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1. Workshops: Installation von Linux [Debian 2.1 m68k] (von Uwe Pannecke)

»Willkommen bei den Pinguinen

Linux-Installation am Beispiel der Debian 2.1 m68k-Distribution

Teil 1 "Das Basissytem"

1. Vorbemerkungen

Spätestens seit die aktuellen Amiga-Eigner offiziell erklärten, als OS-Basis für den AmigaNG Linux verwenden zu wollen, erlangte dieses Betriebssystem schlagartig ein besonderes Interesse für viele Amigianer. Obwohl Amiga in der Zwischenzeit (wieder einmal) die Pläne zur Zukunft des AmigaNG völlig über den Haufen warf, bleibt für viele User das Interesse an Linux geweckt. Natürlich geistert Linux gemeinsam mit weiteren Unix- Derivaten schon recht lange durch die Computerwelt und damit auch in der Hardware nicht weniger Amigas. Interessant in diesem Zusammenhang: Der Amiga war übrigens der erste 680x0-basierte Rechner, auf den Linux portiert wurde. Nur umweht Linux gleichzeitig mit dem Flair eines modernen und flexiblen Betriebssystems auch der Hauch von Sprödigkeit bei der Installation und Wartung.

In diesem Workshop soll exemplarisch am Beispiel der Debian-Distribution die Installation eines Linux-Systems auf dem Amiga möglichst nachvollziehbar dargestellt werden. Viele Schritte sind in ähnlicher Form auch bei allen anderen Linux- und BSD-Varianten notwendig, so daß (hoffentlich) auch User Nutzen aus diesem Text ziehen können, die eine RedHat- oder NetBSD-Distribution installieren wollen.

Im Vorfeld sollte sich aber jeder Installations-Willige im klaren sein, daß ein Mindestmaß an englischen Sprachkenntnissen nach wie vor notwendig ist, um Linux oder BSD auf Dauer und mit Gewinn nutzen zu können. Steht Ihr mit dem Englischen auf Kriegsfuß und seht keine Möglichkeit, daß Kriegsbeil zu begraben, lasst am besten die Finger von der Un*x-Geschichte.

2. Systemvoraussetzungen

Wer sich immer noch nicht hat abschrecken lassen, sollte mit dem Kauf einer CD noch einen Moment warten und erst einmal prüfen, ob sein Amiga-System überhaupt geeignet ist, Linux eine Heimstatt zu geben. Informationen aus erster Hand nicht nur zu Hardwarevoraussetzungen findet Ihr in ständig aktualisierter Version unter [1]. Ein weiterer informativer Einstieg für Linux auf Motorola 680x0-Prozessoren bietet sich mit "The Linux/m68k Home Pages" [8].

2.1 Prozessor

Grundsätzlich benötigt Euer Amiga einen Prozessor mit MMU (Memory Management Unit = Speicherverwaltungseinheit) und FPU (Floating Point Unit = Koprozessor für Fließkommaoperationen). Der Amiga muß mindestens eine MC68020 und die passende MMU MC68581 sowie FPU MC 68881 oder MC68882 besitzen. 68ECxxx-CPU sind ungeeignet, da sie keine MMU bzw. kein Interface für eine externe MMU besitzen. Aus diesem Grund ist ein A1200 ohne Turbokarte und der A4000/030 (das Prozessorboard ist mit einer 68EC030-CPU bestückt) für Un*x und damit auch Linux ungeeignet. Software, die eine fehlende FPU emuliert, steht für einige Un*x-Derivate einsatzbereit zur Verfügung oder befindet sich im experimentellen Stadium.

2.2 RAM

Um mit Linux grundsätzlich arbeiten zu können, sollten mindestens 4 MB Fast-RAM in Eurem Amiga stecken. Soll X11 als grafische Oberfläche genutzt werden sind 8 MB absolutes Minimum. Hier gilt wie bei fast allen anderen Computeranwendungen, je mehr RAM, desto größer der Spaß.

