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»Amiga OS3.5 - genial oder überflüssig? - ein erster Eindruck
Als ich über die Entwicklung von OS3.5 erfuhr, war ich begeistert! Endlich passiert mal wieder was mit dem AMIGA. Und als man vorbestellen konnte, war ich wohl einer der ersten, die an der Telefonstrippe hingen. Und als es dann endlich gegen den 20. Oktober 99 ausgeliefert wurde, hielt ich es auch gleich in meinen Händen! Und war vor Freude ganz beglückt.
Als ich jedoch das Päckchen öffnete (es erschien mir unheimlich klein), kam der erste Schock! Wo ist das Handbuch? Ich fand nur eine Mini- Installationsanleitung! Nähere Nachforschungen ergaben: Es gibt kein Handbuch mehr!?! Klasse! Wenn ich jetzt was nachlesen will, muss ich jetzt entweder erst meinen Browser starten, oder das PDF-Dokument ausdrucken. Toll! Echt! Ich meine, von Sharewareprogrammen kennt man das ja, und man sagt auch gar nix dagegen. Aber von kommerziellen Produkten?
Na schön, zuerst mal verdaut, gings an die Installation. Und da erst mal ans Zerlegen. Denn, wie auch schon bei Vorgängerversionen, muss das ROM getauscht werden (wenn man das Upgrade-Kit gekauft hat, und noch nicht die Kickstart-Version 40.68 (OS3.1) hat - hat man OS3.1 bereits auf seinem Rechner braucht man auf Hardwareseite nichts zu tun). Man mag ja davon halten was man will, wenn man für ein Betriebssystemupdate handwerkliche Kenntnisse ans Tageslicht befördern muss, aber dafür ist das Betriebssystem (das Rohe) wenigstens schnell da! Und seien wir mal ehrlich - ein bisschen Basteln macht doch wirklich Spaß, oder? Also, das ROM getauscht, alles wieder halbwegs zusammengebaut und gehofft - hoffentlich geht alles noch! Und siehe da, es ging!
OS3.0 hat bei mir nun gebootet. Nun ging's endlich ans Installieren von OS3.5 - nicht schön - es muss OS3.1 vorher drauf sein. Kann ich nicht so ganz nachvollziehen, aber bitte: Dann wurde halt zuerst OS3.1 installiert - wird ja netterweise gleich mitgeliefert. Ein Doppelklick auf das jeweilige Installationsicon, auswählen der Partition, auf der OS3.1 installiert werden soll (von dieser muss gebootet werden!), und schon rast (wohl treffender: kriecht) das CD-ROM los. Nachdem OS3.1 installiert wurde (hat vielleicht so 1-2 Minuten gedauert), muss wohltuenderweise nicht neu gebootet werden, sondern das Update auf OS3.5 kann sofort gestartet werden. Und das ist in verschiedene Parts unterteilt. Es beginnt zuerst die "Pre- Installation" - also die Vorbereitung auf OS3.5.
Hier werden einige Systemdateien, Icons, Libraries und ähnliches kopiert (unter anderem das neue scsi.device, das jetzt - juhu - Platten größer 4 GB unterstützt). Einfach ein Doppelklick auf das OS3.5-Installationsicon - Verzeihung übrigens, dass ich noch von "Icons" spreche, neu ist nämlich, dass es ab jetzt "Ikon" heisst, sieht aber ehrlich gesagt ziemlich bescheuert aus - also schön, ein Doppelklick auf das OS3.5- Installationsicon und das Installscript startet. Bitte sorgt an dieser Stelle dafür, dass ihr genügend Chip-RAM zur Verfügung habt, jedenfalls wenn ihr keine Grafikkarte habt, es öffnet sich nämlich ein 256-Farben- Screen. Alle Nichtbesitzer einer Grafikkarte dürfen nicht verzagen, es dauert, bis der Screen aufgebaut ist! Ab und zu kann es schon mal vorkommen, dass sich der Rechner dabei aufhängt - warum weiß wohl nur der einzig wahre Guru.
Auf dem erscheinenden Fenster wählt ihr (sollte schon getan sein) - die Pre-Installation aus. Nun werdet ihr gefragt, ob ihr den AMIGA-OS3.5- Lizenzbedingungen zustimmt - erinnert an Bill "Geldfänger" Gates, oder nicht?
