Starship Troopers
Paul Verhoevens Sci-Fi-Spektakel war nicht ohne Grund umstritten.
Während die einen es für den Science Fiction-Action Hit des Jahres
hielten, sahen andere darin nur ein sinnloses Gemetzel. Wie immer
im Leben hat jede der Meinungsparteien teilweise recht.
Im Jahre 2041 steht die Menschheit wieder einer Bedrohung entgegen.
Von einem Doppelsternsystem in der anderen Seite der Galaxie kommen
immer wieder Asteroiden - mit Kollisionskurs auf die Erde. Grund:
Große Käfer, die Arachnoiden, beschießen sie mit ihren Sporen um
sie auf andere Welten stürzen zu lassen, was ihre Version von Kolonieschiffen
ist. Das nehmen die Menschen, die mehr oder minder heimlich von einem
Militärregime geleitet werden, nicht so einfach hin. Kurzerhand wird
den "Bugs" der Krieg erklärt und die Invasion beginnt.
  Das klingt nach einem relativ simplen und einfallslosen Plot, und
genaugenommen ist er das auch. Aber die Geschichte ist im Film so
zerstückelt aufbereitet worden, dass das erst nicht so sehr auffällt.
  Zu Beginn, nachdem man einige Minuten des typischen TV-Programms
gesehen hat (welches eigentlich nur noch aus Propaganda besteht)
schaltet man live zum Planeten Klendathu. Das ist die Heimat der
Bugs, dem großen Feind der Menschheit. Aus dem geplanten Sieg menschlicher
Invasoren wird aber nichts. Der Großteil der Soldaten wird wie das Kamerateam
gnadenlos abgeschlachtet. Nachdem das Massaker vorbei ist gibt es eine
Rückblende die sich über die Hälfte des Films erstreckt. Ein Jahr zuvor
stehen vier Schulabsolventen Johnny (Casper Van Dien),
Carmen
(Denise Richards), Diz (Dina Meyer) und Carl (Jake Busey)
vor dem nichts. Johnnys Freundin Carmen will sich wohl als Pilotin beim
Föderationsmilitär ausbilden lassen, Carl zieht mehr auf Forschung und
Nachrichtendienst. Und da Johnny auf seine Carmen spitz ist, geht er
auch zur Armee. Für ihn heißt es allerdings Mobile Infantrie - das
Kanonenfutter. Da Diz wiederum spitz auf Johnny ist, geht sie auch dorthin.
  Jetzt beginnt die Ausbildung. Bei der Infantrie ist dies mehr ein
Horrortrip. Wer die ohne mittelschwere Verletzungen übersteht war wohl
so schlau immer sein Maul zu halten und bloß keine Fragen zu stellen.
Allein in den ersten Ausbildungsszenen wird ein Unterarm offengebrochen,
einer Luftröhrenquetschung ausgeteilt, eine Hand von einem Messer durchbohrt,
ein Anderer erschossen und noch jemand ausgepeitscht - ein bisschen anders als beim
Bund, oder!?
  Johnny wird zum Squad Leader befördert. Als aber unter seinem
Übungskommando jemand stirbt, will er nach seiner Auspeitschung (administrative
Bestrafung) die Infantrie verlassen. Aber gerade als er gehen will erfährt
er das ein "Bug-Asteroid" Buenos Aires zerstört hat. Dadurch ist seine
ganze Familie gestorben. Johnny ist nun voller Rachegefühle und zieht los in
den Kampf. Als die Invasion von Klendathu beginnt, merkt man schnell das
die Insekten intelligenter sind als erwartet. Nach der gnadenlosen Niederlage
wird Johnny für Tod erklärt was Carmen trotz ihrer Trennung erschüttert.
Natürlich ist das Glück mit den Dummen und Johnny überlebt. Zusammen mit dem
Rest seiner Truppe (zu der auch Diz gehört) werden sie zu den Rough Necks
abkommandiert. Deren leitender Lieutenant ist Johnnys alter Lehrer Redjack.