2.3 Festplatten

Geeignet sind alle SCSI-Festplatten, die vom eingebauten A3000(T)- (WD33c93-Chip) und A4000T- (53c710-Chip) Hostadapter angesprochen werden sowie alle IDE-Platten, die am A1200 und A4000(T)-eigenen Gayle-Controller betrieben werden können. Darüber hinaus werden laut FAQ [1] die Buddha- und Catweasel-IDE-Karten und diverse SCSI-Karten unterstützt.

Auf Eurer Festplatte müsst Ihr mindestens zwei Partitionen für Linux reservieren: Eine für das Root-Filesystem und eine für die Swap-Partition. Für die Root-Partition kommt Ihr zwar schon mit 20 MB ins Spiel, aber dann könnt Ihr nur das Basis-System installieren. Gerade genug, um Linux anzutesten, viel zu wenig, um Linux tatsächlich nutzen zu können. Eine sinnvolle Größe für die Root-Partition beginnt bei 200 bis 400 MB, nach oben natürlich ohne Grenze. Für die Größe der Swap-Partition wählt Ihr möglichst die doppelte Fast-RAM-Größe. Wenn nur 8 MB Fast-RAM vorhanden sind, sollten mindestens 20 MB für den Swap-Bereich reserviert werden.

2.4 Grafikkarten

Linux läuft zwar auch auf dem nativen Chipsatz (ECS/AGA), unter X11 kommt jedoch erst mit einer Grafikkarte Freude auf. X11 unter ECS ist zwar möglich, wird aber wohl nur echte Masochisten befriedigen. Unterstützt werden sollten im Kernel 2.0.36 (Debian 2.1):

Die RetinaBLT-Z3 konnte vom Kernel 2.0.36 in der Debian 2.1-Release entgegen den Aussagen in [1] nicht angesprochen werden. Zumindest konnte ich meine Retina mit diesem Kernel nicht zur Mitarbeit überreden. Sollte diese Grafikkarte in Eurem Rechner werkeln, könnt Ihr dennoch auf ihre Dienste zurückgreifen, indem Ihr einen neueren Kernel (z.B. 2.2.6, 2.2.8 o.ä.) für die Nutzung des installierten Systems aus geeigneter Quelle zieht. In meinem Amiga arbeitet eine RetinaBLT Z3 unter X11 in 1024 x 768 Pixel und 8 Bit Farbtiefe seit längerer Zeit mit Kernel 2.2.6 problemlos und zuverlässig.

3. Benötigte Software

Ist Euer Amiga für das Linux-Abenteuer geeignet, sind für die erfolgreiche Installation einige Software-Pakete erforderlich. Hier stehen Euch zwei Wege offen: Entweder Ihr erwerbt ein CD-ROM-Paket mit der offiziellen Debian-Distribution [2] oder Ihr zieht Euch die benötigten Files aus dem Internet. Alle benötigten Files findet Ihr auf einer der vielen Debian-FTP- Sites. Für eine Basis-Installation benötigt Ihr mindestens das Lha-Paket amigaintall.lha [3] und base2_1.tgz [4]. Die Lha-Pakete befinden sich natürlich auch auf den Debian2.1-m68k-CD-Sets. Entpackt das ca. 2,9 MB große amigainstall.lha auf Eure Festplatte. In diesem Zusammenhang wird automatisch ein Unterverzeichnis "debian" erstellt. Kopiert anschließend base2_1.tgz in das "debian"-Verzeichnis. Ihr benötigt für die Files insgesamt ca. 14 MB freien Platz auf der Festplatte.

Screenshot

Bitte verzichtet auf eine Umbenennung des "debian"-Verzeichnisses oder irgendeines Files in diesem Verzeichnis. So erspart Ihr Euch unnötigen Ärger während der weiteren Installation.

Außerdem bietet es sich an, den (leider nur in Englisch gehaltenen) Installationstext [6] vor der Installation auszudrucken und somit während der Installation parat zu haben. Die nachfolgende Beschreibung lehnt sich an diesen Text an.

4. Festplatten-Partitionierung

Da Linux zwei eigene Partitionen haben möchte, werdet Ihr nicht umhin kommen, entweder die vorhandene oder auch eine nur für Linux reservierte Festplatte zu partitionieren.