Habt ihr "Akzeptieren" gewählt, könnt ihr die Partition auswählen, auf der von OS3.1 auf OS3.5 geupdatet werden soll. Der AMIGA rennt nun für ca. 3-5 Minuten los, und installiert die wichtigsten Boot-Daten. Bereits hier könnt ihr auswählen, ob ihr einen 4-fach-IDE-Adapter habt - also so was wie "IDEfix".
Danach - Gruß an Windows - muss neu gebootet werden! Ist sogar verständlich, schließlich wurde das System praktisch ausgetauscht - und das muss dem System erstmal bekannt gegeben werden - dies kann halt nur durch einen Reboot geschehen.
Also, neu booten - ist dies getan, startet man das OS3.5 - Installationsskript neu, nur dieses Mal bitte nicht "Pre-Installation", sondern "MAIN Installation" auswählen.
Und wenn ihr dort fortfahrt, werdet ihr wiederum um die Lizenzbedingungen gefragt - akzeptiert ihr, geht's richtig los! Ihr werdet einige Dinge gefragt, die ihr zusätzlich installieren könnt, darunter der Druckertyp, zusätzliche Sprachen, Hintergrundbilder, usw. Alles ausgewählt? Der AMIGA fliegt los, und kopiert wie wild die Daten von CD auf Platte. Das dauert so zwischen 5 bis 10 Minuten (maximal). Dabei werden auch die Icons geupdatet - denn ab jetzt sehen die Dinger (endlich!) mal richtig gut aus! Und ohne zu viel vorwegzunehmen - das dürfte die augenscheinlichste Erneuerung von OS3.5 sein. Sind alle Daten kopiert, wird der Rechner wieder neu gebootet - aber im Gegensatz zu Windoof-Rechnern, geht das halt bei einem AMIGA etwas flotter! Neu gebootet? Und? Sieht gut aus, die neuen Icons, oder? Man nennt sie auch "Glow-Icons" - einmal angewählt "glühen" sie richtig - aber Vorsicht, macht kein Lagerfeuer auf eurem Monitor! So was zahlt die Versicherung nicht.
Prinzipiell wäre die OS3.5-Installation nun abgeschlossen - aber nur prinzipiell. Wie lange habt ihr gebraucht? 15 Minuten? Habt ihr schon mal von WIN95 auf WIN98 geupdatet? Ok, mies, 15 MByte (mehr werden nämlich nicht installiert!!) mit den Windows-Daten (100 - 200 MByte) zu vergleichen.
Ihr könnt aber noch mehr installieren, als da wäre der "CacheCDFS"-CD-ROM- Treiber in seiner neuesten und vollen Version. Macht absolut Sinn diesen zu installieren, da er in das System integriert ist, mit dem System getestet wurde, und zudem das Joliet-Filesystem voll unterstützt. Dazu muss einfach nur wieder das OS3.5-Installationsskript aufgerufen werden, und statt "Pre- Installation" die "CD-ROM-Driver"-Installationsroutine ausgewählt werden. Nachdem der Treiber installiert wurde, sollte man das System neu booten (ist nicht zwingend nötig, macht aber Sinn, dann arbeitet man nämlich gleich auf dem neuen CD-ROM-System).
Habt ihr eine PPC-Karte? Dann werdet ihr festgestellt haben, dass OS3.5 den PowerPC unterstützt. Im Installationsskript einfach den "PowerPC-Support" auswählen und installieren. Die installierte Version auszuprobieren, war mir leider nicht möglich (schöne Grüße an Motorola, die den G4-Prozessor immer noch nicht ausliefern!), aber sieht vielversprechend aus.
Daneben kann man gleich noch drei Applikationen installieren (die "Internet Software"). Dahinter verbirgt sich der für Netzwerk zwingend notwendige TCP/IP-Stack "Miami" in der Version 3.2 (enttäuschenderweise eine PROBEVERSION - man muss sich für 35$ US-Dollar registrieren lassen, in wie Weit diese Version eingeschränkt ist kann ich nicht genau sagen, aber ins Internet kommt man erst mal).
