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4. AMIGA gibt weitere Konzeptzeichnungen frei - eure Meinung

Anfang Juli hat AMIGA weitere Konzeptzeichnungen zum AmigaNG für die Veröffentlichung freigegeben. Die Abonnenten der AMIGA-aktuell-Grafiken haben sie postwendend als Special erhalten, mit der Bitte um eine Stellungnahme.

Die Entwürfe sind von den Lesern äußerst verschieden aufgenommen worden, wie das jedoch nicht anders zu erwarten war:

Oliver Schmidt ist nicht begeistert:

»Die Idee, das Keyboard wie beim 1000er wieder unter der Zentraleinheit verschwinden zu lassen, ist an sich ganz ergonomisch. Dennoch finde ich, dass die Entwuerfe zu sehr in die Richtung des iMac gehen - nett anzusehen, aber zu verspielt und wenig erweiterungsfreudig. Denkt man denn nicht auch an ein erweiterungsfreudiges Towermodell? Oder soll die Anwenderschaft mal wieder 300-600 Märker extra ausgeben müssen, um den Rechner auch anständig nutzen zu können?«

Gernod Schomberg hält die Skizzen für wenig aussagekräftig:

»Nun, diese Handskizzen besagen noch nicht soviel, dass man darüber ins Schwärmen kommen kann. Es sind offenbar Ergebnisse des Brainstormings, aber ich denke, als Arbeitsumgebung, Home-Appliance oder wie immer der neue Amiga bezeichnet wird, soll so etwas auch ins Wohnzimmer passen. Für mich ist der alte viereckige Kasten, der platzsparend unter dem Computer-Arbeitstisch verschwinden kann, das richtige. Auf dem Tisch sind neben dem Monitor soviele Sachen, die zugänglich sein müssen (ZIP-Laufwerk, Genlock, Videorecorder - manchmal zwei -, Fernseher, Nadeldrucker, Farbdrucker, Stiftplotter, Druckerumschalter + kleiner PehZeh), dass ich da nichts gestiltes brauchen kann.

Was aber mein tiefes Bedauern auslöst, ist der letzte Collas- + Amiga- Bericht. Bedauern darüber, dass ich zu den Uralt-Amiga-Fans gehöre (ich bin 73!) und ich den neuen Amiga nicht mehr so richtig genießen können werde. Mit dem Alter lässt leider so manche Fähigkeit, körperlich wie auch - in diesem Falle wichtig - geistig, nach. Wenn der AmigaNG nur halb so gut wird wie versprochen, ist es ein Hammer! Ich erinnere mich noch, wie mich vor einem Dutzend Jahren der erste Amiga begeistert hat und ich werde natürlich auch auf den Neuen umsteigen.

Ich hoffe, dass Jüngere als ich mit dem AmigaNG die gleiche Freude erleben werden, wenn er ihnen die (hoffentlich) besseren Möglichkeiten als andere Plattformen zur kreativen Gestaltung ihrer Ideen bietet, wie der Uralt- Amiga es zu seiner Zeit tat.«

Andreas Frank ist von den Designs geradezu hingerissen:

»Die Konzepte von Amiga finde ich eigentlich alle saustark. Aber Konzepte sind halt immer stark, das muß ja für das Produkt später nix heißen. Trotzdem, besonders gut haben mir die Designs von Bild 1 und Bild 9 gefallen. Ein bißchen eckig sollte die Geschichte schon bleiben, aus praktischen Gründen. Man sollte schon (zumindest theoretisch) einen Monitor draufstellen können. Ehrlich gesagt, sind mir ja Big Towers eh lieber, aber wenn das Gehäuse echt so genial aussieht, wie auf den Zeichnungen, mache ich gerne ein bißchen Platz auf dem Schreibtisch dafür.«

Was mir völlig mißfallen hat, war der 15" Monitor auf einer Zeichnung. Soll das Multimedia sein? Nein. Bestimmt nicht. Unter 17" sollte man nix mehr anfangen. (Noch besser: LCD wäre halt heutzutage für einen modernen Multimedia-Computer schon angebracht, trotzdem: TVout sollte nicht vergessen werden!)« (Anm.d.Red.: Wurde auch nicht, siehe Technologiepapier zum AmigaNG in dieser Ausgabe.)

Überhaupt nichts von den Konzeptzeichnungen hält Mark Buonfrate:

»Einfach schlimm - soll nun der NG-Amiga eine Gameconsole werden, oder eine aufrüstbare ansehnliche Workstation? Eine halbwegs normale Tower-Version wäre mir lieber - mit diesen Desktop-Console-Designstudien kann ich mich nicht anfreunden - auch nicht mit der Pseudo-iMac-Variante...