Ganz wichtig: Bevor Ihr Eurer Festplatte zu Leibe rückt, legt unbedingt ein Backup Eurer Daten an! So seid Ihr für allen Eventualitäten gerüstet. Bitte nehmt Euch die Zeit für ein Sicherung Eurer Daten! Für die Partitionierung der Festplatte eignet sich HDToolBox aus der Amiga- Systemsoftware sehr gut. Natürlich könnt Ihr auch jedes andere Festplatten- Installationsprogramm wie z.B. HDInstTools [5] gleichermaßen. Ich stelle die einzelnen Schritt am Einsatz der HDToolBox dar.

Startet HDToolBox und wählt die Festplatte aus, die Ihr für Linux nutzen wollt. Klickt auf "Partition Drive" und selektiert oder erzeugt eine Partition, die für das Root-Filesystem benutzt werden soll. Den "Partition Device Name" könnt Ihr frei wählen. Aktiviert dann "Advanced Option" (ein Häkchen wird sichtbar)

Screenshot

und klickt auf "Change...". Im sich öffnenden Fenster setzt Ihr unter "File System" das Filesystem auf "Custom File System". Eventuell wird Eure HDToolBox hier den Namen "Reserved Filesystem" anbieten, je nach Programmversion. Im "Identifier"-Breich löscht Ihr alle Werte und tippt dann "0x4c4e5800" (ohne die Anführungszeichen!) ein. Dies ist die hexadezimale Schreibweise für "LNX0" und wird von Linux für die Auswertung des Partitions-Namens benötigt.

Deaktiviert nun "Automount this partition:" und "Use custom boot code:" (Häkchen muß verschwinden). Setzt anschließend in "Reserved blocks at" den "beginning:"-Wert auf "2" und den "end:"-Wert auf "0". Jetzt klickt Ihr auf "Ok" und verlasst damit das aktuelle Fenster.

Screenshot

Jetzt selektiert/erzeugt Ihr die Partition für den Swap-Bereich und absolviert die gleichen Schritt wie bei der Root-Partition. Lediglich der "identifier" wird diesmal auf "0x53575000" gesetzt, die hexadezimale Variante von "SWP0".

Screenshot

Mit zweimaligen Klick auf "Ok" seid Ihr wieder auf dem HDToolBox- Ausgangsfenster. Klickt auf den Button "Save Changes to Drive". Bevor Ihr nun mit "Continue" Eure gewählten Änderungen der Partitionen auf die Festplatte schreiben lasst, versichert Euch mindestens zweimal: Sind wirklich nicht versehentlich Partitionen mit wichtigen Daten verändert worden? Seid Ihr Euch sicher, werden nach Bestätigung des Buttons die Änderungen auf die Festplatte geschrieben und der Amiga neu gebootet.

Screenshot

Noch ein paar Bemerkungen zur Verwaltung der Festplatten(partitionen) unter Linux. Im Unterschied zu AmigaOS wird unter Linux die erste SCSI-HD entsprechend der SCSI-IDs als "sda", die zweite als "sdb" usw. bezeichnet. Die erste IDE-HD ist "hda", die zweite entsprechend "hdb". Einzelne Partitionen der Festplatten werden der Reihe nach mit einer einzelnen Ziffer versehen.

Konstruieren wir zur Verdeutlichung ein Beispiel: Euer Amiga besitzt eine SCSI- und eine IDE-Festplatte. Die SCSI-Platte ist in drei Partitionen unterteilt. Die erste Partition ist für das Root- Filesystem reserviert, die zweite Partition steht als Swap-Bereich zur Verfügung. Die dritte Partition ist unter AmigaOS formatiert und enthält das "debian"-Verzeichnis mit den Installationdaten. Die IDE-Platte habt Ihr in zwei Partitonen aufgeteilt und mit diversen Amiga-Daten belegt. Unter Linux werden die drei SCSI-Festplattenpartitionen als "sda1", "sda2" und "sda3" geführt. Dabei enthält "sda1" das Root-Filesystem, "sda2" die Swap-Partition und "sda3" Amiga-Daten einschließlich des "debian"- Verzeichnisses. Die IDE-Festplattenpartitionen tauchen unter Linux als "hda1" und "hda2" auf. Dies solltet Ihr wissen, um im Bedarfsfall die korrekte Partition ansprechen zu können.