[Es handelt sich um eine normale Miami-Demoversion. Auf der AmigaOS3.5-CD- ROM befindet sich eine Lies_mich-Datei, der zu entnehmen ist, dass in Kürze eine OEM-Version des Programms nachgeliefert werden soll. Dies hat Holger Kruse, der Autor von Miami, wenig später jedoch relativiert: Ob eine OEM- Version kommen wird, sei nicht sicher; Anm. d. Red.]
Weiterhin kann (muss nicht) der WWW-Browser "AWEB-II" in seiner Version 3.3 Special Edition installiert werden. Auch dieser ist enttäuschenderweise keine Vollversion. Er besitzt (bis auf die Laufzeitbeschränkung), die gleichen Einschränkungen wie die echte Demo-Version. Also beispielsweise zwei Verbindungen ins Internet maximal. Tip: Wenn ihr bereits einen WEB- Browser registriert habt - nutzt ihn auch! Und was wäre ein Internet-Paket ohne E-Mail. Hier kann der Mailer "AmigaMail" - ganz neu und in Vollversion - installiert werden. Ist ein ganz nettes Tool, aber YAM 2.0 (das ja eh Freeware ist), wäre wohl gescheiter gewesen. Alles in allem, hätte man sich bei diesem Internet-Paket mehr Mühe geben können, denn in dieser Konstellation ist es vollkommen überflüssig! Warum hat man nicht auf die "Mozilla"-Organisation ein bisschen Druck ausgeübt, und hätte "aMozillaX" als WEB-Browser integriert, wäre viel gescheiter gewesen.
[Dies wäre rechtlich nicht möglich gewesen, da der Mozilla-Sourcecode Eigentum von Netscape ist; Anm. d. Red.]
Und hätte man sich mit SUN zusammengeschlossen, hätte man wohl noch einen venünftigen JAVA-Port (JAVA gehört wohl die nähere Zukunft!!) entwerfen können!
Habt ihr auch diese Installation durchgestanden (ihr müsst natürlich kein Internetpaket installieren), könnt ihr noch zusätzliche Sprachen installieren. Habt ihr das gemacht, oder auch nicht, kann man erstmal sagen, die Installation ist weitgehend abgeschlossen. Das System steht!
An dieser Stelle ist es Zeit, die "Notfalldiskette" erstellen zu lassen. Dies geht auch über das OS3.5-Installationsskript - "Create Emergency Disc". Wichtig: Bevor ihr diesen Teil ausführt - stellt sicher, dass ihr eine LEERE Standard-formatierte Diskette habt! Also kein PFS auf der Disk, sondern ganz normales FFS (Standard-Formatierung). Dann könnt ihr die Notfalldiskette erstellen lassen. Ist recht sinnvoll, denn im Falle eines Falles kann von dieser Diskette aus gebootet werden. Es kann die Platte neu eingerichtet / repariert, und wenn nötig auch das OS3.5 neu aufgespielt werden, da der CD-Treiber gemeinsam mit den Mountinformationen auf die Diskette kopiert wird. Wenn ihr allerdings Änderungen am System vornehmt (z. B. neue oder andere Platte einbaut, Target-ID der Geräte ändert, .... usw...) solltet ihr jedesmal eine neue Notfalldiskette erzeugen lassen. Ihr braucht natürlich auch keine Notfalldiskette erzeugen zu lassen, wenn ihr nicht wollt. Ich habe es mal zum Spaß gemacht, und dann den schlimmsten Fall simuliert, indem ich Partitionsänderungen an der Platte vorgenommen habe. Und siehe da - die Notfalldiskette war völlig für umsonst, da sie eh nicht funktioniert hat!?! Ich hab zwar keine Ahnung warum, aber es ging einfach nicht. Wird wohl (hoffentlich) der Ausnahmefall sein, so dass es bei euch gehen sollte.
Habt ihr bis dahin durchgehalten, kann man sagen: FERTIG!!!
