<< Inhalt >> Spieleteil

7. Kommentar zum Napalm-Test von Manni Froitzheim (von I. Nikitopoulos)

Richtig so, Manni Froitzheim, nur weil es derzeit und schon lange keine guten Amiga-Games mehr gibt muss man wirklich nicht alles gut finden! Bei den wenigen Games, die in letzter Zeit erschienen sind, hatte ich den Eindruck gewonnen, die wollen nur mit der Not die schnelle Mark machen.

Eine Grafikflut macht noch lange kein gutes Spiel. Ich habe schon sehr oft in diveresen PC oder PSX-Magazinen ganz tolle Previews gesehen, ("boa, was für ne Grafik") doch als das Game dann veröffentlicht wurde, entpuppte es sich als spieltechnischer Mega-Flop. Muss denn immer mit Äußerlichkeiten geprotzt werden? Nein! Kaviar sieht schließlich auch ziemlich sch**** aus, und die Reichen und Schönen stehen da voll drauf.

Siedler, eines der besten Games aller Zeiten, hat dies etwa eine tolle Grafik? Oder tollen Sound? Oder gar tolle Effekte? Nein!

Viel gespannter als auf ein neues Game von Click"michweg"Boom bin ich auf den zweiten Teil von Imperium Terranum, der erste Teil war schon echt gut gelungen und schon seit einiger Zeit eines meiner Lieblingsgames.

Dass der Amiga, vor allem wenn man eine Mindestkonfiguration von AGA, 020er, 8 MB Ram und CD-Rom auf der Verpackung vorsieht (Quake), als Spielcomputer völlig überfordert und ungeeignet ist, sollte jedem klar sein. In so einem Fall ist das Game wirklich nur 30 DM wert. Nicht dass mir jetzt jemand kommt "ich habe aber nen 060er und Graka", jeder der diese Hardware betreibt und dieses Game gezockt hat weiß, dass dies eine mittelgroße Zumutung sein kann.

Für nen Hunni kauf' ich mir lieber einen PSX-Titel, so wie am letzten Freitag Civilization 2. Dort fand ich eine recht mittelmäßige ECS-Grafik, einen standardmäßigen Amiga-Sound und viiiiiiel spieltechnische Qualität vor, eigendlich ein Game das gerne sagen wollte "steck mich in Deinen Amiga und ich bereite Dir viele schöne Stunden voller Fun".

Ich will keine Rückkehr zur Rohkost, doch wenn ein Fass aufgemacht wird dann bitte nicht eines mit sauren Wein. Gameproduzenten sollen keine Rückschritte vornehmen, sie sollten vom Vorhandenen lernen. Stattdessen werden Games herausgebracht, die eine auf dem Amiga noch nie gekannte Problematik hervorrufen, Inkompatibilität und Unausgegorenheit. Dies war bislang nur von Dosen-Games bekannt.

Der User ist kein Beta-Tester und er sollte nicht über jeden Knochen den er vor die Füße geworfen bekommt, himmelhochjautzend jubeln! Bei allem was Amiga (Inc/Int) macht wird kritisch bewertet, meist ohne zu überlegen gemotzt. Bei Games, so auch bei Napalm, werden diese in den Himmel gelobt, schließlich "sollten wir froh sein, daß es ein neues Game gibt".

Ioannis Nikitopoulos <Ioannis.Nikitopoulos@t-online.de>

<< >>