Hacker, Cracker, Vollidioten?

von
Thomas Heinrich

Angeblich gibt es ja einen feinen Unterschied zwischen Hackern und Crackern. Letztere brechen mit bösen Absichten in fremde Rechner ein, erstere nur zum "Spaß" und zu "Lehrzwecken", um Schwachstellen in Computersystemen aufzuzeigen. Obwohl die schon hinreichend von anderen, professionellen Quellen aufgezeigt wurden...

Wieder einmal hat ein geltungssüchtiges Subjekt (oder mehrere?) einen Server angegriffen, diesmal amiga.org, und dort gefälschte Artikel gegen Nordic Global (Miami) gepostet. Abgesehen davon, daß hier einer der letzten, großen Unterstützer des Amiga mit System schlecht gemacht wird (die gefälschte datatypes.library, die Paßwörter klaut, wurde auch Nordic Global angehängt), ist jegliches Eindringen in die Privatsphäre anderer User schon vom Gesetz her verboten und steht in einer Reihe mit Nötigung und Hausfriedensbruch.

Stellen Sie sich vor, jemand bricht in Ihre Wohnung ein. Auch wenn nichts fehlt, werden Sie in Zukunft das Gefühl nicht mehr los, jemand schaut Ihnen ständig über die Schulter. Sie fühlen sich nicht mehr wohl, Ihr Zuhause ist nicht mehr das sichere Heim, in das Sie Ihr Vertrauen setzen können. Vielleicht werden Sie Ihre Sicherheitsmaßnahmen drastisch verstärken, aber dann werden Sie sich bestimmt ziemlich eingesperrt fühlen.

Es geht bei allen Hackern und Crackern nicht um den Schaden, sondern einzig und allein um die Tat, die ein gewisses Grundvertrauen mißbraucht, das jeder dem (auch unbekannten) Anderen entgegenbringt. Jeder Vertrauensbruch vergiftet das Klima nicht nur zwischen den Beteiligten, sondern auch bei allen anderen, die genauso Opfer sein können. Oder mit anderen Worten: Es ist asozial, im ursprünglichen Sinn. Gegen die Gemeinschaft gerichtet, nur mit dem Ziel, die Gemeinschaft zu zerstören.


Prev Inhaltsverzeichnis Next
© `99 Der AmZeiger