Müssen die immer wieder mit solch Schwachsinnigem antreten? Haben wir nicht genug zum Lachen gehabt, als der "Staubsauger" den Markt "revolutionieren" sollte?«

Thomas Franziskowski ist von den Entwürfen sehr angetan:

»Heute habe ich mir die neuen Konzeptzeichnungen für den Amiga NG angeschaut und ich muss sagen: Sie gefallen mir alle sehr gut (die letzte Zeichnung "frame" allerdings etwas weniger). Ein solch schönes Design wäre für mich ein zusätzliches Kaufargument für diesen Computer.

Sehr attraktiv fände ich ein kabellos abgesetztes Keyboard (Verbindung per Infrarot), wie es die Zeichnungen bereits andeuten.

Neben den Formen sind auch die Farben und die Frontplatte aus Metall sehr schön.

Bei den Handhelds wären griffige Seitenflächen, die hier bereits durch Farben angedeutet sind, sehr wünschenswert. Gerade hier sollte der Ergonomie eine hohe Beachtung geschenkt werden.

Beim Bild "jetson" frage ich mich allerdings, wie hierbei ein Monitor daraufgestellt werden soll (wegen der unebenen Fläche). Nur wenige werden aus Platzgründen das Gerät daneben stellen wollen. Auf der anderen Seite: Vielleicht denke ich da jetzt etwas zu unflexibel...? Die Zeichnung "techtonica" erinnert an das Gehäuse der Sony Playstation. Sehr interessant ist hier auch die Bemerkung "DVD" unten! Die Idee, das Keyboard unter das Desktopgehäuse schieben zu können, ist auch sehr praktisch und damit begrüßenswert! Mein Favorit ist übrigens das "kyoto"-Gehäuse! Wirklich ein Schmuckstück!«

Martin Henke sieht Ähnlichkeiten zu zwei existierenden Rechnern:

»Mich erinnern die neuen Konzeptskizzen an zwei verschiedene Computer: a) den Amiga 1000 (nämlich 01_kyoto.jpg, 02_frame.jpg, 03_audi_tt.jpg, 11_jetson.jpg, 05_techtonica.jpg) b) den iMac (nämlich 02_kyoto.jpg, 06_techtonica.jpg, 16_starck.jpg, 17_starck.jpg).

Warum? Nun, a) erinnert mich an den A1000, da er ebenfalls flach war und man ebenfalls die Tastatur unter ihn schieben konnte. Leider konnte man ihn nicht großartig erweitern.

b) erinnert mich an den iMac, weil alles (incl. Monitor) in ein einziges Gerät integriert ist.

Ob beide Konzepte den Käufer ansprechen, lasse ich mal dahingestellt, denn das ist Geschmackssache. Aber ich vermute mal, daß beide sich nicht besonders gut erweitern lassen werden. Ich hoffe, daß es auch einen Tower geben wird. Wenn dieser auch in die gegenwärtige Design-Linie paßt - gut. Wenn nicht - auch gut, jedenfalls kann man den Computer erweitern.

Aber ich vermute mal, daß ein Tower nicht großartig geplant werden muß und daß daher nur die "designten" Gehäusekonzepte gezeigt werden.«

Uwe Mann sieht die Gefahr von Wärmeproblemen:

»Am meisten würde mir persönlich Bild 05_techtonica und 28_frame zusagen, weil: Es wurde ja angedeutet, dass das Rad nicht zweimal erfunden werden solle. Das heißt, wo sollen denn die ganzen Erweiterungen, die ja eventuell aus dem Wintel PC-Bereich kommen könnten, hineingesteckt werden? Die neuen Hochleistungs-Grafikkarten erzeugen eine Menge Wärme, wo soll die denn abgeleitet werden? Da haben selbst Maxi-Tower im Wintel-PC-Bereich Probleme.... In den anderen Gehäuseformen dürfte das ziemlich unmöglich sein. Oder hat ein NG-Amiga keine nötig?? Die Konzepte sehen ja alle gut aus aber einige haben Ähnlichkeit mit dem iMAC. Das sollte unter allen Umständen vermieden werden. Ein NG-Amiga sollte sofort einwandfrei identifiziert werden, genauso wenn man den iMac sieht, weiß man sofort: Aha, das ist ein iMac.

Es zeichnet sich immer mehr ab, dass das, was am Ende der neue Amiga sein wird, nichts, aber auch gar nichts, mit dem heutigen Amiga zu tun hat. Einzig die Idee, dass 'Computer nicht gleich Windows' ist, bleibt über.«

Klaus Lehberger fasst seine Meinung in einem Satz zusammen:

»Mir ist so ziemlich jeder Entwurf willkommen, wenn nur die "Innereien" ;-) stimmen...«

Rainer Lunge glaubt nicht, dass die Gehäuse der AmigaNG-Rechner auch tatsächlich so aussehen werden:

»Ich halte recht wenig von den Konzeptzeichnungen. Sie zeigen zwar sehr futuristische Gehäuse, aber ob diese in Serie gehen ist doch die Frage. Vergleichbar sind diese Zeichnungen mit den Konzept-Cars der Automobilindustrie. Dies sind auch sehr futuristische Design-Studien. Nur gibt es auch nur ein Konzept-Car, welches komplett in die Serienproduktion überführt wurde? Ich wüßte keines.