An dieser Stelle solltet Ihr die entsprechenden Daten Eurer Festplattenpartitionen mit den Linux-Bezeichnungen (orientiert Euch an dem obigen Schema) notieren. Diese Daten werdet Ihr bei der weiteren Installation brauchen.

5. Installation des Basis-Systems

5.1 Die Amiga-Seite

Ist der Rechner neu gebootet, könnt Ihr jetzt an die Installation der Linux-Basis gehen. Öffnet hierzu das "debian"-Verzeichnis.

Screenshot

Ihr werdet im "debian"-Verzeichnis vier StartInstall-Icons vorfinden. Weniger, um die Installation viermal durchzuführen, vielmehr als Hilfestellung, denn der Linux-Kernel braucht für die Bildschirmausgabe die notwendigen Informationen. Besitzt Euer Amiga keine Grafikkarte, wird ein Doppelklick auf "StartInstall" den im "debian"-Verzeichnis befindlichen Linux-Kernel im amigaeigenen PAL-Modus starten. "StartInstall_clgen" ist für EGS Spectrum-, Piccolo- und Picasso-Grafikboards gedacht.

"StartIntsall_CV64" wählt eine Bildschirmausgabe über die CyberVision64 und "StartInstall_CV3D" läßt den Kernel über eine CyberVision/3D visuell mit Euch kommunizieren.

Alle Grafikkarten-Scripts nutzen in der vorliegenden Form eine 640x480 Auflösung in 8 Bit. Soll eine RetinaBLT-Z3 den Bildschirm ansteuern, könnt Ihr dennoch auf ihre Dienste (wie bereits angeführt) zurückgreifen, indem Ihr einen neueren Kernel mit aktivierter Retina-Unterstützung für die Nutzung des installierten Systems aus geeigneter Quelle zieht. Und läuft erst einmal Linux auf Eurem Rechner, könnt Ihr auch selbst recht problemlos eine neue Kernelversion aus dem passenden Source-Code kompilieren.

Habt Ihr mit einem Doppelklick das gewünschte StartInstall-Icon aktiviert, wird das dahinter verborgene Script den Kernel mit den passenden Optionen starten. Die beiden nachfolgenden Shell-Ausgaben bestätigt Ihr mit der RETURN-Taste, und ein paar Sekunden später übernimmt der Linux-Kernel Euren Amiga und wird in hoher Geschwindigkeit jede Menge Informationen auf den Bildschirm ausgeben, so daß Ihr kaum die Chance haben werdet, selbige auch in Ruhe zu lesen. Das sollte Euch aber nicht weiter stören. Wenn nach wenigen Sekunden das Installationsprogramm automatisch gestartet wird, ist ziemlich sicher Linux auf Eurem System lauffähig.

5.2 Die Linux-Seite


Ist das Installationprogramm gestartet, wird es Euch durch die weiteren 
Untiefen während der Linux-Einrichtung hilfreich begleiten. 
Folgende Schritte sind jetzt notwendig: 
- Wählt nach der Aufforderung "Select Color or Monochrome display" Color, 
es sei denn, Ihr schaut in eine A2024-Röhre. 

5.3 Arbeitsstart

Um das frisch installierte Linux-System für den täglichen Gebrauch starten zu können, sind nun nur noch wenige Arbeiten notwendig. In Eurem Lieblings- editor öffnet Ihr die Datei "StartInstall" aus dem "debian"-Verzeichnis. In dieser Datei werdet Ihr die Zeile "amiboot-5.6 -d -k linuxamiga -r rootamiga.bin root=/dev/ram" vorfinden. Diese Zeile werden wir ein wenig den neuen Gegebenheiten anpassen.

Das grundsätzliche Schema dieser Zeile lautet "amiboot-x.x -k Kernelname root=/dev/yyyy ro video=z$".

In unserem konstruierten Beispiel verwenden wir das aktuelle "amiboot-5.6", der Kernelname ist "linuxamiga". Natürlich könnt Ihr den Linux-Kernel auch umbenennen. Oft werden Euch in der Linuxwelt "vmlinux" benannte Kernel über den Daten-Weg laufen oder als Ergebnis einer eigenen Kernel-Erzeugung zur Verfügung stehen.

