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Abschließend

Quo vadis - Amiga?

So etwas musste ja passieren, bei dem Unglück, dem die Amiga-Gemeinde in den letzten Jahren immer wieder begegnete: Innerhalb eines Monats sind die bis dato hervorragenden Chancen für einen Amiga der nächsten Generation auf nahezu - aber doch nicht ganz - Null gesunken - zumindest von AMIGA/Gateway können wir, so meine ich, kaum noch etwas erwarten.

Allerdings - und das soll hier der Vollständigkeit halber nicht außer Acht gelassen werden - sind die Aussagen von Tom Schmidt nicht von allen Usern so drastisch interpretiert worden. Einige AnwenderInnen sehen nämlich keinerlei grundlegende Richtungsänderung in den jüngsten Verlautbarungen. Lediglich die Produktion der AmigaNG-Hardware wolle AMIGA nun nicht mehr selbst vornehmen, sondern von Partnerfirmen durchführen lassen.

Die übrigen User, zu denen auch ich mich zählen muss, interpretieren die Aussagen von Tom Schmidt jedoch in der Weise, dass unter dem Namen AMIGA lediglich eine Betriebssoftware für sogenannte Information Appliances (abgespeckte Computer für den Zugang zum Internet) auf den Markt gebracht werden soll. Ich meine, für die Richtigkeit dieser These gibt es im jüngsten offenen Brief von Tom Schmidt zumindest einen Beleg: Der AMIGA-Präsident erklärt, Partner finden zu wollen, 'die an der Entwicklung eines NG-Amiga-Computers und -Betriebssystems interessiert sind'. Im Umkehrschluss bedeutet dies nichts anderes, als dass AMIGA selbst kein Computerbetriebssystem entwickeln wird. Wozu auch? Wenn sich das Unternehmen auf die Entwicklung von Betriebssoftware für Information Appliances konzentriert, liegt es da nicht nahe, diese Software ganz auf den geplanten Einsatzbereich, Internetgeräte eben, zuzuschneiden? Folglich stellt sich dann aber doch die Frage, von welchem Nutzen eine solche Spezialsoftware für ein Computer(system) überhaupt wäre, was das Lizensierungsangebot von AMIGA, zumindest diese Software betreffend, nicht sehr schlüssig erscheinen lässt.

Ganz sicher ist in Tom Schmidts offenen Briefen vieles Interpretationssache, und vielleicht haben sogar diejenigen Recht, die behaupten, sie beinhalteten im Prinzip überhaupt keine eindeutigen Fakten. Jedoch kann ich auf der anderen Seite den Optimismus einiger AnwenderInnen, die sich zu der oben erst genannten Gruppe zählen lassen, überhaupt nicht teilen.

Allerdings bin ich auch nicht bereit, jetzt (schon?) die Hoffnung aufzugeben. Neu gegründete Projekte und Organisationen für Anwender und Entwickler, wie Amino, Aqua, Phoenix (http://owlnet.net/phoenix/), IMP (http://www.amilogic.de/IMP) und andere, machen sich für den Fortbestand der Amiga-Plattform bzw. Schaffung eines Nachfolge-Computersystems stark und können zum Teil Unterstützung durch sehr bekannte und einflussreiche Persönlichkeiten der Amiga-Welt vorweisen.

Inwieweit sich diese Gruppen etablieren können und ob sie jemals produktive Ergebnisse hervorbringen, wird die Zukunft zeigen, AMIGA aktuell wird ihnen jedoch auf jeden Fall Aufmerksamkeit schenken.

Damit bis nächsten Monat,

euer

Carsten Schröder

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