PPT"Cauchy 6"

von
Lukas Fichtinger

PPT ist ein Freeware-Bildbearbeitungsprogramm, dessen Ziel es ist, in die Fußstapfen von solchen Programmen wie Adobe Photoshop oder Paint Shop Pro am PC zu treten. Der Autor hat übrigens ein Faible für berühmte Mathematiker und nennt jede seiner Revisionen nach einem anderen...

Zuerst mal zum Negativen: PPT ist noch lange nicht bugfrei, das behauptet nicht mal der Programmierer. Sicher gibt es auch noch einige Features, die einzubauen wären. Der Autor der Software ist deshalb für jeden Bugreport und Vorschlag dankbar. Hinzu kommen auch noch die Bugs von BGUI, welches er verwendet.

Doch jetzt zum Positiven, oder besser gesagt, was kann denn PPT nun eigentlich?

Fangen wir mit den Dateiformaten an. PPT erkennt JPEG, PNG, ILBM, TIFF und sonst noch einige exotische Formate. Der GIF-Loader wurde von ihm wegen des UNISYS-Patents nicht aufs Aminet upgeloadet, kann aber von seiner Homepage bezogen werden. Selbstverständlich werden auch Datatypes unterstützt. Der JPEG-Loader erweist sich bei intensivem Testen als etwas langsam, genauso wie der PNG-Saver. Wenn ich auf meinem 040er ein größeres Bild speichere, kann ich mal inzwischen auf einen Kaffee gehen, aber naja.

Ein weiteres hervorragendes Feature ist das interne Multitasking des Programms: während man ein Bild speichert/lädt, kann man bei einem anderen inzwischen fleißig herummanipulieren. Praktisch! Zum Beispiel wenn im Hintergrund der PNG-Saver müßig vor sich hin werkt...

Hat man nun mal ein Bild im Speicher, läßt sich mit diesem einiges anstellen (übrigens finden alle Berechnungen in 24 Bit statt):

Vom einfachen Manipulieren des Bildes (Cut, Paste, Kontrast, Helligkeit, Größe ändern, Rahmengröße ändern, und noch vieles mehr) zu komplexen Effekten, wie Verformen, Histogramm-Manipulation, selbstdefinierte Effekte, Bilder zusammenmischen, Steganographie (also Informationen in einem Bild verstecken), Transparenz, etc. etc.. Da der Autor ein modulares Effektsystem verwendet, ist es auch möglich, für PPT geschriebene Effekte Dritter zu nutzen.

Auf dem Arbeitsbildschirm werden die Bilder immer nur auf die jeweilige Farbenanzahl in Graustufen heruntergedithert angezeigt, ebenso die Previews der Effekte. Um das Bild im fertigen Zustand zu sehen, muß man es zuerst rendern.

Hierzu kann der Screenmode, die Farbenanzahl (1-256, EHB, HAM6, HAM8) und gegebenenfalls die Ditheringmethode festgelegt werden.

Eins vorweg: in HAM produziert PPT sagenhafte Bilder, die man mit dem HAM von solchen Programmen wie DPaint vergleichen kann. Die Ditheringmethoden produzieren im Vergleich zu PPaint zu körnige Bilder, aber bei HAM sind sowieso keine erforderlich.

Was hat das Programm sonst noch für Features?

Alles in allem finde ich PPT sehr gelungen, besonders da der Autor beständig daran interessiert ist, es weiterzuentwickeln. In den ersten Versionen noch ziemlich bugbehaftet, läuft es jetzt schon recht stabil.

Eine PPC-Unterstützung würde den meisten Effekten und dem Rendering nicht schaden, der Autor scheitert aber zur Zeit noch daran, mit EGCS Libraries für WarpOS zu schreiben und bittet um Unterstützung.

Apropos: wenn die ppc.library von Phase5 noch im Speicher ist, verhält sich das Programm ziemlich instabil, deshalb sollte man sie vorher entfernen.

Die jeweils brandneueste Version und diverse Zusatzmodule sind auf seiner Homepage erhältlich, im Aminet gibt es unter gfx/conv dann immer die stabile Version.

Programm: PPT V 5.20 "Cauchy 6"
Status: Freeware
Autor: Janne Jalkanan

Bezugsquelle: http://www.iki.fi/~jalkanen/PPT.html


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