Die Root-Partition ist in unserem Beispiel "sda1". Außerdem soll eine Cybervision 64 die Bildschirmausgaben unter 640x480 Pixel und einer Farbtiefe von 8 Bit tätigen. Die angepaßte Startzeile sieht dann wie folgt aus: "amiboot-5.6 -k linuxamiga root=/dev/sda1 ro video=cyberfb:640x480-8". Ein paar Beispiele für Video-Modes verschiedener Grafikkarten: Für auf Cirrus Logic-Chips (CLGen) basierende Karten wie Piccolo, Piccolo SD64, VillageTronic Picasso II, Picasso IV und GVP Spectrum wäre eine mögliche Angabe "video=clgen:mode:low". Für die Cybervision64/3D entsprechend "video=virgefb: 640x480-8". Dies gilt jedoch nur bis Kernel 2.0.36 (der auch in der aktuellen Debian2.1-Distribution als Standard-Kenel verwendet wird). Achtung: Ab Kernel 2.1 müßt Ihr anstelle "virgefb" das neue Schlüsselwort "virge" verwenden. Für die RetinaBLT Z3 gilt z.B. "video=retz3:800x600".

Weitere mit aktuellen Kernelversionen mögliche Videomodi können [1] und [3] entnommen werden.

Die Startzeile haben wir komplett angepaßt. Nun solltet Ihr sie unter einem aussagekräftigen Namen wie "LinuxStart" in einem Verzeichnis Eurer Wahl abspeichern. Öffnet eine Shell und sorgt durch die Eingabe von "protect EuerVerzeichnis:LinuxStart +s" dafür, das dieses Script in eine ausführbare Datei verwandelt wird. Jetzt könnt Ihr noch ein Icon für die LinuxStart-Datei erstellen (oder eines aus dem "debian"-Verzeichnis umbenennen) und damit bequem von der Workbench aus Linux durch ein Doppelklick auf dieses Icon starten. Den Linux-Kernel und amiboot-5.6 verschiebt Ihr sinnvollerweise nach "C:".

Nach der Eingabe von LinuxStart in der Shell oder dem Doppekklick auf das Icon startet amiboot das Linux-System, indem es von der Root-Partition bootet. Dies kann eine Weile dauern, dann seid Ihr automatisch in das laufende Linux-System eingeloggt. Sofort stehen einige wichtige Punkte zur Erledigung an: Zu Beginn müsst Ihr ein Root-Passwort festlegen. Wählt ein möglichst starkes Passwort, das Ihr dennoch nicht vergesst! Das Geburtsdatum oder der Name Eurer Frau/Mann/Kind ist denkbar ungeeignet für ein Passwort! Verwendet ebenso keine Zitate oder Sprichwörter! Selbst mit bescheidener Rechenleistung sind diese leicht zu knacken. Euer Passwort sollte aus einem Gemisch von Zeichen, Ziffern und Text bestehen. Aber bedenkt bitte: Sollte Ihr Euer Passwort vergessen haben, werdet Ihr im Allgemeinen nicht mehr an Eure Daten kommen.

Habt Ihr Euch für ein Passwort entschieden und selbiges nach Aufforderung ein zweites mal zur Verifikation eingegeben, könnt Ihr einen weiteren, diesmal mit weniger Privilegien ausgestatteten User-Account (also einen Gast-Benutzer Eures Linux-Systems) festlegen. Außerdem solltet Ihr die nachfolgende Frage nach der Aktivierung von Schatten-Passwörtern (Shadow- Passwords) mit "Yes" beantworten.

Nun wird das System von Euch wissen wollen, ob Ihr die weitere Vervollständigung des Linux-Systems in Angriff nehmen wollt und präsentiert Euch letztendlich eine grafische Oberfläche des dafür vorgesehenen Programmes "dselect". Natürlich könnt Ihr nun sofort die gewünschten Pakete aus dem CDROM-Set auswählen und installieren. Aber da "dselect" für Amiga- Verhältnisse recht eigenartig zu bedienen ist, empfiehlt sich ein intensives Studium der "dselect"-Anleitung [7] vor der eigentlichen Benutzung.