Unter seinem Kommando führen sie den neuen Kampfplan aus - eine Bug-Kolonie
nach der anderen ausrotten bis man einen Brain-Bug (der geistige Führer)
findet.
  Auf Planet P wird man dann fündig. Die neue Kolonieausrottungs-Taktik
die anfangs funktionierte schlägt dort fehl. Die Rough Necks werden in einen
zerstörten Verteidigungsposten gelockt. Dort finden sie einen Überlebenden
und viele Tote denen das Gehirn ausgesaugt wurde. Der Überlebende berichtet
das ein Bug den Verstand des Funkers übernommen und die Infanteristen mit dem
Notruf in die Falle gelockt hat. Natürlich werden die Soldaten beinahe
überrannt. Bei dem großen Schlachten stirbt Diz (natürlich nicht bevor sie sich
versöhnt und gepoppt haben ;) und Redjack, bevor Johnnys alte Freundin Carmen
sie da rausfliegen kann. Nun erfäht sie auch dass ihr Ex noch lebt.
  Carl kommt vorbei um Johnny zu instruieren das auf Planet P
ein Brainbug ist und er gefangen werden muss. Nachdem die Infanteristen
wieder auf dem Planeten sind werden die Transporter mit Bug-Plasma-Scheiße
beschossen und Carmen muss von ihrem Schiff fliehen und landet prompt bei der
Notlandung in der Höhle des Brain-Bug. Lange rede, kurzer Sinn: Die Rough Necks
finden den Brain-Bug, nehmen ihn gefangen, töten den Rest und retten nebenbei
noch Carmen. Das ist der erste Groß-Sieg der Menschen und wird gefeiert.
  Ganz am Schluss treffen sich Johnny, Carmen und Carl wieder und
der Film wird mit typischer Armee-Propaganda beendet - alles bleibt gleich.
Spaßeshalber zähle ich mal einige wenige Schwachpunkte auf: Klendathu
liegt ungefähr da wo die Erde leigt nachdem man die Position an der Mittelachse
der Galaxie spiegeln würde - am anderen Ende. Trotzdem benötigen sie
mit einem Warp-Raumsprung nur kurze Zeit um dorthin zu fliegen. Allerdings
erwähnen sie mehrmals das der Raumsprung Lichtgeschwindigkeit entspricht.
Damit würden die niemals dort ankommen. Außerdem sollte man meinen dass
die Menschen 2401 nicht mehr auf Maschinengewehre und Millionen von Soldaten
angewießen wären. Aber ich will aufhören mich über den Film auszulassen.
  Was sinnlose Gewalt angeht, da liegt Starship Troopers ganz weit
vorne. Hier wird gemetzelt, abgeballert, zerhackt und zerquetscht, verbrannt
und bombadiert was das Zeug hält. Es ist somit schwer den Film konkret zu
beurteilen.
Wer wirklich auf Action steht ist hier genau richtig. Und sein wir mal ehrlich,
Paul Verhoevens Filme haben entweder ausschweifende Erotikszenen oder
bekommen in der Originalfassung mindestens die Wertung "Ultra Violence".
Des öfteren ist vielleicht ein kleiner Touch Gesellschaftskritik dabei-
mehr sollte man nicht erwarten. Und deshalb muss ich auch sagen dass der
Film meine Erwartungen erfüllt hat: Storytechnisch große Lücken, aber
extrem Brutal und die Menschheit klischeehaft darstellend.
| Name: |
Starship Troopers |
| Genre: |
Science Fiction-Action |
| Erhältlich: |
Kaufvideo (ab 16); Leihvideo, PayTV (ab 18) |
| Story: |
Schwach (4) |
| SFX: |
Gut (8) |
| Audio: |
Mittel (6) |
| Emotion: |
Mittel (6) |
| Atmosphäre: |
Gut (7) |
| Action: |
Sehr Gut (9) |
| Darsteller: |
Gut (7) |
| Gesamtwertung: |
7 von 10 |
Thowin
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