Schön, OS3.5 ist nun endlich drauf - und was ist jetzt so toll und neu? Noch nicht gesehn? Die Icons!! - Sorry - Ikonen. - Nein, aber mal im Ernst. Augenscheinlich hat sich das Layout etwas verändert - zum Besseren, find ich - sieht nämlich echt gut aus - besser als bei Windows oder CDE (dürfte aber wohl Geschmacksache sein)! Die prinzipiellsten Erneuerungen sieht man nicht. Diese sind im System versteckt. Wie z. B. das neue scsi.device, das nun endlich Platten größer 4 GB unterstützt, oder neue Druckertreiber, oder auch neue BOOPSI-Klassen, und Gadtools-Library, die das Handling mit eben diesen Icons und Buttons, und was es sonst noch so gibt vereinfachen. Was sich in jedem Fall geändert hat, sind die mitgelieferten Tools, und Einsteller (Prefs). Diese haben etwas mehr Funktionalität erhalten und natürlich ein neues Aussehen.
Die wichtigsten neuen Preferences sind: Bei "Input" und "Locale" sind in den Listviews Flaggen integriert, das lässt auf neue List-View-Funktionen hoffen.
Bei "WBPattern" und "Pointer" sind einige hilfreiche Zeichenfunktionen hinzugekommen, zusätzlich bei "WBPattern" eine größere Auswahl an Mustern und feinere Einstellungen bei Hintergrundbildern.
Komplett überarbeitet wurden die Tools "Printer", "PrinterGfx" und "PrinterPS", also die Prefs für den Drucker. Den Unterschied zwischen "Printer" und "PrinterGfx" habe ich noch nicht rausgefunden. Es öffnet sich in beiden Fällen das gleiche Programm, lediglich erscheint bei "PrinterGfx" eine andere Eintellungs-Karteikarte am Start - das ist auch alles?!?
[Diese beiden Voreinsteller wurden zusammengefasst. Aus Kompatibilitätsgründen ist im AmigaOS 3.5 auch ein Programm namens PrinterGfx vorhanden, dieses ruft jedoch den Voreinsteller Printer auf; Anm. d. Red.]
Apropros - ab jetzt werden auch direkt vom System aus die sogenannten "Karteikarten" unterstützt - das ist wirklich gut! Der "Serial"-Voreinsteller hat sich auch optisch um einiges gewandelt. Von den Funktionen her ist er aber ziemlich gleich geblieben.
Neu hinzugekommen sind dagegen die folgenden Voreinsteller:
Reaction:Das ist der Voreinsteller für die neue Art der Gadtools/Intuition-Library, also dem optischen Erscheinungsbild der Programmfenster, die speziell für diese optische Art programmiert wurden. - Praktisch so etwas wie "MUI" (MagicUserInterface), nur weniger stark konfigurierbar und von AmigaOS voll unterstützt.
[Reaction ist der Nachfolger von ClassAct; Anm. d. Red.]
Workbench:Hier kann man das Erscheinungsbild der Icons - und die angezeigten Laufwerke ändern. Man kann z. B. Laufwerke aktivieren / deaktivieren, was genau passiert weiß ich leider nicht, da bisher jedesmal, wenn ich ein Laufwerk auch nur ausgewählt habe, das System gecrashed ist! Spricht nicht gerade für hohe Stabilität des Systems!
[Ist aber nicht bei jedem so - zumindest ich habe keine Probleme; Anm. d. Red.]
Aber man kann auch das Erscheinungsbild der Icons ändern, so kann man z. B. angeben, ob die neuen "GlowIcons" verwendet werden sollen, oder auch die "NewIcons" unterstützt werden sollen. Dieses Tool hätte man wohl auch woanders unterbringen können. Aber na ja, was soll's. Dafür ist was neu!
CacheCDFS:(Jedenfalls wenn ihr den CD-ROM-Treiber installiert habt.) Der dürfte euch evtl. bereits von dem IDE-Tool "IDEFix" bekannt sein, dort wird er nämlich ebenfalls ausgeliefert. Überhaupt scheint "IDEFix" ins System integriert worden zu sein, Es wird nämlich auch ein 4-fach-IDE-Adapter unterstützt.
Neues in der Tools-Sektion: Na ja, die HDToolBox hat sich leicht geändert - sie spuckt jetzt endlich die richtige Größe meiner 8GB-Platte aus, und nicht mehr "-124 KByte"! Ansonsten hat man sich bei der Überarbeitung keine Finger krumm programmiert.
