Die Historie:
Im Jahre 1987 erschien eine Spielkonsole mit dem Namen "Mastersystem" der Firma "SEGA", die sich ja auch vor allem durch die Herstellung von eindrucksvollen Spielhallenautomaten einen Namen gemacht hatte.
Diese Konsole wartete mit einem Z80-Prozessor, einer Taktrate von 3,6 Mhz und einem RAM von 8 KB auf. 1990 erschien dieses System dann als Handheldkonsole mit dem Namen "GameGear", konnte sich aber, trotz eindeutiger technischer Überlegenheit, nicht gegen den Konkurrenten "Gameboy" von Nintendo durchsetzen.
Für das "Mastersystem" und das "Gamegear" (die beide die gleichen ROM- Module nutzen können!) erschienen bis zum Jahr 1994 einige Klassiker der Videospielgeschichte, wovon "Sonic" wohl der bekannteste wurde.
Nun können Sie diese Hits endlich auch auf Ihrem Amiga spielen!
Die Roms:
Tja, es ist wohl hinlänglich bekannt, dennoch möchte ich hier nochmal darauf hinweisen: Die Nutzung der Spiele als ROM-Images ist untersagt, sofern man nicht im Besitz der Orginal-Spiele ist. Und dem großen Sega- Konkurrenten "Nintendo" paßt das selbst in dieser Form nicht, wie die Firma gerade in einem Interview verlauten ließ. Doch das braucht uns hier ja nicht zu interessieren.
Der Autor:
Der spanische Programmierer Juan Antonio Gomez Galvez begann 1997 mit der Programmierung des Mastersystem- und GameGear-Emulators "AmiMasterGear", die sich zwar immer noch im Betastadium befindet, aber schon soweit ausgereift ist, daß über 80% der verfügbaren Roms ohne Einschränkungen lauffähig sind.
Da der Programmierer sehr wenig Zeit für das Programmieren über hat, denke ich, daß er diesen Emulator bald zur finalen Version erklären wird, zumal er schon auf seiner Internet-Homepage Aussagen dieser Art machte und versprach, alle seine Emulatoren (u.a. ein Gameboy-Emulator namens "AmiGameboy") in naher Zukunft frei zu veröffentlichen.
Trotz dieser Aussage sollten Interessierte sich dennoch registrieren lassen, denn dieser Emulator ist es wirklich wert!
Technische Voraussetzungen:
Es genügt bereits ein Amiga mit einem 68020-Prozessor, AGA-Grafikchip und nur 1 MB FastRam. Auf dieser Konfiguration ist die Emulation ein wenig zu langsam, eine wirklich optimale 1:1 Geschwindigkeit erhält man, wenn eine 68030/50 Mhz-Turbokarte in den Amiga eingebaut ist.
Ich habe "AmiMasterGear" auch auf einem 68040-Rechner installiert. Allerdings ist die Emulation hier ein wenig zu schnell geraten! Der Geschwindigkeitszuwachs befindet sich aber gerade noch im "grünen Bereich", so daß man "AMG" auch für diesen Prozessor empfehlen kann.
Die Installation:
Das Programmpaket, mit dem Emulationsprogramm und einer englisch gehaltenen Anleitung im AmigaGuide-Format, kommt in einem Verzeichnis daher und besitzt kein Installationsskript, auf das aber auch verzichtet werden kann, da das Verzeichnis kein "Assign" oder sonstiges benötigt und daher einfach auf die Festplatte der Wahl gezogen werden kann.
Etwas komplexer ist - wenn man registrierter User geworden ist - die Installation des personalisierten Keyfiles. Diese Installation wird aber sehr ausführlich in einer gesonderten Anleitung bei Erhalt des Keyfiles beschrieben.
Das Programm:
Nach dem Programmstart durch Doppelklick auf das Workbench-Icon, erscheint ein übersichtliches GUI, welches die wichtigsten Programmfunktionen beinhaltet. Alle Funktionen lassen sich auch per rechtem Mausklick durch ein Menü aufrufen. Mit ihrer hohen Anzahl läßt 'AmiMasterGear' alle mir bekannten Videogame-Emulatoren weit hinter sich.
Hier ist ein kleiner Überblick über die wichtigsten und interessantesten Funktionen:
Diese Vielzahl von Möglichkeiten, basierend auf einer gelungenen Oberfläche, sind wirklich vorbildlich und es wäre wünschenswert, daß sich auch andere Emulatoren ein Beispiel daran nehmen würden.
In der Praxis konnten über 80% der geladenen Roms auch problemlos gespielt werden. Nur ein paar ließen sich gar nicht laden oder erzeugten Grafikfehler nach dem Start. Nach der Nutzung von einigen wenigen Roms bzw. beim Laden von einigen "Snapshots" kam es an und wann mal zu Abstürzen mit einem Guru bzw. zeigte "AmiMasterGear" keine Reaktion mehr auf die eingegebenen Befehle.
Hier half dann nur ein Neustart bzw. ein neuer Bootvorgang. Allerdings führe ich diese Symptome ein wenig auf die Speicheradressen einiger Roms zurück, die offensichtlich mit dem Amiga-Speicher kollidieren.
Wie schon Eingangs erwähnt, ist die Geschwindigkeit auf einem 030/50-Amiga optimal, während mir ein 040-Amiga ein ganz klein wenig zu schnell für AmiMasterGear erschien. Eine 060-CPU stand mir leider nicht zur Verfügung.
Die Sound- und Musikwiedergabe ist ebenfalls gelungen, allerdings darf man sich wohl von den SEGA-Modulen auch keine Wunderdinge in Sachen `Ohrenschmaus` erwarten.
Lobenswert ist übrigens auch, daß dieser Emulator automatisch zwischen den Modulen des "Sega Mastersystems" und des "GameGear" unterscheidet, und den jeweiligen Bildschirmmodus anpaßt (die Bildschirmdarstellung der GameGear- Module ist, wie im Orginal, etwas kleiner). Außerdem läuft er immer im Multitasking.
Nochmal ein Einwurf zu den Cheats:
Für fast jedes Modul gibt es Cheat-Kombinationen, die sich auf den Orginalgeräten durch entsprechende Kombinationen und Bewegungen des Steuerpads aktivieren lassen. Diese Eingabemöglichkeit ist natürlich auch mit dem Emulator, während des aktuellen Spiels, möglich.
Fazit:
Wie unschwer zu erkennen ist, halte ich diesen Emulator für absolut empfehlenswert und die vorhandenen Mängel sind wirklich marginal.
Für die folgende (und wohl auch letzte) Version, plant der Autor noch eine 100-prozentige Z80-CPU-Emulation (die einen schnellen Amiga voraussetzt) und die Nutzung der "xpk"-Packmöglichkeit.
Selbst wenn die hier vorgestellte Version in naher Zukunft Freeware werden wird, so ist dennoch auch heute eine Registration empfehlenswert, weil man zum einen diese hervorragende Arbeit wirklich honorieren sollte und man sich zum anderen erhoffen kann, daß der Autor vielleicht dadurch motiviert doch noch andere Amiga-Projekte in Angriff zu nehmen.
Und zu guter Letzt ein Hinweis: Die von mir vorgestellte Version 0.6 ist nur von bereits registrierten Usern nutzbar, alle anderen können sich einen Eindruck von AmiMasterGear durch die eingeschränkte Demoversion 0.51 verschaffen.

| Programm: | AmiMasterGear V0.6 |
| Status: | Shareware, Preis der Vollversion: 15 US-Dollar |
| Autor: | Juan Antonio Gomez Galvez |
Bezugsquelle: http://www.arrakis.es/~joanant/amg.htm
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