Nach dem Reboot, welcher jetzt automatisch ausgeführt wird, sollte sich ShapeShifter starten lassen und folgendes Bild "präsentieren":



Von hieraus kommen wir an die verschiedenen Einstellungen von ShapeShifter heran. Auch hier kann alles wichtige aus der Anleitung entnommen - wobei der Rest selbsterklärend sein dürfte. Am wichtigsten sind die Einstellungen zu den Punkten: Grafik, SCSI und die Laufwerkseinstellungen.


Beschleunigte Grafik

ShapeShifter bietet die Möglichkeit, Externe Grafiktreiber zu verwenden, wodurch sich die Performance der Emulation nochmals steigern läßt. Als Musterbeispiel kann wohl "CardTrickEVD" gelten, welcher sich im Aminet wiederfindet. Dieser bietet verschiedene Möglichkeiten zu Ansteuerung der Grafikkarte.



Desweitern wäre da noch WinnerEVD zu nennen, welcher es ermöglicht, die Mac-Emulation in annehmbarer Geschwindigkeit auf der Workbench zu betreiben.



Diese Art der Darstellung ist aber nur in Graustufen, oder auf Amigas mit 060er CPU richtig nutzbar. Auch das Verhalten der Mauszeigers ist gewöhnungsbedürftig. Aber DAS solte am besten jeder selbst testen. Was für den Einen als unzumutbar erscheint, mag für den Anderen wiederum als ausreichend erscheinen.


Die Laufwerkseinstellungen

Nun werden wir uns der Einstellung der Laufwerke widmen. Hier bieten sich uns zwei Möglichkeiten an:

1.) Hardfiles

2.) Eine ganze Partition

Die Hardfiles werden wahrscheinlich die am häufigsten genutzte Möglichkeit sein, dem Mac sein Betriebssystem zugänglich zu machen. Es gibts im Internet bereits fertige Hardfiles für ShapeShifter und Fusion, welche einen sofortigen Einstieg ermöglichen. Aber Achtung, hier sind dann schon um die 15-20 Megabyte zum Downloaden, was je nach dem viel Geld und Zeit in Anspruch nimmt.

Nun ist in diesem Hardfile aber nur das OS enthalten und meisten kein weiterer Platz mehr für Anwendungen und System- erweiterungen. Aus diesem Grund sollte man sich ein neues Hardfile anlegen, das ca 15 Megabyte mehr Platz bietet, als das MacOS in Anspruch nimmt; denn es werden immer wieder bei der Installation von Programmen, diverse Dateien dem Systemordner hinzugefügt. Wie man ein Hardfile anlegt, ist wiederum sehr gut in der Anleitung beschrieben.

Der große Nachteil eines Hardfiles ist jedoch die sehr geringe Geschwindigkeit. Es wäre in jedem Fall besser, der Emulation eine eigene Partition zu gönnen. Jedoch kann man auch einem Hardfile mit einigen Tricks auf die Sprünge helfen.

Bevor man sein eigenes Hardfile anlegt, muss die Festplatte mit dem Program "ReOrg", defragmentiert werden. Dies kann je nach Größe der Festplatte einige Zeit dauern, was sich jedoch lohnt, wie man dann später feststellen wird. Nachdem dies erledigt ist, kann man sein Hardfile anlegen und MacOS starten. Nun wird vom Mac das neue Hardfile erkannt - und es sollten dieses Initialisieren lassen. Ist dieser Schritt beendet, kann der Systemorder auf die neuen virtuelle Festplatte (also das Hardfile) kopiert werden. Wird nun das angelegte Hardfile benutzt, wird man feststellen, das dieses erheblich schneller arbeitet, als das Erste. Noch mehr Speed kann mit Hilfe eines Cache Programmes wie etwa "DynamiCache" erreicht werden. Jetzt läßt es sich schon viel besser Arbeiten!


Welche Version des MacOS ist nutzbar?

Generell ist zu sagen, das alle Versionen des MacOS, bis 8.0 funktionieren sollten. Empfehlenswert ist meiner Erfahrung nach die Version 7.1.x, 7.5.5 oder 7.6.x, wobei letzteres vorzuziehen ist. Wenn die Möglichkeit vorhanden ist, OS8.0 zu beziehen, dann kann auch dieses verwendet werden, bietet es doch Java und vieles mehr auf dem Amiga. Was es jedoch nicht bieten kann, ist das vertraute Multitasking, wie wir es vom Amiga gewohnt sind.


Was verträgt sich nicht?

Es gibt ein paar Wichtige Punkte, die beachtet werden müßen, da es sonst Probleme geben kann:

  • * Tools wie Cyberpatcher vertragen sich nich mit der Mac-Emulation
  • * Bei MacOS8 und einer 060er CPU muß Superscalarität der CPU deaktieviert werden.
  • * Die Emulation nur über den Menupunkt "ausschalten" beenden, da sonst evtl.
  • Probleme in der Festplattenstrruktur des Mac entstehen können.
  • * Es darf nie! passieren das beide Betriebssysteme gleichzeitig auf die "selbe"
  • Festplatte (Macpartiton oder Hardfile via Mac-Handler) zugreifen!
  • * Bei laufender Mac-Emulation darf der Rechner nicht mehr einfach ausge- schalten werden.


Wo bekomme ich die Software?

Am besten, ist es, eine Mac-Zeitschrift, wie die MacUP zu kaufen. Dort können Händler gefunden werden, welche Software vertreiben. Auch die beiliegende CD ist immer gespickt mit Tools und Updates. Als weitere Quelle können wir natürlich das Internet nutzen. Doch ist es ratsam aufzupassen, das keine Software für reine PowerPC-Macs erwischt wird, da diese für Shapeshifter nutzlos ist.


Bezugsquellen

 
     ShapeShifter   :   http://www.uni-mainz.de/­bauec002/SSMain.html
     Grafiktreiber  :   http://ftp.uni-Paderborn.de/Aminet   -   Suchen nach ShapeShifter
     MacOS-Hardfile :   http://www.virtual-pc.com/henners/macintosh/library/macinabox.html       
     AA Reader      :   http://www.adobe.com/acrobat/
     Grafikconverter:   http://www.lemkesoft.de/
     Netscape       :   http://home.netscape.com/computing/download


Wir hoffen, mit diesem Artikel etwas geholfen zu haben. Sollten noch fragen zu ShapeShifter auftreten, können Sie den Autor gerne über seine E-Mail Adresse erreichen.

HHaering@atn.eduhi.at