Der EditPad - auch mal "NotePad" oder einfach nur "ed" genannt, ist ein einfacher Text-Editor, der absolut ausreicht, um z. B. die "startup- sequence" zu editieren. Warum hat man eigentlich nicht den Standard-Editor "vi" mitgeliefert, der auf jedem professionellen System vorhanden ist und auf jedem System gleich zu bedienen ist? Neue Tools sind: Grübel - grübel: Der Mounter!
Ein relativ hilfreiches Tool zum manuellen Anmelden von z. B.
Festplattenpartitionen. Hat aber scheinbar ein Mega-Bug, meine 4GB-PFS3 Partition hat er mit 74 GB ausgewiesen?!? Schön wärs!!!
PlayCD:Ein recht einfacher CD-Player - zum "nur abspielen" reicht er. Mehr kann er auch nicht.
Auffällig: Das "HDBackup"-Icon wurde nicht aktualisiert! Netter Nebeneffekt - man sieht den Unterschied zwischen den alten und den neuen Icons.
Utilities-Sektion: Eine neue "Installer"-Version (hat kein eigenes Icon - liegt versteckt) in seiner Version 44.10. Frage: Warum hat man das Layout oder die Funktionen der Uhr nicht mal geändert - sind irgendwie noch die gleichen wie schon vor 15 Jahren auf dem AMIGA 500?!?
System-Sektion: Nix Neues!
Intern wurde angeblich der Druckersupport überarbeitet. Er beinhaltet jetzt die Ausgabe von 24Bit-Daten zum Drucker (also 16,8 Mio. Farben, nicht wie bisher 4096 Farben). Aber: Wenn ihr "Turboprint" oder "Studio" habt, nutzt weiterhin diese Tools! Diese funktionieren einfach besser und schneller!
Also schön. Jetzt haben wir das neue AmigaOS3.5 im Schnellstvervahren durchgekaut - jedenfalls das, was installiert wurde, also ca. 15 MByte. Aber auf der CD sind doch 93 MByte?!? Richtig! Ein Großteil der Daten, die auf CD liegen gehen noch mal für die ONLINE-Dokumentation und die OS3.1- Installation ab. Diese wird nämlich benötigt, um auf OS3.5 zu updaten. Die ONLINE-Dokumentation liegt sowohl im HTML- als auch im PDF-Format vor. Und das find ich gut! Denn ich habe 100 Mark bezahlt um mir das Handbuch auszudrucken - Klasse! Und dann gibt es noch die "Contribution"-Sektion auf der CD. Diese beinhaltet recht gute Zusatztools für z. B. PowerPC-Karten oder Grafikkarten. Es gibt z. B. Unterstützung für "WarpOS", oder auch das "CyberGFX"-Paket in Version 3 ist enthalten. Daneben noch ein Speed-Messer für das System (hauptsächlich für Grafik) - läuft aber nicht nur unter "Picasso", wie der Prorammname vermuten läßt, sondern auch auf z. B. AGA- Systemen.
Daneben findet sich noch ein Mini-Spiel und eine kleine Sammlung von GlowIcons, die das Aussehen auflockern sollen, was sie auch zweifellos tun. Es gibt sicherlich noch mehr Tools auf der CD, aber zu mehr bin ich leider noch nicht gekommen (schließlich hab ich ja auch einen Job.), aber letztendlich gibt es zu sagen:
Fazit:AmigaOS3.5 ist sicherlich ganz in Ordnung. Es zeigt zumindest - der AMIGA hat noch einen Pulsschlag.
