Mit ihrem Debütalbum, welches die gleichnamige Hitsingle enthält, erregte die junge Band zuerst nur das Mißfallen der in Amerika gängigen Branchenblätter. Ein Rezensent schlug sogar vor, die Single an einen Stein zu binden und im Meer zu versenken... jetzt hat er das vielleicht selbst getan.
`Creed` (zu deutsch in etwa "Glaubensbekenntnis") haben sich ihren Erfolg hart erarbeitet. Sie sparten jeden Cent, nur um dann wieder das Studio für kurze Zeit mieten zu können, um den nächsten Song aufzunehmen. Danach preßten sie das Album in Eigenregie und verkauften es auf ihren Konzerten, bis sich der Star-Produzent Ron Saint-Germain (`Tool` etc.) der Sache annahm. Vom Stil her kann man sie recht nahtlos neben Nirvana, Pearl Jam usw. einordnen.
Doch jetzt zum Album im Detail: Das Booklet ist recht schön in düsteren Farben gestaltet, das Titelbild zeigt einen jungen Mann, der anscheinend in die Ecke gedrängt die Hände über dem Kopf zusammenschlägt. Diese Geste drückt schon einiges über den ziemlich großen Weltschmerz aus, der aus den Liedern der Band hervorquillt.
Die beiden ergreifendsten Tracks sind "My own prison" und "What's this life for":" So I held my head up high
Hiding hate that burns inside
Which only fuels their selfish pride
Should have been dead on a Sunday morning
Banging my head
No time for mourning
Ain't got no time
I've created my own prison "
(aus "My own Prison")
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" Hurray for a child
that makes it through
if there is any way
because the answer lies in you
they are laid to rest
before they know just what to do
their souls are lost
because they could never find
what's this life for
I see your soul, it's kind of gray
I see your heart, you look away
You see my wrist, I know your pain
I know your purpose on your plane
Don't say a last prayer
Because you could never find
What's this life for
But they ain't here anymore
Don't have to settle the score
Cause we all live
under the reign of one king "
(aus "What's this life for")
"What's this life for" hat der (ziemlich gutaussehende) Sänger und Textschreiber der Band, Scott Stapp, geschrieben, nach dem sich ein damaliger Klassenkamerad von ihm am College umgebracht hat. In den anderen Liedern beschäftigt er sich mit dem "American Way of Life" ("America"), Vorurteilen gegenüber Dingen die man nicht versteht ("One") und allgemein mit den alltäglichen Depressionen, über die er anscheinend einiges zu berichten hat.
Hervorzuheben sind die immer sehr schönen melodiösen Refrains. Stark ins Auge fällt die große Verwendung von christlichen Symboliken in seinen Liedertexten, was ja vielleicht nicht unbedingt gang und gäbe bei Gruppen dieser Musikrichtung ist. In Interviews bestreitet Scott jedoch, Creed sei eine christliche Band, ganz im Gegenteil. Er wurde nur extrem christlich und konservativ erzogen, und mußte einfach mit all dem abrechnen.
Fazit: Konnte mich dieses Album schon sehr begeistern, bin ich gespannt auf ihr nächstes Album, das irgendwann im Sommer herauskommen soll. Auf ihrer schön gestalteten Homepage gibts neben Fotos und einer FAQ-Sektion außerdem noch eine alternative Version von "My Own Prison" zum freien Download.
© 1999 by Wind-up Entertainment, Vertrieb durch Sony Music, ca. 33DM
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