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3. Die Pläne von AMIGA - einige Mutmaßungen

Eines ist klar: AMIGA wird schon sehr bald einen Nachfolger unseres Computersystems ankündigen. Was jedoch noch fehlt, sind sämtliche Hard- und Software-Spezifikationen des Geräts. Wir wollen an dieser Stelle schon mal ein paar Spekulationen anstellen.

Sicher scheint, dass der neue Rechner kein Betriebssystem von QNX verwenden wird, dies hatte Fleecy Moss in den letzten Wochen nicht nur einmal angedeutet. Als mögliche Betriebsumgebung hat er vor kurzem in einem Interview HAVi, Jini, Rebol, NextObjects, Inferno und Elate genannt, so dass wohl davon auszugehen ist, dass eines davon zum Einsatz kommen wird. Auf der Amino-Website (http://www.amino1.net) ist im Quelltext zudem der Begriff "Linux" enthalten, was darauf schließen lässt, dass das benutzte Betriebssystem auf einem solchen Kernel basieren wird. Und die Hardware? Verwendet werden sicherlich in erster Linie Standardkomponenten, wie etwa PCI. Heutzutage auf Spezialentwicklungen zu setzen, wäre nicht nur sehr teuer, sondern auch aus strategischen Gründen unvernünftig.

Im Gegensatz dazu sollte in Zeiten, in denen bei der Entwicklung eines Betriebssystem immer mehr Wert auf möglichst einfache Portierbarkeit gelegt wird, der anfangs verwendete Hauptprozessor keine allzu große Rolle spielen. Zweifellos werden Bill McEwen und Fleecy Moss aber soviel Feingefühl besitzen, für den ersten verkaufsfertigen NG-Amiga keine x86-CPU auszuwählen...

Fazit:

So wie es aussieht, greift AMIGA im Großen und Ganzen die Pläne von Jim Collas wieder auf, vielleicht mit einem Schuss weniger "Multimedia Convergence" und dafür etwas mehr "Computer", jedoch sind Parallelen eindeutig erkennbar. Diese Kontinuität ist, sofern sie tatsächlich eintritt, sehr begrüßenswert, scheuen sich Bill McEwen und Fleecy Moss doch nicht, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen, indem sie beispielsweise auf das bei vielen Amiga-Anwendern nicht sehr beliebte Linux setzen. (Warum ich persönlich eine solche Wahl für vollkommen richtig halte, habe ich ja bereits im Schlusswort von AMIGA aktuell 8/99 erläutert.)

Und was wird mit dem heutigen AmigaOS passieren? Nun, "rein zufällig" finden sich im Quelltext der Amino-Website auch die Stichwörter "free", "open platform" und "open system". Aber auch, wenn das nicht der Fall wäre - wer wollte daran zweifeln, dass die Amiga-Fans Bill McEwen und Fleecy Moss sich und uns den Gefallen tun, den Quellcode des AmigaOS zum Zweck und im Rahmen einer koordinierten Weiterentwicklung freizugeben? Denn welchen Grund hätte es - abgesehen vom traditionsreichen Namen - für den Erwerb der Amiga-Rechte sonst noch gegeben?

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