Seit Jahren, ja sogar seit Jahrzehnten, versprechen uns die Computerhersteller, egal welcher Couleur, daß der Computer einfacher zu bedienen sein wird, als das bis jetzt noch der Fall ist.
Verlockungen gibt es ja genug, in den letzten Jahren zieht vor allem das Internet computertechnische Laien an, wie das Licht die Motten. Allein, was immer noch fehlt, ist der leicht von jedermann und -frau bedienbare Computer.
Als langjähriger Amiga-User und dann zwangsweise auch Wintel-Kundiger, sehe ich aber sogar den Vorteil in dieser unbefriedigenden Situation: Man lernt nämlich eine Menge Leute kennen.
Ich konnte mir neulich das Grinsen nicht verkneifen, als ich die Frage zu hören bekam, ob man das, was man im Internet findet, auch ausdrucken kann. Zum Glück war es ein Telefonanruf, so daß die Anruferin (*) das nicht sehen konnte. Die nächste Frage hat mich auch erst amüsiert und dann verblüfft: "Wie funktioniert das mit dem Internet eigentlich?"
Da stellt man dann zum erstenmal fest, daß hier Abgründe zwischen dem liegen, was ein unbedarfter User am Computer sieht, nämlich das einfache "Wohin muß ich klicken...?", und dem, was ein Computerfreak weiß, nämlich wie die Technik dahinter funktioniert. Es wurde mir bewußt, daß für mich die technische Seite so im Vordergrund steht, daß ich auf Anhieb einem absoluten Laien gar nicht erklären kann, mit was ich mich tagtäglich befasse.
So geht einem mit dem wachsenden Wissen der Blick auf's Wesentliche immer mehr verloren. Ist das die Aussage, daß es den einfach zu bedienenden PC schon lange gibt: Denn hinter jedem Rechner sitzt bereits ein Idiot - ein Fachidiot?
Der Horror für mich wäre, wenn der Allerwelts-PC tatsächlich einmal erscheint. Keine Probleme, keine Spezialisten mehr, keine Möglichkeit, sich zu profilieren und sich unentbehrlich zu machen. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, ich brauche mir keine Sorgen zu machen. Wenn nach so vielen Jahren mit Computerservice immer noch so viel verdient wird, wird sich die Wirtschaft das nicht durch einen Easy-PC kaputtmachen lassen.
(*) Einen herzlichen Dank an Uta G., für die vielen genial naiven und unbefangenen Fragen.
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