Genauso gut könnt Ihr auch an dieser Stelle abbrechen und Euch erst einmal am laufenden Linux-System auf Eurem Amiga erfreuen.

6. Der Paketmanager dpkg

Ist die erste Freude überstanden, kann "dselect" durch Eingabe seines Namens zu jeder Zeit erneut gestartet werden. Aber ebenso könnt Ihr manuell die einzelnen Debian-Pakete mittels des eigentlich hinter "dselect" steckenden "dpkg"-Programms erledigen. Die Linux-Distributionen (RedHat, SuSE, Debian usw.) enthalten Programme in kompilierter und leicht installierbarer Form, die in Software-Paketen zusammengefaßt sind. Ein Paket umfaßt im Normalfall alle Bestandteile, die zu einem bestimmten Programm(paket) gehören (Programme,Bibliotheken, Anleitungen) und zusätzlich Steuerinformationen für das Paket-System. Alle Debian-Pakete enden mit dem Suffix ".deb". Und dpkg sorgt nun bei der Installation und bei Updates für das korrekte Entpacken, Installieren und Konfigurieren der einzelnen Pakete. Da viele dieser Programmpakete auf bestimmte Libraries oder andere Programme aufsetzen, wird Euch "dpkg" auf eventuell noch fehlende Debian-Pakete hinweisen.

Die grundsätzliche Syntax für das Entpacken und die Installation einzelner Pakete lautet "dpkg -iGREB Paketname_mit_komplettem_Pfad". Eine sehr anschauliche in deutscher Sprache verfasste Einführung zu dpkg findet Ihr unter [9].

Wollt Ihr z.B. den sogenannten Midnight-Commander (der eine ähnliche Funktionalität wie der Norton-Commander aufweist und die Arbeit in der Linux-Shell unterstützt und für den Anfänger wesentlich erleichtert) von einem offiziellen CDROM-Set installieren, wäre die passende Shell-Eingabe "dpkg -iGREB /cdrom/dists/slink/main/binary-m68k/utils/mc_4.5.1.-1.1.deb".

7. Linux beenden

Entgegen dem unter AmigaOS üblichen einfachen Ausschalten des Rechners nach Arbeitsende solltet Ihr unter Linux IMMER dafür sorgen, daß das System definiert heruntergefahren wird. Denn unter Linux werden viele Daten auch in veränderter Form nicht sofort auf Festplatte geschrieben, sondern für eine bestimmte Zeit im RAM-Speicher gehalten. Schaltet Ihr in solch einer Situation den Rechner einfach aus, wird unter Umständen Euer Linux-System inkonsistent und eventuell empfindliche Datenverluste drohen. Deshalb sollte Linux grundsätzlich mit "shutdown -r now" (mit anschließendem Reboot) oder "shutdown -h now" (das System wird herunter gefahren und angehalten) beendet werden!

8. Ausblick


In der nächsten Amiga-aktuell-Ausgabe soll im zweiten Teil dieses Workshops 
u.a 
- die Installation der X11-Oberfläche 
- der Zugriff auf Amiga-Partitionen 
- und einige interessante Softwarepakete 
vorgestellt werden. 
 

[1] ftp://ftp.phil.uni-sb.de/pub/linux-m68k/mirror.erlangen/FAQ/FAQ.gz [2] http://www.debian.org/distrib/vendors [3] ftp://ftp.debian.org/debian/dists/slink/main/disks- m68k/current/amiga/amigainstall.lha [4] ftp://ftp.debian.org/debian/dists/slink/main/disks- m68k/current/common/base2_1.tgz [5] im Aminet unter /disk/misc/hdinst.lha [6] ftp://ftp.debian.org/debian/dists/slink/main/disks- m68k/current/amiga/install.txt [7] ftp://ftp.debian.org/debian/dists/slink/main/disks- m68k/current/dselect-beginner.txt [8] http://www.linux-m68k.org/index.html [9] http://www.schlittermann.de/deb-intern/dpkg/

Uwe Pannecke <Uwe.Pannecke@t-online.de

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