|
Bei der SpeedViper, im folgenden nur noch SV genannt, handelt es sich um ein ISDN-Modem für die serielle Schnittstelle. Für einen Preis von ca. 200 DM erhält man das Modem, einen Netztadapter für die Stromversorgung, ein Anschlusskabel für die serielle Schnittstelle mit 9poligen Sub-D-Stecker und ein Anschlusskabel für das ISDN-Netz mit 3 Metern Länge. Laut der beiliegenden Beschreibung sollte auch ein Adapter auf Sub-D-25polig dabei sein, welcher für den Anschluss am Amiga notwendig ist, was in meinem Fall aber nicht so war. Daher ist bei jedem Hardwarekauf anzuraten, schon beim Kauf die Verpackung zu öffnen, um nachzusehen, ob alle Komponenten in der Verpackung liegen. Auch ist noch eine CD für Win 3.11 und Win 95 mit dabei, welche dem Amiga Anwender nicht viel nutzt, außer die Readme Dateien zu den AT- Befehlen. ![]()
Das beiliegende Handbuch ist zwar knapp gehalten, erklärt jedoch ganz gut die Eigenschaften, Möglichkeiten und Installation der Hardware am Rechner. Nachzulesen ist das Ganze in Deutsch, Englisch und Französisch. Jedoch wird rein Softwaremäßig nur auf den PC eingegangen. Wie das halt so üblich ist.
Jetzt zum Positiven, wenn man das Modem am Amiga nutzt. Die SV ist in ca. 5 Minuten Betriebsbereit. Und das inklusive Softwareinstallation. Es geht nicht anders vonstatten als mit einem herkömmlichen Modem. Die serielle Strippe zum Rechner, das Netzteil in die Steckdose und noch das ISDN-Kabel reingesteckt - das war es dann hardwaremäßig. Wie in der Anleitung schon zu lesen ist, unterstützt die SV "AT-Kommandos" nach Hayes. Jedes Gerät mit AT-Unterstützung kann unter jedem Betreibsystem verwendet werden. Das gilt auch für andere ISDN-Modems. Je nach dem, welchen TCP/IP Stack Sie verwenden kann die Sofwareinstallation verschieden sein. Da ich Miami benutzte und eigentlich der Meinung bin, das dies Standard sein sollte, wird die Einrichtung mit diesem Stack beschrieben. ![]() Man startet MiamiInit und wählt den Eintrag "Analog-/ISDN-Modem" aus. Sodann wird nach dem Treiber für die serielle Schnittstelle gefragt, wo man "Amiga built-in serial port, any driver" auswählt. Wenn sie im Besitz einer Schnittstellen- karte sein sollten, müßen sie wahrscheinlich "--other--" wählen, um dort das karteneigene Device auszuwählen. Bei der nächsten Sektion sollten sie "Miami built-in driver" wählen, da dieser optimiert ist. Nachdem diese Sache geklärt ist, kommen wir zur Modemliste, wo sie die direkt unterstützten Modem´s finden. Das Wählpräfix sollte auf "ATDP" gesetzt sein (Standard). Sodann wählen sie aus der Liste die "Hagenuk DataBox SpeedDragon" aus. Dies ist der große Bruder der SV. Der große Unterschied ist eigentlich nur, das die SpeedDragon noch Anschlüße für analoge Endgeräte bietet, ansonsten ist es fast das gleiche Modem. Nachdem das Modem ausgewählt wurde, muß noch der Übertragungsmodus ausgewählt werden, wo "Sync PPP in HDLC, 1 B-channel" für einen normalen Internetzugang gewählt werden sollte. Wenn jetzt auf "Weiter" geklickt wird, testet Miami das Modem und danach geht es zu den Providerdaten wie Telefon- nummer, Login-Name und Passwort. Die IP-Adresse auf Dynamisch eingestellt, und als Protokoll "PPP" gewählt." Das wars. Der Rest ist das selbe wie beim normalen Modem und sollte niemanden ein Problem bereiten. Wie Surft es sich? Abgesehen von der höheren Geschwindigkeit und der besseren Verbindungsqualität, ist es das selbe wie mit einem her- kömmlichen Modem. Mit meinem Provider erreiche ich im Schnitt 7.3 Kb in der Sekunde, was als schnell bezeichnet werden darf. Seitdem ich mit der SV Online bin, wurde noch nie ein Verbindungsabruch verzeichnet, was ein Zeichen hoher Qualität sein dürfte. Es gibt jedoch einen Nachteil, der nicht verschwiegen werden sollte. Faxe versenden mit einer Fax- Software wie STFax ist leider nicht möglich, da dies bei ISDN über Software emuliert werden müsste (so die Information von den Programierern von STFax) und unser Amiga zu wenig Leistung dafür hätte. Die beiliegende Fax-Software für den PC; RVS-Com benötigt laut Anleitung einen Pentium 100, was circa einem 68060/50 entspräche. Machbar wäre es sicherlich, jedoch fehlt hier die Nachfrage. Um nochmal auf die "ach so langsamen Schnittstellen" des Amiga zurückzukommen. Es ist für die maximale ISDN- Übertragung eines B-Kanals keinesfalls erforderlich, sich eine Schnittstellenkarte zuzulegen, wie es zuweilen propagandiert wird. Auf einem Amiga mit 060er Prozessor fordert die Übertragung durch die normale serielle Schnittstellen so um die 4% Leistung, was man überhaupt nicht bemerkt. Nur bei Kanalbündelung könnte eine Schnittstellenkarte notwendig sein, was aber nicht vorkommen wird, da kaum ein Provider dies unterstützt.
Die Hagenuk DataBox SpeedViper kann man im sortierten Fachhandel für ca. 200 DM erstehen. In meinem Fall war es der MediaMarkt, zu einem Preis von 199 DM. Auch ist es möglich, das Gerät direkt bei Hagenuk zu bestellen. 2 Hagenuk Telecom GmbH Servic-Center Westring 431 24118 Kiel Tel: (0431)8818-5235 Fax: (0431)8818-5245 ![]() |