Außerdem ist meiner Meinung das Gehäuse nicht das Entscheidende des AmigaNG. Viel wichtiger ist ein revolutionäres Innenleben und Betriebssystem.«

Mark Nickel hat einen Favoriten:

»11-Jetson finde ich als Gehäuse-Entwurf am besten, wenn auch in einer anderen Farbe (vielleicht sollte man welche zum Wählen vorgeben wie beim iMac). Das Gute an dem Entwurf ist die Möglichkeit die Tastatur unterm Rechner verschwinden lassen zu können; eine nette Anspielung an den A1000.«

Christian Kess ist für ein konventionelleres Design:

»Jo, schön. Erinnert mich irgendwie an den iMac... ob so was bei den Leuten zieht? Also ich persönlich hätte doch lieber was im Stil eines Infinitiv- Towers... die Entwürfe sehen etwas teuer aus. :)«

Gar nicht gut zu sprechen auf die Entwürfe ist Markus Castro:

»Ich finde diese Entwürfe teilweise echt grauenhaft! Nicht, dass sie schlecht gezeichnet worden wären oder ähnliches (was ja auch schon einige Leute bemängelten...), nein: Das Design - das erinnert mich vielleicht an die Playstation oder den iMac. Wenn AMIGA tatsächlich so einen Rechner rausbringt, so werden ihn die meisten Leute wohl nur als Konsole anerkennen, und schon hat der Amiga wieder das Image als Daddelkiste weg. Wenn AMIGA tatsächlich eine revolutionäre Kiste rausbringt, dann sollten sie diese auch als Profimaschine verkaufen, und nicht als Set-Top-Box oder Konsole.«

Klaus G. Schmitt gibt einen nicht uninteressanten Denkanstoß:

»Ich finde die Entwürfe "etwas futuristisch", aber ich glaube schon, daß sie gut ankommen werden. Was mich mehr interessiert und nicht aus den Zeichnungen hervorgeht, ist die Frage, ob da noch "Individualität" gewährleistet ist? Wenn wir heute 100 Classic-Amigas "ausstellen" ist fast jeder AMIGA ein Einzelstück aufgrund der individuellen Zusammenstellung der Hardware-Komponenten. Das kann natürlich auch eine "Behinderung" sein, wenn ein Programm durchaus nicht auf allen AMIGAs lauffähig ist. Diese Behinderung sollte mit dieser neuen AMIGA-Generation auf jeden Fall ausgeschlossen sein!«

Peter Drexler findet einen Teil der Entwürfe gelungen, den anderen nicht:

»Manche Bilder schockieren, die Mehrzahl erfreut. Jetzt muß nur bald mal was passieren, denn sonst ist jeder Zug abgefahren für AmigaNG.«

Ausführlich äußert sich Rene Wunderlich:

»Oh, die sehen alle sehr gut aus, aber einige erinnern mich leider an andere Hersteller, was ich nicht so gut finde. ;(

MAC hat es geschafft durch eine eigene Linie, und ich würde sagen, dass sollte AMIGA auch so versuchen.

01_kyoto.jpg, 03_audi_tt.jpg würde ich bevorzugen, ABER

02_kyoto.jpg, 06_techtonica.jpg, 17_starck.jpg haben wahrscheinlich für AMIGA-Einsteiger einen größeren Anreiz, weil es sich da um Komplettlösungen handelt.

11_jetson.jpg, 05_techtonica.jpg, 28_frame.jpg sehen sehr stark nach einem PSX-ähnlichen Gerät aus, und das heißt GAME console. ;(

Ich rechne damit, dass AMIGA im Spielebereich keinen Einfluss mehr hat und diesen Bereich nicht mit allen mitteln zu erobern versuchen sollte, sondern die Gewichtung mehr auf andere Gebiete legen sollte.

Denn s0ny und n1ntend0 sind "glaube ich" nicht mehr zu schlagen, mit der Power, die diese Geräte haben und haben werden. Wahrscheinlich wird in den nächsten Jahren kein Computer so schnell sein, geschweige denn das Angebot an Games, und so wie auf dem PC, dass man sich alle 2 Monate einen neuen Rechner kaufen müsste, soll es ja auch nicht werden, ODER? NEIN BLOSS NICHT!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Die Handhabung einfach, bunt, und praktich muss es sein, erweiterbar für bis zu 4 Jahre. ;)

Dann kommen auch neue USER und damit mehr Kaufkraft und mehr Geld, und mit Geld Werbung, daraufhin neue User, und dann so weiter.

Wenn es bloß so einfach wäre, hahahahaha ;), aber IBM und microdoof zeigen es immer wieder, Werbung ist alles.«

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