Absolut positiv:
Absolut negativ:
Ihr seht schon - es überwiegen die negativen Seiten von OS3.5. Aber glaubt nicht, ich sei ein AMIGA-Gegner - im Gegenteil! Ich habe tagtäglich mit SUN's (mit Solaris), WIN95-, WIN98- und WINNT4.0-Systemen zu tun - und bei mir kommt zuerst SUN - dann AMIGA und weit weit dahinter erscheint dann mal ein Winmist-PC. Aber für die lange Entwicklungszeit ist das OS ziemlich enttäuschend geraten. Das muss man einfach zugeben. Was man sich nur für die Zukunft wünschen kann: Viele viele kostenlose und nützliche Patches (beim Menü würde ich anfangen!). Und in einer neueren Version (OS3.6? - OS4? - OS5?) in jedem Fall ein vernünftiger Taskmanager (z. B. was auf Unix-Seite die "ps"- und "kill"-Befehle darstellen). Dieser Taskmanager sollte dann in der Lage sein, Prozesse (inkl. Tochter/Sohn-Prozesse) sauber herunterzukillen, inkl. der Fenster, Screens und benötigten Resourcen. In jedem Fall sollte das FileSystem überarbeitet werden, sei es durch Implementierung von z. B. PFS3 oder durch z. B. Umsetzen des UnixFileSystems (ufs). Schön wäre auch, wenn ein kompletter und umfangreicher Netzwerk-/Internet-Support (z. B. MiamiDeluxe - in Vollversionen bitte!) vorhanden wäre. Dies nicht nur in Form von Browsern oder TCP/IP-Stacks, sondern auch Netzwerklaufwerke-Support (Mounten von NFS-System von Servern oder anderen Clients). Schlagwort: Direkte Netz- Kommunikation. Einarbeitung eines JAVA-Ports (nach SUN-Richtlinien). Denn meine Erfahrung ist - es wird in naher Zukunft alles vernetzt sein! Und mittlerweile ist es keine Kunst mehr, zu Hause ein eigenes Netzwerk mit einem Linux/Unix-Server aufzumachen! Apropos SUN - wie wär's - Umsetzung von "StarOffice" für AMIGA-PowerPC Systeme? Das wäre echt Klasse!!! Und nachdem es nun ein "Freeware"-Projekt geworden ist (dank SUN), könnte man es in Zukunft auf neuen OS-Versionen packen! Außerdem wäre es schön, wenn es Support für neuartige Karten gäbe. Ich denke da z. B. an eine handelsübliche 100MBit-Netzwerkkarte. Diese können ja z. B. via PCI-Steckplätze in der neuen Phase5-G4-Karte eingebaut werden. Doof ist halt nur, dass es keine Treiber für AMIGA gibt. Auf Anfrage bei 3com erhielt ich lediglich die Antwort - Zitat: "Der AMIGA ist ein toter Rechner. Dafür entwickeln wir nichts!" - Zitat Ende. Danke! Ist das ein Grund, keine Treiber umzusetzen? So viel Aufwand kann das doch nicht sein, oder? Deshalb wäre es schön, wenn von AMIGA-Seite aus etwas geschehen würde. Denn ich kann sagen was ich will - mein AMIGA gefällt mir immer noch besser als jede NT-/ WIN95-/ WIN98- oder auch WIN2000-Kiste im Betrieb, die einen "BlueScreen" erzeugt, nur wenn ich einen Ton ausgeben will! (Kein Scherz - traurige Realität!)
Um auf die Frage von der Überschrift zurückzukommen: Genial ist OS3.5 nicht, aber überflüssig auch nicht. Der erste Eindruck ist ganz schön, der zweite dann wiederum enttäuschend. Trotzdem kann ich euch empfehlen, auf OS3.5 zu updaten. Allein schon wegen der PPC-Unterstützung und der zukünftigen Kompatiblität. Der 100DM-Preis ist zwar überteuert, für das was man bekommt - und da ist nicht mal ein Handbuch dabei, aber bezahlbar. Wenn man bedenkt, dass das Update von WINNT4.0 auf WIN2000 nach neuester Schätzung für Betriebe pro Arbeitsplatz ca. 5000 DM kosten kann!?! - Trotz der 100 DM - die andere Seite ist: Es ist halt kein absolutes Massenprodukt. Und die Entwickler wollen schließlich ja auch ihre "Pizza" essen und "Cola" trinken - und genau das mache ich jetzt auch! - Ach ja, wie toll (find jedenfalls ich - na ja, sonst hätt' ich's wohl nicht gemacht) die Workbench auf einem 256-Farben-Screen aussehen kann, seht ihr hier:
Michael Alzheimer (wehe einer lacht!)«