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Abschließend

AmigaOS 3.5 - top oder Flop?

Es ist soweit - nach sechs Jahren wurde das AmigaOS 3.1 von der Nachfolger- Version 3.5 abgelöst - und wieder einmal streitet die Amiga-Gemeinde über ein Softwareprodukt: Die Beurteilung des AmigaOS 3.5 in der Öffentlichkeit reicht von 'hervorragend' bis 'zutiefst enttäuschend'.

Aus meiner - persönlichen - Sicht kann man das AmigaOS 3.5 nicht bewerten, ohne folgende Fakten zu berücksichtigen:

Was will ich damit sagen? Etwa, dass ich der Ansicht bin, das AmigaOS 3.5 sei nur Mittelmaß, unter den gegebenen Umständen jedoch nicht mehr erreichbar gewesen sei?

Nein, absolut nicht. Meine eigenen Erwartungen an das Update sind erfüllt und sogar übertroffen worden, wobei ich mich an den offiziell angekündigten Spezifikationen (siehe AMIGA aktuell 7/99) orientiert habe. Nach dem Erscheinen des AmigaOS 3.5 muss diese Auflistung jedoch als unvollständig angesehen werden, mehr Aussagekraft für diejenigen, die sich noch nicht zum Kauf des Produkts entschlossen haben, bietet da schon die auf der AmigaOS3.5-CD-ROM enthaltene Liste der Verbesserungen:

»Die neuen Features von OS3.5:

Workbench

Internet

LoadWB

IPrefs

ShowConfig

icon.library

Datatypes

Multiview

printer.device

asl-Requester

HDToolbox

Commodities

Installer

Kommandos und Verschiedenes

Und in dieser Auflistung werden einige Verbesserungen - sicher versehentlich - gar nicht erwähnt: So wird jetzt beispielsweise beim Öffnen einer Shell der Pfad des zuletzt aktivierten Workbench-Fensters übernommen, ein, wie ich finde, sehr sinnvolles Feature, wenn man Workbench- und Shell- Nutzung kombinieren will.

Aber wo Licht ist, ist naturgemäß auch Schatten. So werden zumindest bei mir Dateien, die über kein eigenes Icon verfügen, mit der Workbench 3.5 wesentlich langsamer eingelesen und angezeigt als früher. Außerdem gefällt mir nicht, dass bei der Sortierung nach Datum zuerst die ältesten Dateien angezeigt werden und nicht, wie noch unter AmigaOS 3.1, die neuesten. Desweiteren ist derzeit unklar, ob es für Besitzer des AmigaOS 3.5 tatsächlich eine OEM-Version des TCP/IP-Stacks Miami geben wird, wie es in einer Lies_mich-Datei auf der CD-ROM versprochen wurde.

Dem OS-Update eine Special Edition, wie in Form von AWeb-II geschehen, mitzugeben, ist eine Sache. Ob es jedoch eines Betriebssystems würdig ist, lediglich die normale, zeitbeschränkte Demoversion eines TCP/IP-Stacks beizulegen, wage ich zu bezweifeln, zumal gerade die Internetfähigkeit des AmigaOS 3.5 immer wieder angepriesen worden ist. Nun ja, internetfähig ist es - aber nur 60 Minuten am Stück. Wir werden abwarten müssen, ob Holger Kruse sich doch noch dazu entschließt, den Käufern des AmigaOS 3.5 eine OEM-Version seines Programms zur Verfügung zu stellen.

Nichtsdestotrotz: Bereits wenige Stunden nach der Installation des AmigaOS 3.5 stand für mich fest, dass ich es nie wieder hergeben möchte. Es wurden wichtige Verbesserungen vorgenommen und eine Vielzahl neuer sinnvoller Funktionen implementiert, die ich nicht mehr missen möchte.

Bleibt zu hoffen, dass der Verkaufserfolg des AmigaOS 3.5 nicht durch Raubkopien gefährdet wird und (hoffentlich) möglichst bald ein Major Update 4.0 - inklusive neuem Kickstart-ROM - erscheinen wird. Denn dann wird endlich auch integrierter Grafikkarten- und vielleicht sogar schon erster nativer PowerPC-Support Einzug halten. Lassen wir uns überraschen.

Und was haltet ihr vom AmigaOS 3.5? Sendet eure Erfahrungen bitte an aakt@gmx.de .

Damit bis nächsten Monat,

euer

Carsten Schröder

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