Monopol oder Standard?

von
Thomas Heinrich

Eine Teilschuld an der Misere des Amiga trägt sicherlich der monopolartige Aufbau der Hardware. Während der PC die Weiterentwicklung eines uralten IBM-Standards ist, der von sehr vielen Firmen getragen wird, hat Commodore nie Lizenzen vergeben, die Klone des Amiga zulassen. Der Vorteil war sicher, daß die Weiterentwicklung aus einer Hand keinen Wildwuchs zuließ, andererseits waren Neuerungen sehr von der Politik der Mutterfirma abhängig. Und das ging letztlich aufgrund von Mißmanagement in die Hose, wie wir alle wissen.

Trotzdem ist auch der einheitliche Standard nicht der Weisheit letzter Schluß. Der PC ist zwar im Augenblick der am weitesten entwickelte Rechner, aber je fortschrittlicher die Anwendungen werden, umso größer müssen die Anstrengungen sein, eine gewisse Kompatibilität zu wahren. Aufgrund des weitverbreiteten Standards traut sich niemand, ein revolutionäres, besseres Konzept zu entwickeln, da daran ein zu hohes Risiko hängt.

Hier paßt der Amiga der Firma Gateway natürlich schön ins Konzept: Ein Rechner, völlig anders aufgebaut, mit einer kleinen, treuen Anhängerschar, mit der sich prima neue Konzepte testen lassen. Wenn der neue NG-Amiga wirklich das hält, was man sich davon verspricht, stehen wir vielleicht vor einer neuen Ära, die den PC endlich in den verdienten Ruhestand schickt und einem neuen Konzept eine Chance gibt. Mit einer breiten Unterstützung wäre auch der Preis kein Thema mehr. Aber irgendwie glaube ich nicht so richtig daran...


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